laut.de-Kritik

Liebe kann auch Knechtschaft bedeuten.

Review von

2010 nahm die Singer/Songwriterin an den Aufnahmen zu Robert Plants Album "Band Of Joy" teil. Während der Tour wurden die zwei ein Paar, 2011 zog Plant teilweise nach Austin, wo Patty Griffin lebt, und war auf ihrem Album "American Kid" zu hören. Kurz nachdem Gerüchte aufkamen, sie hätten geheiratet, verkündete Plant 2013 die Trennung. "Sie teilte meine Liebe für Cider nicht und wunderte sich über den Menschen aus dem Black Country, der ich nach vier Pints wurde", erklärte er. "Ich bin traurig" fügte er hinzu.

Griffin äußerte sich nicht öffentlich. Vielleicht ist das vorliegende Album, ihr zehntes, eine Antwort. Bleischwer beginnt es, mit Klaviernoten, die an eine Liveversion von "Hurt" (Nine Inch Nails, später Johnny Cash) erinnern. "I want to live by your ocean / Moved by the waves / No one can see", lauten die ersten Zeilen. Sie sei einer Dienerin der Liebe, singt zum Schluss. Was nicht unbedingt positiv gemeint ist, denn Liebe kann auch Knechtschaft bedeuten.

Doch ist Griffin kein Mensch, der einfach nur Tränen vergießt. "One of these days I'm gonna smile again", singt sie in "Hurt A Little While" und erinnert vermutlich bewusst an Bon Scott, der in AC/DCs (einziger) Ballade "Ride On" ein nicht eingehaltenes Versprechen abgab. "One of these I'm gonna change my evil ways" sang er 1976. Vier Jahre später war er in Folge seines exzessiven Lebensstils tot.

In "Good And Gone" klingt Griffin gar bedrohlich. "I'm gonna make sure he's good and dead / Good and gone, good and dead / Tonight before I lay my head, singt sie gleich in der ersten Strophe.

Sonnenschein ist auf "Servant Of Love" eher selten zu finden, musikalische Abwechslung dagegen schon. So bietet der Opener neben dem Klavier auch gelungene Trompeteneinlagen à la Miles Davis, die auch weitere Stücke bereichern. Die groovigen Bluesrock-Stücke "Gunpowder", "There Isn't One Way" und "Hurt A Little While" könnten auch von Ry Cooder stammen, "Good And Gone" ist eine fast schon esoterische Folk-Ballade, die an Led Zeppelins (sorry, Ms. Griffin) akustische Stücke erinnert.

"Made Of The Sun" und "Rider Of Days" muten wie sehnsüchtige Country-Balladen an, die auch Emmylou Harris gut zu Gesicht stehen würden. Warum auch nicht? Es wären nicht die ersten Stücke Griffins, die sie einspielt. Die Klavierballade "You Never Asked Me" knüpft wieder an den Opener an, klingt aber schon wesentlich wärmer, das folkige, zärtliche "Shine A Different Way" schließt das Album dann doch mit einer versöhnlichen Note ab.

Dass Griffin 2007 zur Künstlerin des Jahres der Americana Association erkoren wurde, ist kein Zufall. Spielerisch verknüpft sie Country, Folk, Blues und Rock mit ihrer eindringlichen, rauchigen Stimme. "Sie hört sich an wie die kleine Schwester von Mavis Staples", erklärte Plant einst. "Servant Of Love" ist ein Album, das eine Spur hinterlässt. Auch ohne ihren ehemaligen Partner.

Trackliste

  1. 1. Servant Of Love
  2. 2. Gunpowder
  3. 3. Good And Gone
  4. 4. Hurt A Little While
  5. 5. 250,000 Miles
  6. 6. Made Of The Sun
  7. 7. Everything's Changed
  8. 8. Rider Of Days
  9. 9. There Isn't One Way
  10. 10. Noble Ground
  11. 11. Snake Charmer
  12. 12. You Never Asked Me
  13. 13. Shine A Different Way

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