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Eingeladen!

Ob die Damen und Herren rund um King Veganismus One & Dr. Alsan das auch so hinbekommen, zeigt sich am 27. und 28. September. Dann nämlich richten sie in Hamburg ihr Ausgeladen Festival aus. Als Headliner haben sie Hiob, DJ Craft und die Zombiez im Boot, den Rest des umfangreichen Line-Ups und weitere Infos zum Festival findet ihr hier.

Ich bewerbe diese Veranstaltung (auch) deswegen so schamlos, weil mir Teile der Einladung aus der Seele sprechen:

"Das AUSGELADEN FESTIVAL ist ein politisches, linkes und antifaschistisches Festival. Wir wollen eine geile Party, bei der wir zwei Tage lang gemeinsam Spaß haben und feiern. Wir wollen aber auch ein Zeichen für eine kritische Gegenkultur setzen, bei der es um mehr geht als nur platte Phrasen 'gegen Nazis' und die üblichen lahmen Weltverbesserer-Floskeln. Darum bieten wir vor allem Acts eine Bühne, die sich authentisch für die Underdogs und Unterdrückten, für gemeinsame politische Gegenwehr und für internationale Solidarität gerademachen. Für uns bedeutet Gegenkultur nicht politisch korrekte Sprachhygiene à la 'Zeckenrap' oder Rückzug in eine möglichst homogene und abgekapselte Polit-Szene – sondern eine offene und offensive Konfrontation mit der Gesellschaft, mit der wir so viele Menschen wie möglich erreichen wollen!

Und wir wollen ein Zeichen gegen rigide und schnell verhängte Auftrittsverbote im Kulturbetrieb und in der linken Subkultur setzen, die wir scheiße finden. Wer für seine Botschaft, auch wenn sie eigentlich eine kritische und fortschrittliche ist, die falschen, unkorrekten Worte wählt, bekommt heute schnell Probleme. So zum Beispiel, wenn politische Gruppen gegen Acts wie Morlockk Dilemma oder K.I.Z protestieren, ohne nach den Motiven hinter ihrer provokanten Wortwahl zu fragen."

Als ich (ICH!) mich im Umgang mit Prezident letztes Jahr irgendwann wie der letzte aufrechte Faschoversteher fühlte, weil es nach seiner Provokations-Offensive "Du Hast Mich Schon Verstanden" überall sonst hysterisch hieß, "Prezi geht gaaar nicht, mit dem darf man gar nicht mehr reden!!!", hab' ich das so ausgedrückt: Wenn die Diskussion darüber, mit welchen Worten jemand etwas sagt, wichtiger wird als das, was jemand eigentlich überhaupt sagt, und das, was er damit bezwecken möchte, gleich komplett unter den Tisch fällt, dann hat sie, zumindest in meiner Wahrnehmung, ordentlich Schieflage.

Gerne nochmal: Ich find' Zensur scheiße. Jeder, auch der dreckigste homophobe, antisemitische Frauenschläger, soll alles sagen dürfen. Wenn jemand dann Blödsinn redet, möge er den doch bitte auch schwungvoll um die Ohren gehauen bekommen. Es soll nämlich auch jeder alles kritisieren dürfen und das gefälligst auch tun, wenn ihm etwas nicht passt. Wenn man sich aber mit anderen Meinungen gar nicht mehr befasst, wird es echt schwierig mit der Toleranz und Akzeptanz. Die haben sich (gerade im linken Lager) zwar alle auf die Fahnen geschrieben, sie reichen aber oft nur so weit, wie das Gegenüber der gleichen Meinung ist. Ganz davon abgesehen, dass es schwierig wird, sich - möglicherweise sogar konstruktiv - zu streiten oder irgendwen dazu zu bringen, eine für fragwürdig befundene Position tatsächlich zu hinterfragen.

Deswegen find' ich auch Ausgrenzung scheiße, und besonders krude erscheint mir diese Praxis, wenn irgendwann auch Künstler ausgeladen werden, bloß weil sie irgendwann in der Vergangenheit einmal zu nahe bei einem Geächteten gestanden haben. Oder ihnen ein Kokosnusskostüm als Blackfacing ausgelegt wird. Absurdistan, Leute. Wir haben wirklich bereits genug Probleme, ohne dass sich die, die eigentlich in eine ähnliche Richtung wollen, gegenseitig Knüppel über die Rüben ziehen.

Uff. Was wollte ich eigentlich sagen? Ach, ja: Tickets fürs Ausgeladen Festival gibts hier.

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