Nachdem die ARD Xavier Naidoo als Kandidaten für Stockholm ankündigte, hagelte es Kritik. Jetzt bezog die Rundfunkanstalt Stellung.

Konstanz (kol) - Das Echo auf die Nominierung Xavier Naidoos für den Eurovision Song Contest in Stockholm fiel größtenteils vernichtend aus. "Deutsches Reich - twelve points" titelte beispielsweise Die ZEIT auf ihrem Online-Auftritt. "Xavier Naidoo beim ESC ist ein schlechter Scherz" hieß es bei der Süddeutschen Zeitung. Der Sänger polarisiert aufgrund fragwürdiger politischer Äußerungen in der Vergangenheit und bringt die Verantwortlichen der Rundfunkanstalt in Erklärungszwang.

In einem Interview erklärte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, dass Xavier Naidoo "weder rechtspopulistisch noch homophob oder antisemitisch" sei. Die ARD hätte einen Sänger gesucht, "der sehr gut singen kann, eine authentische Bühnenpräsenz hat und der mit seiner Ausstrahlung die Fernsehzuschauer in Europa verzaubern kann".

Schreiber lobte zudem Naidoos Engagement für Flüchtlinge und die deutsch-israelische Freundschaft. Der Sänger stehe für "Werte wie Frieden, Toleranz, Liebe". Die ARD zeichnet also ein anderes Bild des Sängers mit dem Hang zu Verschwörungstheorien.

Shitstorm in den sozialen Netzwerken

Im Internet reißt der Spott über den Mannheimer nicht ab. Auf Twitter hagelt es Häme und Unverständnis für Naidoos kommenden Stockholm-Trip: Grünen-Politiker Volker Beck verglich die Nominierung mit Bushidos Gewinn des Integrationsbambis:

Das Satiremagazin extra 3 hat auch gleich die korrigierte Anzeige für die Punktevergabe parat:

Buzzfeed startete zudem ein kleines Zitate-Quiz: "Wer hat's gesagt? Xavier Naidoo, Erika Steinbach oder Lutz Bachmann?" Der Sänger in einer Reihe mit der rechtsverdrehten CDU-Skandalnudel und dem fremdenfeindlichen Pegida-Oberhaupt. Die Ergebnisse dürften dabei manchen überraschen.

Kassierer für Stockholm

Hat Deutschland denn keine Alternativen? Eine mögliche Lösung liefert jetzt eine weitere Petition gegen Naidoo. Er soll nicht nur nicht auftreten, sondern von Den Kassierern ersetzt werden. Ein interessanter Ansatz, der zumindest die von der ARD geplante Suche nach dem besten Song und der Bühnenshow überflüssig macht. Die Bochumer Anarcho-Punker treten einfach nackt mit "Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist" auf.

Deutschland, vielleicht wirst du ja doch noch angemessen vertreten.

Fotos

Xavier Naidoo und Bushido

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