laut.de-Kritik

Das 30. Jubiläum seines legendären Livealbums feiert der Gitarrist mit Instrumentals.

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"Kein Künstler sollte sich darüber Gedanken machen, was andere von ihm wollen. Es muss von dir selbst kommen", schrieb Peter Frampton 2003 auf seiner Homepage. Es war das Jahr seines gelungenen Comebacks mit dem positiv aufgenommenen "Now". Dass es sich nicht bloß um einen PR-Spruch handelte, zeigt drei Jahre später das vorliegende Album.

Anstatt zum runden Jubiläum ein "Pete Frampton Comes Alive II" (pardon, "III", denn Teil II gibt es ja schon) zu präsentieren, begeht der Engländer persönliches Neuland: Er hat eine Platte aufgenommen, die ganz ohne Stimmen auskommt.

Damit reiht er sich in eine lange Tradition ein. Weniger in die der technikbesessenen Steve Vai und Joe Satriani, eher in die seines Landsmannes Jeff Beck. Wie der Eröffnungstrack "Boot It Up" beweist: Schnörkellos, kräftig, rockend. Das Stück bietet Hammondorgel, Schlagzeug und ein Mördereffekt für die E-Gitarre, der gut zum Saxophon des ersten Stargastes Courtney Pine passt.

Bliebe es dabei, wäre "Fingerprints" ein Ausnahmealbum geworden. Doch Frampton will seinen Hörern zeigen, wie vielfältig er ist, was dem Zusammenhalt des Materials doch eher schadet. "Ida Y Vuelta" überrascht mit lateinamerikanischen Klängen und hätte Ry Cooder zu Zeiten von "Buena Vista Social Club" begeistern können. "Black Hole Sun" ist eine Cover des bekanntesten Soundgarden-Liedes, das Frampton recht originaltreu, wenn auch weniger hart, mit Matt Cameron und Mike McCready von Pearl Jam eingespielt hat.

Besonders dürfte sich Frampton über die Zusammenarbeiten mit seinen Jugendhelden The Shadows ("My Cup Of Tea") und vor allem mit den Rolling Stones-Gründungsmitgliedern Bill Wyman und Charlie Watts ("Cornerstones") gefreut haben. In Erinnerung bleiben aber eher das ruhige "Float" (mit Gordon Kennedy an der zweiten Gitarre), der energiegeladene Blues "Blooze" mit Warren Haynes (Allman Brothers Band, Gov't Mule) und das abschließende "Souvenirs De Nos Pères", eine gelungene Hommage an Django Reinhardt mit dem Sessiongitarristen John Jorgenson.

Mit "Fingerprints" beweist Peter Frampton, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört und auch den Mut hat, etwas Neues auszuprobieren. Sein legendäres Livealbum toppt er damit nicht. Aber das ist auch schon 30 Jahre her.

Trackliste

  1. 1. Boot It Up
  2. 2. Ida Y Vuelta (Out And Back)
  3. 3. Black Hole Sun
  4. 4. Float
  5. 5. My Cup Of Tea
  6. 6. Shewango Way
  7. 7. Blooze
  8. 8. Cornerstones
  9. 9. Grab A Chicken (Put It Back)
  10. 10. Double Nickles
  11. 11. Smoky
  12. 12. Blowin' Smoke
  13. 13. Oh, When....
  14. 14. Souvenirs De Nos Peres

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