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Surviving R. Kelly

Von den traurigen zu den ekelhaften Nachrichten: Für die ist R. Kelly seit Jahren schon gut. Genau so lange scheint er mit seinem fragwürdigen Verhalten aber auch immer wieder unbehelligt davon zu kommen. Vielleicht diesmal ja nicht:

In der vergangenen Woche strahlte Lifetime "Surviving R. Kelly" aus. In der sechsteiligen Dokumentation kommen zahlreiche Frauen zu Wort, die dem R'n'B-Star schwere Vorwürfe machen. Die reichen von Gehirnwäsche über Freiheitsberaubung und Körperverletzung bis hin zu einem breitem Spektrum sexueller Misshandlungen. In mehreren US-amerikanischen Bundesstaaten prüft nun die Staatsanwaltschaft die Anschuldigungen.

R. Kelly hat sich bisher nicht öffentlich geäußert, lässt aber seinen Anwalt alles abstreiten und von einer Rufmordkampagne sprechen: "Zehneinhalb Jahre nachdem er unschuldig gesprochen wurde, und nur, um Zeit im Reality-TV zu füllen, kommt irgendjemand mit einer neuen Runde an Geschichten an. Niemand hat irgendwelche Sexsklavinnen oder minderjährige Mädchen gefunden, weil es keine gibt." Dafür aber eine ganze Menge sehr ähnlicher Erfahrungsberichte verdächtig junger Frauen ... nö, ich finde, das macht gar nichts, wenn da der eine oder andere Staatsanwalt vielleicht doch noch einmal genau hinschauen will.

Im Musikerkollegenkreisen hielt bisher kaum jemand für nötig, Abstand zu R. Kelly zu halten. John Legend gehört zu den wenigen, die sich klar und deutlich auf die Seite der Frauen stellten, die von Kellys Machenschaften berichteten:

Lady Gaga bezeichnet ihre Kollabo mit R. Kelly inzwischen als einen Fehler: "Mir tut beides Leid: mein schlechtes Urteilsvermögen, als ich jünger war, und, dass ich nicht früher Klartext gesprochen habe."

Common spricht außer seinem eigenen Versagen in der Sache von einem Systemproblem, das bewirkt, dass jungen schwarzen Frauen auch innerhalb der schwarzen Community zunächst einmal niemand glaubt:

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