Sie brannten sechs Jahre lichterloh und verglühten dann im Zeitraffer: Wir erinnern an 25 große Momente ihrer sagenhaften Karriere.

London (laut) - U2-Drummer Larry Mullen Jr. ist sich sicher: "Sie waren die beste Band der Welt und wären sicher größer geworden als U2." Stattdessen fallen The Clash nach dem fünften Album "Combat Rock", das gerade in einer "40th Anniversary Edition" neu erschienen ist, ab 1982 allmählich auseinander. Das letzte Album "Cut The Crap", das Sänger Joe Strummer 1985 alleine mit Session-Musikern aufnimmt, ist eine beispiellose Bankrotterklärung nach einer beispiellosen Karriere. The Clash leuchteten einige Jahre lichterloh und verglühten dann im Zeitraffer. Die laut.de-Autoren Markus Brandstetter, Rinko Heidrich und Michael Schuh erinnern an 25 fantastische Momente.

Die 25 besten Songs von The Clash

In nur sechs Jahren kreierten The Clash Hymnen, die normalerweise für ein ganzes Musikerleben reichen. Ihr Einfluss findet sich in den verschiedensten Bands wieder, darunter Green Day, Rancid, Massive Attack, Rage Against The Machine, Beastie Boys, Manic Street Preachers oder den Libertines, deren erste zwei Alben Clash-Gitarrist Mick Jones produzierte. Kurz nach Strummers Tod wurde die Band 2002 in die Rock'n'Roll Hall Of Fame aufgenommen.

So sehr man über das zu frühe Ende der Band auch klagen mag, überwiegt doch bei den meisten Fans die Beruhigung, dass The Clash ihre großen Momente nicht mit einer dollarstarken Reunion oder gar einem redundanten Spätwerk zunichte machten (sorry, Rolling Stones). Strummer blieb bis zu seinem Tod aktiv und veröffentlichte grandiose Soloalben mit den Mescaleros, und Bassist Paul Simonon ließ sich von Damon Albarn für das Bandprojekt The Good The Bad And The Queen gleich zwei Mal aus seinem Maler-Atelier locken.

Die zahlreichen Millionen-Offerten für eine Live-Reunion beantworteten fast alle Bandmitglieder mit bewundernswerter Prinzipientreue. Während Strummer darauf hinwies, dass jede Musik ihren speziellen Zeitkontext habe und man nicht einfach eine alte Formel wiederholen könne, nahm es Simonon im Jahr 1999 mit Humor: "Gut, wenn meine Kinder verhungern würden, wäre ich vielleicht nicht abgeneigt. Aber sie müssen nicht verhungern, also erfreue ich mich daran, meine Würde zu behalten." Und die von Larry Mullen Jr. ins Spiel gebrachte Sache mit der verpassten Chance, eine Karriere wie die von U2 zu erreichen? Auch hieran zeigte Strummer 2002 wenig Interesse: "Das hätte bedeutet, dass jeder Tag aus Aufstehen, Interview, Videodreh und Fotoshooting bestanden hätte. Das ist nicht das echte Leben, also wie hätten wir dann noch über das echte Leben singen können?"

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5 Kommentare, davon 4 auf Unterseiten

  • Vor einem Monat

    Jetzt wollte ich euch eigentlich explizit dafür loben, dass ihr nix recyclet habt, obwohl ihr zur London Calling, von der gefühlt ein Drittel der Liste stammt, gleich zwei tolle (eine überragende) Rezis zum Fleddern dagehabt hättet. Aber die Schnipsel zu Straight To Hell und Rock The Casbah stammen dann ja doch aus der jüngsten CRPH-Rezi. Angesichts der Aktualität natürlich verständlich und Lob gibts dann eben für die Existenz der Liste selber :)

    Ranking wäre bei mir ganz anders, mit Rudi (eurer 15) und Jimmy (nicht gelistet :eek: ) als Doppelspitze, aber so läuft das bei sowas ja beinahe zwangsläufig. Fantastische Band jedenfalls und London Calling auch unangefochtenes Album für die Insel.