laut.de-Kritik

Synthiepop mit infektiösen Grooves.

Review von

Vor geraumer Zeit nahm ein Stück namens "We're The Pet Shop Boys" die Herren Tennant/Lowe auf die Schippe. Als Urheber dieser Persiflage zeichnete damals Howard Robot unter seinem Alter Ego My Robot Friend verantwortlich. Nach der Veröffentlichung des Albums "Hot Action" (2004) für das Label Proptroniks unterschrieb der New Yorker dann einen Plattenvertrag bei Soma Records, dem Label des schottischen Duos Slam.

Mit "Dial 0" setzt My Robot Friend seine Sichtweise eines aufgeschlossenen Synthiepops um. Mit einer leichten Betonung auf Pop. Eine ansprechende, intelligent arrangierte Musik, die über den Tellerrand schaut. Die gleichermaßen Elektro- und Punkeinflüsse dankbar aufgreift, selbst mit Gitarren kein Problem zu haben scheint, diese in ihr Konzept integriert. Die darüber hinaus auch vor dunklen, technoiden Anwandlungen nicht zurückschreckt und nicht nur dabei mehr als einmal gerne den ein oder anderen Blick in Richtung Tanzfläche wirft.

"Dial 0" bewegt sich zwischen Zuständen frenetischer Euphorie und melancholischen Einschüben. Humorvoll und mit einem Augenzwinkern setzt Howard Robot seine im Spannungsfeld zwischen Track und Song bewegenden musikalischen Ideen um, mit bisweilen unglaublich infektiös geratenen Grooves. Er schafft es, die Stücke auf den Punkt in Szene zu setzen, greift dabei auf einen reichhaltigen Fundus aus organischen wie elektronischen Versatzstücken und Maschinenklängen oder Samples von Roboterstimmen zurück.

Bei "One More Try" zeigt Gastsänger Antony Hegarty seine stimmlichen Fähigkeiten, die keinerlei geschlechtsspezifischen Grenzen zu kennen scheinen. Und zwar derart gekonnt, dass man tatsächlich meint, einem neumodischen Yazoo-Klon aufzusitzen. Dagegen gemahnen "Swallow" und noch mehr "Rapture" in ihrer Machart an The Soft Pink Truth. Wobei besonders "Rapture" durch eine stets ihr Unwesen treibende Bassline gefällt.

Für My Robot Friends neue Plattenfirma ist "Dial 0" ein Werk, das sich in seiner Ästhetik sicherlich abhebt von den bisherigen musikalischen Veröffentlichungen des primär auf Dancefloor bzw. UK-Clubsounds orientierten Soma-Katalogs. Eine tolle Platte.

Trackliste

  1. 1. 23 Minutes In Brussels
  2. 2. Dial 0
  3. 3. The Cut (Production By Zombie Nation)
  4. 4. The Good Part
  5. 5. One More Try (Vocals By Antony)
  6. 6. City Sounds
  7. 7. Problems
  8. 8. Swallow (Rap By Crasta Yo)
  9. 9. Dead (Violin By Autojulie 3000)
  10. 10. Rapture
  11. 11. Electric Pants (Guitar By Jay Kauffman)

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