laut.de-Kritik

Rocktronica von der Festplatte.

Review von

Das englische Label Border Community hat in seiner noch jungen Historie zwar nicht allzu viele Releases zu bieten, dafür einige amtliche Hits mit ansprechenden Verkaufszahlen, beispielsweise "A Break In The Clouds" von Labelboss James Holden, "The Difference It Makes" von The MFA oder jüngst "Gazebo" von Fairmont. Nathan Fakes "The Sky Was Pink" gehört ebenfalls dazu, wenngleich der Track wohl vor allem durch James Holdens Remix durchstartete. Fake genießt nun das Privileg, das erste Album bei Border Community zu veröffentlichen.

"Drowning In A Sea Of Love" hebt sich vom bisherigen Output der Labelkollegen eher ab. Treibende Klänge zwischen Neo-Trance, Elektro oder Minimal-Techno sucht man hier vergeblich. Vielmehr hat sich Nathan einer etwas anderen elektronischen Musik verschrieben: einem Casio-bewehrten Elektronika-Sound, bei dessen Umsetzung der Rockeinfluss unüberhörbar ist. Das Infoblatt spricht diesbezüglich treffend von "Rocktronica".

Nathan Fake zählt zu der Riege aufstrebender junger Produzenten, deren Tracks weitgehend am Rechner entstehen. So kommen die eingesetzten Gitarrenklänge allesamt aus der Retorte. Die Stücke purzeln munter von der Festplatte und verbreiten überaus emotionale Momente mit kindlich-verspielten, träumerischen Melodien. Fake wechselt spielerisch zwischen Soundscapes, die bisweilen ambienthaft, manchmal auch psychedelisch wirken wie beim erwähnten "The Sky Was Pink". Dann lärmt es wieder einfach nur vor sich hin oder rockt ab ("Superpositions").

Nathan hat seine Elektronika-Hausaufgaben ernst genommen und sich bei Genre-Epigonen Inspiration geholt. So steckt sein Album auch voller Referenzen an Boards Of Canada, Múm oder Air in ihren Anfangstagen, als das Duo noch nicht so betont auf Bourgois machte. Insbesondere scheint er einen Narren an M83 gefressen zu haben. Allerdings macht Fake nicht den gleichen Fehler wie die Franzosen und steigert sich in ein überbordendes Pathosgedöns hinein. Das Absaufen im Liebestümpel stellt man sich dann doch irgendwie anders vor.

Trackliste

  1. 1. Stops
  2. 2. Grandfathered
  3. 3. Charlie's House
  4. 4. Bumblechord
  5. 5. Superpositions
  6. 6. Bawsey
  7. 7. The Sky Was Pink
  8. 8. You Are Here
  9. 9. Falmer
  10. 10. Long Sunny
  11. 11. Fell

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