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Ein ästhetischer Sonderfall

... und in der Zeit schreibt unterdessen Daniel Gerhardt eine ganz zauberhaft zu lesende und durch und durch zutreffende Analyse über Apache 207 und sein Album "Treppenhaus":

"Und dann erst der Look", heißt es da. "Muscleshirt in die Jeans gezwängt, Ray-Bans ins Gesicht gesetzt, die Haare lang und offen. So ist früher einmal der US-amerikanische Schock- und Schwanzrocker Andrew W. K. herumgelaufen, aber sicherlich kein Deutschrapper. Das ist der Hintergrund, vor dem 'Treppenhaus' erschienen ist, endlich das erste richtige Album von Apache 207 aus Ludwigshafen, der Schornsteinstadt am Rhein. Einerseits locken die Goodies einer Großkarriere, die Uhren und Autos, die Drinks und Hotels. Andererseits darf Yaman diesen Versuchungen nicht vollkommen erliegen, denn dann wäre er nur noch der Rapper, der sich von den anderen unterscheidet, weil sein Name und seine Klamotten noch dämlicher sind."

"Weil er so schön hadert mit seinen finanziell folgenlosen Entscheidungen, steht Yaman in dem Ruf, eine besondere Herangehensweise an die üblichen Deutschrap-Klischees zu pflegen. Traurig, selbstironisch, originell. Das ist leider Quatsch. Erstens hadern gerade alle, die was taugen im deutschen Rap: Von Hafti über Ufo bis Haiyti wird nur noch geheult beim Geldzählen und -verbrennen. Zweitens erschöpft sich die Selbstironie von Apache 207 in seinem Erscheinungsbild."

Lest diesen Text. Es ist einer von der Sorte, von der ich wünsche, ich hätte ihn geschrieben.

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