laut.de-Kritik

Wenn sich Tom Waits und Dolly Parton im Saloon treffen.

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Mit seinem dritten Album beginnt für Mocky so etwas wie eine vorsichtige Neuausrichtung. Die Vergangenheit, das ist die gemeinsame Band mit Gonzales und Peaches. Es folgte der Umzug nach Berlin und die Hinwendung zu einem Hybrid aus elektronischen Sounds und poppigem Appeal. Die zwölf Songs von "Navy Brown Blues" suchen ihre Vorbilder dagegen in erster Linie im Soul und Jazz. Ab und an klingt auch ein wenig Disco an.

Damit sind jedoch lediglich die wichtigsten Einflüsse genannt, wie Mocky schnell deutlich macht. Er ist ein Mann der vielen Gesichter oder besser gesagt: ein Mann mit vielen Stimmen. "Animal" inszeniert ihn als Rapper mit geschmeidigem Flow. Nur um sich gleich im Anschluss daran in soulige Höhen aufzusteigen. Unterstützung erfährt Mocky bei den Songs seines Album von Sängerin Feist und der Soul-Stimme Taylor Savvys.

"Fighting Away The Tears" ist eine wunderschön traurige Bar-Jazz-Nummer im positiven Sinne. Der rauchverhangene Charme des Songs wird durch die lieblichen Vocals von Feist immer wieder durchbrochen. Es ist als würden sich Tom Waits und Dolly Parton früh morgens in einem verlassenen Saloon begegnen. Bei Four Music war man von dem Song so angetan, dass man beschloss, ihn zur ersten Single-Auskopplung zu machen.

Direkt im Anschluss ist mit Jamie Lidell ein weiterer Gastsänger zu hören. Die Zusammenarbeit zwischen ihm und Mocky reicht zurück bis zum letzten Mocky-Album "Are + Be". Damals entstand der gemeinsame Song "How Will I Know You". Nun gibt es auf "Navy Brown Blues" mit "In The Meantime" die Fortsetzung der fruchtbaren Kooperation, die durch Lidells Falsett-Gesang einen entrückten Touch bekommt.

"I'm Yours" fügt dem vielschichtigen musikalischen Eindruck, den "Navy Brown Blues" hinterlässt, noch ein weiteres Mosaiksteinchen hinzu. Mit jazziger Leichtigkeit gleiten die Glockenspielklänge des Songs dahin und Mockys Vocals greifen den Flow auf. Sein Gesang zeichnet denn auch für die stärksten Momente des Albums verantwortlich. Die Songs selbst brauchen allerdings Zeit, um sich zu entwickeln.

Trackliste

  1. 1. After The Rain
  2. 2. Animal
  3. 3. One Of A Kind
  4. 4. Fightin' Away The Tears Feat. Feist
  5. 5. In The Meantime Feat. Jamie Lidell
  6. 6. Extended Vacation
  7. 7. I'm Yours
  8. 8. Keep It Moving
  9. 9. Elementary Feat. Taylor Savvy
  10. 10. Navy Brown Blues
  11. 11. I'm A Fool
  12. 12. Tears Of Joy

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