Von "Mad Max: Fury Road" über "Drive" bis "Joker": Wir küren die 20 besten Scores des vergangenen Jahrzehnts.

Konstanz (dol) - "Ich hasse die sogenannte Filmmusik, die alles zusuppt", bemängelte der Regisseur Michael Haneke einmal im Tagesspiegel. Diese sei nur dazu da, "die Mängel der Spannung, der Inszenierung und des Drehbuchs zu kaschieren." Zugegebenermaßen beschränken sich unzählige Filme darauf, ihre Zuschauerinnen und Zuschauer mit kitschigen Stereotypen zu verdeutlichen, an welcher Stelle welche Emotionen abzurufen sind. Aber ob es deswegen angebracht ist, die Filmmusik in Bausch und Bogen zu verdammen wie der österreichische Dogmatiker?

Gelungene Scores können deutlich mehr leisten. Sie finden eine musikalische Entsprechung für den Charakter einer Figur, das technische Konzept oder die Aussage eines Werks. Schon Hitchcocks Komponist Bernard Herrmann hob die Bedeutung hervor: "Es liegt in der Natur des Kinos, dass es Musik braucht. Sobald sie eine Geschichte als Film erzählen, wird Musik fast unabdingbar." Das gilt auch für die jüngere Filmgeschichte. Wir werfen einen Blick zurück auf das vergangene Jahrzehnt und küren:

Die beste Filmmusik von 2011 bis 2020

Vor allem Genre-Filme überzeugen mit kreativen Wegen, ihre Themen und Stile auch musikalisch einzufangen. Und Kreativität hat das krisengeplagte Kino heute vielleicht nötiger als je zuvor. Die Marvel-Monotonie setzt dem Film künstlerisch zu. Fortsetzungen und Remakes versprachen bis zur Corona-Pandemie zumindest kommerzielle Sicherheit. Und in China warten neue Märkte, die mit allen damit verbundenen Konsequenzen bedient werden müssen. Doch allen Unkenrufen zum Trotz hat das oft totgesagte Kino immer wieder Auswege aus der Misere gefunden.

Fotos

Daft Punk

Daft Punk,  | © EMI/Daft Arts (Fotograf: ) Daft Punk,  | © EMI/Daft Arts (Fotograf: ) Daft Punk,  | © EMI/Daft Live Ltd. (Fotograf: ) Daft Punk,  | © EMI/Daft Live Ltd. (Fotograf: ) Daft Punk,  | © EMI/Daft Arts (Fotograf: ) Daft Punk,  | © EMI/Daft Arts (Fotograf: ) Daft Punk,  | © EMI/Daft Arts (Fotograf: ) Daft Punk,  | © EMI/Daft Live Ltd. (Fotograf: )

Weiterlesen

laut.de-Porträt John Williams

John Towner Williams liefert die definitive Blaupause für einen Filmmusikkomponisten. Warum? Nun, ja: zum Beispiel wegen "Krieg der Sterne", "Indiana …

laut.de-Porträt Hans Zimmer

Können ein Oscar, zig Grammys und Golden Globes und noch mehr Nominierungen dafür irren? Sicher nicht! Jedenfalls nicht bei dem Mann mit dem schlichten …

laut.de-Porträt Ennio Morricone

Am 10. November 1928 erblickt Ennio Morricone im römischen Stadtteil Trastevere das Licht der Welt. Mit sechs Jahre komponiert er seine ersten Stücke, …

laut.de-Porträt Daft Punk

"A bunch of daft punk" - so äußert sich der britische Melody Maker zu den ersten musikalischen Gehversuchen von Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas …

77 Kommentare mit 7 Antworten, davon 69 auf Unterseiten

  • Vor 3 Monaten

    Thom Yorkes Soundtrack zu Guargnadnininignos "Suspiria" sei hier noch sehr lobend erwähnt!

    • Vor 3 Monaten

      Finde es gut, dass du's spezifiziert hast! Hätte mich gewundert, wenn der neunjährige Thom Yorke unter dem Pseudonym Goblin unterwegs gewesen wäre.

      Anyway, Guargldingdongs Suspiria ist zwar drei mal so lang wie das Original, aber genauso wertlos.

    • Vor 3 Monaten

      Etwas zäh und lang, und braucht ziemlich viel anstrengende Interpretierarbeit. Insgesamt aber ein unterschätzter, wesentlich besserer Film als das Original. Bis auf ein-zwei Szenen wird dieses eigentlich nur durch den Soundtrack von Gobbloblilin getragen.

    • Vor 3 Monaten

      Habe den neuen nicht gesehen. Die Story des Originals ist natürlich jetzt nix ganz berühmtes, aber ich finde schon, dass man auch aus heutiger Sicht die Farbästhetik außergewöhnlich (gut) finden kann. Ist halt die Frage, wie viel Gesamtpaket es zum Genuss braucht, mir persönlich genügt.

    • Vor 3 Monaten

      Ich müsste fairerweise die 1977er Version nochmal schauen, ist nämlich echt lange her...aber meinem Gedächtnis nach war das hübsch koloriertes Nichts, das nicht wusste, wie, was oder warum es erzählt. Spekulativ af...

    • Vor 3 Monaten

      Hatte den vor ein paar Jahren erst noch mal gesehen mit ner kleenen Filmrunde. Hatte den viel besser in Erinnerung als er war. Nur der Anfang und das Ende sind gut. Manches ist sogar unfreiwillig lächerlich (Ich sag nur: Hundeszene!). Wie gesagt - die Musik trägt den ganzen Film. Würde da irgendwas anderes laufen, wäre der Film niemals bekannt geworden, denke ich. Glaube, in der Giallo-Szene gibts da sowieso ganz andere Lieblinge.

  • Vor 3 Monaten

    Alexandre Desplat fehlt; "Grand Budapest Hotel" wischt den Großteil der Liste mühelos weg.

    "La La Land" ist ein überschätzter Film, hat aber den besten Musical-Score des Jahrzehnts. Punkt.

    Nicholas Britell hätte ich reingenommen, z.B. seine Musik für "Moonlight".

    Lobende Erwähnung noch für "Minari".

    • Vor 3 Monaten

      Und für "Imitation Game" hätte Desplat gleich noch eine weitere Nennung verdient.
      Aber schön, dass Jóhann Jóhannsson Liebe bekommt. Wenn einer das Jahrzehnt filmmusikalisch geprägt hat, dann er. "Mandy" als Vermächtnis sei da auch noch genannt.

  • Vor 3 Monaten

    Junge, Mr. Ahnungslos war am Werk. Die besten Scores fehlen, kennt er wahrscheinlich nicht, er ist ja kein Experte, so wie ich.