Tom Morello verwahrt sich gegen Unterstellungen, beim Duell Rage Against The Machine gegen X Factor-Gewinner Joe McElderry habe es sich um ein abgekartetes Spiel gehandelt. Letzterer holt sich die Spitzenposition der Charts mit einer Woche Verspätung.

London (dani) - Rage Against The Machine und der diesjährige X-Factor-Gewinner Joe McElderry lieferten sich ein harten Rennen um die Spitzenposition in den britischen Charts. In der viel beachteten Weihnachtswoche stand der Erstgenannten Dauerbrenner "Killing In The Name" ganz oben, gefolgt von des Castingsternchens "The Climb". Beim zweifellos lachenden Dritten, dem Major-Riesen Sony, freut man sich über mehr als 900.000 Downloads: Beide konkurrierenden Acts stehen hier unter Vertrag.

Verschwörungstheoretikern öffnet dieser Umstand Tür und Tor: Bei der ganzen Aktion habe es sich lediglich um eine geschickt lancierte Marketing-Kampagne gehandelt, munkelt man. Eine Kampagne, die Simon Cowells Schützling McElderry zudem noch mehr Aufmerksamkeit bescherte, als ihm ohnehin zuteil wurde.

Keine Antwort für Tom Morello

Rage Against The Machine-Gitarrist Tom Morello verwahrt sich allerdings energisch gegen Unterstellungen, seine Combo habe an einem abgekarteten Spiel mitgewirkt: "Das ist hochgradig lächerlich", kommentiert er gegenüber dem NME.

"Ich bekomme von Sony UK ja noch nicht einmal eine Antwort auf eine e-Mail. Ich habe ihnen geschrieben, irgendwas in der Art wie: 'Sind wir eigentlich noch auf eurem Label? Hier passieren Dinge!' - und kein Mensch hat mir geantwortet."

Störfall in der Charts-Historie

Dinge, die Morello wie folgt dargestellt sehen will: "Es war eine unglaubliche Kampagne, um ohne jedes Budget einen Song mit einer drastischen politischen Aussage auf Platz 1 zu bekommen, und es hat diese riesige Maschinerie ausgehebelt. Ganz normale Leute können, wenn sie solidarisch zusammenstehen, Außergewöhnliches bewirken."

"Man weiß nie, woher der Anstoß kam", so Tom Morello weiter. "Aber wir fühlen uns wirklich geehrt, ein Teil des größten Störfalls in der britischen Charts-Geschichte gewesen zu sein."

Kein Super-GAU für Joe McElderry

Für den in der Weihnachtswoche noch knapp unterlegenen Joe McElderry freilich wuchs sich der Zwischenfall im Rückblick keineswegs zum Super-GAU aus. Er setzte nicht nur in der Weihnachtswoche deutlich mehr Kopien seines Titels als seine Kollegen aus den Vorjahren ab, sondern holte sich die Hitparadenspitze schließlich doch noch, wenn auch mit einer Woche Verspätung.

Mit 196.000 verkauften Einheiten rangierte sein Balladen-Cover "The Climb" eine Woche nach Weihnachten deutlich vor Rage Against The Machines "Killing In The Name", das sich noch 130.000 mal unters Volk bringen ließ.

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Rage Against The Machine

Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Lars Krüger) Rage Against The Machine,  | © laut.de (Fotograf: Björn Jansen)

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29 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    der zweite weltkrieg wurde übrigens auch von sony inszeniert, die hatten damals nämlich alle großen marschmusik-künstler unter vertrag...

  • Vor 11 Jahren

    So ne Frage wie "Sind wir eigentlich noch auf eurem Label?" ist irgendwie unglaubwürdig. Für sowas gibts Verträge. Als ob Tom die Öffentlichkeit für dumm verkaufen will.
    Ich schätze mal zu Beginn war die Aktion gut gemeint, aber irgendwann hat man festgestellt, dass RATM selbst Teil des Kommerzes sind, gegen den sie protestieren wollen. Ergo: unglaubwürdig.

  • Vor 11 Jahren

    also doch beim gleichen label? hatte ich es mir doch gedacht :)

    ich würde das gar nicht als verschwörung bezeichnen, das ist normales marketing. das gleiche konzept wie in den castingshows (ruft an und zahlt für euren kandidaten) auf den markt übertragen...

  • Vor 11 Jahren

    @Vielfrass (« Zumindest ein guter Beweis dafür, dass es immer noch genug Massen gibt, die dem nächstbesten Pfeifer hinterherrennen, wenn es sich in ihren Ohren nur so anhört wie ne Antwort. »):

    Und genau deshalb so angsteinflößend.

    Bevor es jemand anderes tut, werde ich mir eine Pfeife besorgen.

  • Vor 11 Jahren

    @Vallepupalle (« @zugehoert (« x factor gewinner? x factor war doch diese fernseh serie wo man raten musste ob die fälle echt warn oder nicht oO »):

    nö... http://de.wikipedia.org/wiki/The_X_Factor »):

    :D

  • Vor 11 Jahren

    Zitat (« "Ich bekomme von Sony UK ja noch nicht einmal eine Antwort auf eine e-Mail. Ich habe ihnen geschrieben, irgendwas in der Art wie: 'Sind wir eigentlich noch auf eurem Label? Hier passieren Dinge!' - und kein Mensch hat mir geantwortet." »):

    Bis zu der Stelle hab ich die Verschwörung für Schwachsinn gehalten, aber diese Aussage ist so offensichtlich ein Blödsinn, das macht die Sache verdächtig.