Ein Skandal zu viel: Den deutschen Musikpreis Echo wird es künftig nicht mehr geben.

Berlin (mis) - Die Echo-Verleihung vor zwei Wochen ist um eine weitere Facette reicher: Es war die letzte ihrer Art. 2019 wird es den Echo nicht mehr geben. Dies wurde gestern in einer außerordentlichen Sitzung in Berlin beschlossen. In einer Pressemitteilung ist von einem "Neuanfang" die Rede. Diesen wollte der austragende Bundesverband Musikindustrie zwar schon mit der angeblichen Neuausrichtung der diesjährigen Verleihung erreichen, bekanntlich wendeten sich die Ereignisse aber schnell ins Gegenteil. Die Kriterien der Nominierung und Preisvergabe werden im kommenden Jahr vollständig verändert.

"Die Marke Echo ist beschädigt"

Der Echo sei viele Jahre "ein großartiger Preis und zugleich zentrales Branchenevent mit vielen bewegenden Momenten und herausragenden Künstlerinnen und Künstlern" gewesen, heißt es weiter. Man wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird. Der Vorstand habe sich bereits für die Umstände der diesjährigen Verleihung entschuldigt und obwohl man dies nicht mehr rückgängig machen könne, werde man dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederholt.

Die Beschädigung der Marke Echo trifft daher auch den Klassik-Echo und den Jazz-Echo. Nach dem Vorbild dieser Jury-Preise soll der neue Musikpreis auch im Pop-Bereich stärker an eine Jury gekoppelt werden. Für die Konkretisierung der Änderungen will sich der Vorstand die erforderliche Zeit nehmen.

Fotos

Kollegah

Kollegah,  | © Selfmade (Fotograf: Laion) Kollegah,  | © Selfmade (Fotograf: Laion) Kollegah,  | © Selfmade (Fotograf: Laion) Kollegah,  | © Selfmade (Fotograf: Laion) Kollegah,  | © Selfmade (Fotograf: Laion)

Weiterlesen

14 Kommentare mit 16 Antworten

  • Vor 5 Monaten

    Der Boss hat den Echo zerberstet

    Das komnt davon, wenn man sich mit dem Kanadagermanen anlegt

  • Vor 5 Monaten

    Danke an Kollegah und Bang. Ein sinnloser Medienpreis weniger und Weg frei für einen niveauvollen Preis, der den künstlerischen Aspekt in den Vordergrund stellt.

    • Vor 5 Monaten

      Das glaubst du doch wohl selber nicht.
      Wenn ein Preis nachrückt, dann wird es ein Echo 2: Electric Boogaloo

    • Vor 5 Monaten

      Ich hoffe nicht das es ein Echo 2 wird. Was ist Electric Boogaloo??

    • Vor 5 Monaten

      Electric Bogaloo ist die amerikanische Verballhornung von Fortsetzungsuntertiteln, ich weiß gar nicht, ob es tatsächlich Mal eine Fortsetzung mit diesem Untertitel gab, aber dieser Untertitel wird benutzt, um abwertend über eine Fortsetzung zu sprechen. Ist halt mit dem Reim von two auf Bogaloo ziemlich cheesy.

    • Vor 5 Monaten

      Es gab mal diesen einen ... nennen wir's mal Breakdance-Film Mitte der 80er, "Breakin'", der mit einem zweiten Teil "Electric Boogaloo" fortgesetzt wurde. Hey - Ice-T :-D. Den Soundtrack von damals hab' ich sogar noch, der dürfte mittlerweile ordentlich Patina angesetzt haben - könnte ich mal wieder auflegen. Und den Film sollte man sich nur anschauen, wenn man sein Hirn vorher gründlich in Alkohol eingelegt hat, sonst wird's einem sauer. Also, nicht falsch verstehen - es gibt deutlich größere Katastrophen an Filmen, aber für diesen braucht man entweder eine fast schon pervers zu nennende Liebe zu den 80ern (warum wurde eigentlich dieser Streifen nicht bei "Ready Player One" erwähnt?) und eine durch nichts zu erschütternde Vorliebe für Klischees bzw. Stereotypen aller Art. Oder halt das entsprechende Alter *soifz*. Daß der Film eigentlich nur noch relevant ist, weil man seinen sinnlosen Untertitel später noch oft genug durch den Kakao gezogen hat, sagt eigentlich 'ne Menge aus.
      Gruß
      Skywise

  • Vor 5 Monaten

    Props an JBG - ein Verse, Echo zerstört!