laut.de-Kritik

Welcher Büffel rammt uns hier?

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Na die haben sich aber Zeit gelassen. Ganze vier Jahre ist es nun her, dass Obscenity mit "Cold Blooded Murder" ein Lebenszeichen von sich gaben. Da in der Zwischenzeit sowohl Basser Alex, als auch Drummer Mücke immer mal wieder bei Dew-Scented ausgeholfen haben, musste man sich fast schon Sorgen machen.

Diese waren aber vollkommen unbegründet, wie "Where Sinners Bleed" nun beweist. Kompromisslos wie eh und je knüppelt der Opener "Obsessed With Slavery" in bester Cannibal Corpse-Manier auf einen ein, und wenn das Ding nach nicht mal drei Minuten rum ist, fragt man sich irritiert, welcher Büffel einen da gerade gerammt hat. Das macht aber nichts weiter aus, weil "Die Again" einfach noch ne Runde schneller und brutaler loslegt.

Stumpf ist bei den Oldenburgern seit Jahren nichts mehr. Hier wird auf technisch hohem Niveau verhackstückt. Warum die Jungs nicht schon lange in der selben Liga spielen wie die internationale Konkurrenz, bleibt mir auf ewig ein Rätsel. Immerhin lassen die beiden Gitarristen Hendrik Bruns und Jens Finger eben diese nur so übers Griffbrett fliegen, und auch Basser Alex Pohl muss sich hinter keinem Alex Webster verstecken.

Mal nur im dritten Gang, dafür aber wuchtig und massiv, rollt ein Track wie "Incomplete" aus den Boxen. Doch auch hier geht die Geschwindigkeit mit der Band immer wieder durch, und sie knallen uns ein paar Läufe um die Löffel, dass es nur so schallert. Dabei wird es aber niemals zu technisch oder zu eintönig, denn Variation von Tempo und Anspruch stehen hier eindeutig an erster Stelle. Daran lässt eine Nummer wie "Out Of The Tombs" keinen Zweifel, auch wenn man die Backings nicht von einem Pferd einsingen lassen sollte.

Mit dem Titeltrack haben Obscenity einen richtig geilen Groove-Hammer im Gepäck, der mit einem fast schon typischen Slayer-Solo daher kommt. Doch die Gitarrenfraktion kann auch ganz anders. Würde mich echt mal interessieren, ob das Solo in "Non-Existence" einfach nur richtig geil ist, oder ob mir die Melodie tatsächlich bekannt vorkommt.

Wer auch nur ansatzweise was mit Cannibal Corpse, Malevolent Creation oder anderen Death/Thrash-Bands was anfangen kann, kommt an den Oldenburgern inzwischen eigentlich nicht mehr vorbei.

Trackliste

  1. 1. Obsessed With Slavery
  2. 2. Die Again
  3. 3. Mutate To Scourge - Infecdead
  4. 4. Incomplete
  5. 5. Out Of The Tombs
  6. 6. Cannibalistic Intent
  7. 7. Where Sinners Bleed
  8. 8. Return To Flesh
  9. 9. Non-Existence
  10. 10. The Bullet That Kills

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