Der NDR beugt sich den Protesten. Xavier Naidoo spricht von einer "einseitigen Entscheidung".

Hamburg (laut) - Wie der für den Eurovision Song Contest zuständige Norddeutsche Rundfunk verlauten lässt, fährt Xavier Naidoo nun doch nicht zum Sangeswettstreit nach Stockholm.

"Wir haben das falsch eingeschätzt"

Nur drei Tage nach der Nominierung Naidoos kapitulierte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber heute Mittag in einer Pressemitteilung des NDR: "Xavier Naidoo ist ein herausragender Sänger, der nach meiner Überzeugung weder Rassist noch homophob ist. Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht. Wir haben das falsch eingeschätzt. Der ESC ist ein fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen. Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden.".

Dabei ist der Schaden längst eingetreten. Seit Bekanntwerden der Personalie am Donnerstag hatten Kritiker in Medien und sozialen Netzwerken den NDR scharf kritisiert. Wegen seiner Affinität zu Verschwörungstheorien und seiner Zweifel an der Souveränität Deutschlands sei Naidoo nicht geeignet, das Land bei einem so großen Event zu repräsentieren.

"Einseitige Entscheidung" der ARD

Xavier Naidoo selbst reagierte enttäuscht auf die überraschende Kehrtwendung: "Vor einigen Monaten ist die ARD auf mich zugekommen und hat mich gebeten, im nächsten Jahr für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Stockholm anzutreten. Das war der alleinige Vorschlag der ARD. Ich habe nach reichlicher Überlegung schließlich zugesagt, weil dieser Wettbewerb ein ganz besonderes Ereignis für mich gewesen wäre. Wenn sich nun kurz nach unserer vertraglichen Einigung mit dem NDR und dem Abschluss aller Vorbereitungen die Planungen der ARD durch einseitige Entscheidung geändert haben, dann ist das ok für mich."

Die Verantwortlichen beraten nun, wie der deutsche Teilnehmer für den ESC ermittelt werden soll. Dass der NDR auf die laufende Kampagne für Wolfgang Wendland und Die Kassierer aufspringt, darf allerdings bezweifelt werden. Schade eigentlich ...

Können sich entspannt zurücklehnen: Die Kassierer

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Xavier Naidoo

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24 Kommentare mit 105 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 3 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 3 Jahren

    Wahnsinn. Keine Eier in der Hose. Ein paar Schwachköpfe, die motzen und der Sender zieht den Schwanz ein. Das sollten sie mal bei den Rundfunkgebühren machen. Als ob die vom Publikum gewählten Vertreter gross was reissen. Als ob die Leute, die nun alle gemotzt haben, wirklich interessiert wer da auftritt.

    • Vor 3 Jahren

      Genau so ist es.

    • Vor 3 Jahren

      Wer der Meinung ist, dass Deutschland u.a. "besetzt" sei, hat nicht mehr alle Latten am Zaun. Klar, der ESC ist Müll - ohne Frage. Jedoch muss man leider bedenken, dass Deutschland eben nicht sehr beliebt im Ausland ist und die Haltung, die Naidoo vertritt, eben dieses Bild weiterhin verstärkt und er (ich sage es mal vorsichtig) rechtes Gedankengut transportiert. Für viele Nationen in der EU ist der ESC ziemlich wichtig und nimmt dort einen weitaus höheren Standpunkt ein, als bspw. in Deutschland.

    • Vor 3 Jahren

      Genau so ist es.

    • Vor 3 Jahren

      ob vom Publikum gewählte Vertreter "groß was reissen" geht mir sowas am Arsch vorbei, wichtig ist das dort DAS gespielt wird was WIR hören wollen.
      Es ist natürlich kein Garant das dann dort gute Musik geboten wird, aber die GRUNDVORAUSSETZUNG das IRGENDWANN mal ein mündiges Publikum hörbares dahinwählt, anstatt sich vom Mediendiktat besäuseln zu lassen!

    • Vor 3 Jahren

      Wie kommst Du darauf, dass nachdem jahrelang Müll gewählt wird, plötzlich wie von Zauberhand was brauchbares gewählt wir? Wenn man bei dem Scheiss schon mitmacht, sollte das Ziel doch sein, zu gewinnen oder zumindest einen Künstler zu haben, der gute Chancen hat und nicht irgendeinen Müll da hinzuschicken, der vom Publikum in irgend einer Wischi-Waschi Wahl gewählt wurde.

    • Vor 3 Jahren

      ja klar , schneller höher weiter, also mir wäre ein ESC mit hörbarer Musik (bei dem wir immer 0 Points bekommen) lieber als wenn in einem Bombastschnulzencontest mal D wieder punktet mit ner Bombastschnulze....wo diese shit Punkte doch eh nix mit Qualität zu tun haben sondern doch eher länderspezifisches Puntegeschiebe zu sehen ist!
      Natürlich kann das Ziel nicht eine wischiwaschiwahl sein, es muss ein Prozess vorausgehen wo mündige Bürger vorher lernen auf Qualität zu achten, wo auch dann qualitativ hochwertige Künstler sich wieder für den ESC interessieren usw!