laut.de-Kritik

Die Power Metal-Wölfe heften sich an die Fersen von AC/DC und Motörhead.

Review von

Bands, die ein musikalisches Konzept verfolgen, stoßen schneller an ihre Grenzen - wer sich einschränkt, rennt irgendwann zwangsläufig gegen Mauern. Es gibt aber auch Ausnahmen, die ihren Schuh konsequent durchziehen und trotzdem dauerhaft Qualität abliefern. Bands wie AC/DC oder Motörhead gelten da sicherlich als Paradebeispiele.

Powerwolf könnten die nächsten Heroen einer "Branche" werden, in der man Wasser und Brot seit jeher kräftig geschüttelten All-in-one-Shakes und Crossover-Backwaren vorzieht. Mit ihrem letzten Studioalbum "Preachers Of The Night" nahmen die Saarländer bereits kurzzeitig auf dem nationalen Metal-Thron Platz. "Blessed And Possessed" soll den fünf Power-Stiernacken nun weitere Türen öffnen.

Schon nach wenigen Sekunden des eröffnenden Titeltracks wird klar: Powerwolf bleiben Powerwolf. Wuchtige Gitarrenriffs, Harmonien bis zum Abwinken und ein satter Klassik-Anstrich lassen die Jünger bereits während der Aufwärmphase lauthals "Hallelujah" schreien. Gepriesen sei der Wolf und sein Gefolge!

Mal schneller ("Dead Until Dark"), mal langsamer ("We Are The Wild"), mal lauter ("Higher Than Heaven"), mal leiser ("Let There Be Night"): Die Mannen um Front-Papst Attila Dorn halten auch im weiteren Verlauf des Albums an ihrem Erfolgsrezept fest. Mit einem kräftigen Sound im Rücken schicken die Powerwölfe eine Hymne nach der anderen ins Rennen.

Wo holen die Süddeutschen nur all die Melodien her? Kein einziger der insgesamt elf Songs des Albums huscht an den Gehörgängen vorbei, jeder einzelne bahnt sich seinen Weg. Die einen ("Armata Strigoi", "Sanctus Dominus") brauchen lediglich etwas länger als die anderen ("Army Of The Night", "All You Can Bleed").

Mit "Blessed And Possessed" setzen sich Powerwolf ein weiteres Studio-Denkmal. Geradeaus und kraftvoll wie eh und je, allerdings unter der Oberfläche noch eine Spur abwechslungsreicher als sein Vorgänger, schiebt sich das Album vielleicht sogar an die Spitze der internen Highlights-Parade. Wer pathosgeschwängertem High End-Bombast aus dem Edelstahlbereich nicht abgeneigt ist, der wird nach dem Hörgenuss dieses Albums sicherlich mit einem Grinsen im Gesicht auf die Knie sinken.

Trackliste

  1. 1. Blessed And Possessed
  2. 2. Dead Until Dark
  3. 3. Army Of The Night
  4. 4. Armata Strigoi
  5. 5. We Are The Wild
  6. 6. Higher Than Heaven
  7. 7. Christ And Combat
  8. 8. Sanctus Dominus
  9. 9. Sacramental Sister
  10. 10. All You Can Bleed
  11. 11. Let There Be Night

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10 Kommentare mit 8 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    total gute genreband mit mummenschanz und flair.

  • Vor 3 Jahren

    Live immer nen Besuch wert, auf Album zündet das bei mir nicht.

  • Vor 3 Jahren

    die Scheibe an sich bietet ansonsten nur bewährtes. sprich : wenig neues und man hört nur bekanntes. Normalerweise stör ich mich nicht dran, aber diesmal klingt das etwas abgelutscht für mich. DEAD UNTIL DARK erinnert mich an eine schnelle Variante von SON OF A WOLF. ARMATA STRIGOI eine Mischung aus WEREWOLVES OF ARMENIA und NOCHNOI DOZOR, kommt aber ziemlich gut. WE ARE THE WILD eine schlechtere Fassung von SACRED AND WILD. HIGHER THAN HEAVEN ist hingegen eine bessere IN THE NAME OF GOD. BLESSED AND POSSESSED sowie CHRIST AND COMBAT können voll überzeugen. SANCTUS DOMINUS find ich sehr gewöhnungsbedürftig. Nicht schlecht, aber jetzt kein neues COLEUS SANCTUS. SACRAMENTAL SISTER kann ich immerhin wegen dem geilen Mittelteil was abgewinnen. ALL YOU CAN BLEED hätte ich auch nicht gebraucht, wenn ich schon EXTATUM ET ORATUM gehört habe. Mit LET THERE BE NIGHT tue ich mich ganz schwer. Cooler Titel, aber Musik ? Sehr gewöhnungsbedürftig.

    Trotz mein Gemecker an dem Album geb ich aus Verbundenerheit doch noch 4 Sterne, alleine wegen der tollen Cover CD, wo sich Songs wie Maiden, Running Wild und Chroming Rose die Hände abgeben. OUT IN THE FIELDS ist mein Favorit