laut.de-Kritik

Fast Food für Fans.

Review von

Wenige weibliche Rapperinnen sind so erfolgreich wie Loredana. Das belegt auch in diesem Jahr ein Blick auf die Zahlen und Auszeichnungen: MTV Europe Music Award in der Kategorie "Best Swiss Act", Singlegold und Platz 1 für den Kollabo-Song "Kein Wort" mit Juju sowie meistgestreamte deutschsprachige Hip Hop-Künstlerin in den Spotify-Streaming-Charts 2020.

Dennoch "lief nicht alles gut in den letzten Tagen", wie Loredana im "Intro" ihres neuen Albums "Medusa" reumütig eröffnet. Die Schuld schiebt sie dabei gerne der Presse oder dem Staat zu: "Loredana auf der Titelseite / Ihr könnt nix, außer mit dem Finger auf mich zeigen / Ich war bereit seine Schulden zu begleichen / aber Schweiz macht Druck bei einer Mutter, die allein ist". Die Betrugs-Vorwürfe gegen Loredana oder etwaige private Verfehlungen sollen an dieser Stelle nicht weiter thematisiert werden. Ohnehin versucht sie auf ihrer Platte nur recht halbherzig, die in der Presse kolportierten Geschehnisse aufzuarbeiten.

Neben den reflexiven Zeilen im "Intro" bietet der Opener ab der Hälfte einen kurzweiligen Rap-Vortrag. Mit einem Beatwechsel siedelt Loredana zu prolligeren Reimen über: "Sieben Brüder, aber ich mach' das Cash in der Fam / Loredana in Gabbana, der Rest ist Secondhand". Das Salsa-angehauchte Instrumental im Folgetrack "King Lori" bleibt im Ohr hängen. Der repetitive Inhalt eher weniger, wenn Loredana erzählt: "Du hast keine Freunde, ich habe sieben Brüder". Gähn.

Wie es Loredana wirklich geht? "Geht Schon". Mehr erfahren wir von ihr in diesem Track und eigentlich auf der ganzen Platte nicht. Außer vielleicht, dass sie sich um ihre Tochter kümmert und beruflich viel zu tun hat. Irgendwie klar, oder?

Mit "Näher Zu Mir" liefert die Rapperin einen weiteren Beweis für die textliche Armut. "Kommst du nicht näher zu mir, komm ich halt näher zu dir / Wir haben doch nichts zu verlieren, was soll denn schon passieren?" Loredana versucht nicht mal, einen Hauch von Spannung in ihre Lyrics einzubauen.

Die Beats von Miksu und Macloud sind allesamt flott und gehen gut nach vorne ("Easy", "Kein Hunger"), die Hooks bleiben mit ihren konstruierten Pop-Melodien irgendwie im Gedächtnis. Insgesamt ziehen die zwölf Songs, von denen es keiner auf eine Minutenlänge von drei schafft, aber so schnell an einem vorüber, dass man den Gedanken nicht los wird, man habe hier ein mittelmäßiges Mixtape vor sich liegen.

Keiner der Tracks stört so richtig, aber auch keiner zeichnet sich übertrieben aus. Loredana serviert reinstes Fast Food für ihre Fans. "Medusa" wäre die perfekte Musik für die Clubs. Nur leider haben die schon seit geraumer Zeit geschlossen.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. King Lori
  3. 3. Checka ft. Delara
  4. 4. Easy
  5. 5. Rockstar
  6. 6. Näher Zu Mir
  7. 7. Kein Hunger ft. Ufo361
  8. 8. Gangster
  9. 9. Uh Uh
  10. 10. Alles Egal
  11. 11. Geht Schon
  12. 12. Tut Mir Nicht Leid

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20 Kommentare mit 25 Antworten

  • Vor 2 Monaten

    1/5 Schmutz für die Mülltonne. Wer sowas hört ist nicht mehr zu retten.

  • Vor 2 Monaten

    Bringt dem Genre aktuell irrsinnig viel, dass Frauen a) präsenter sind und b) wesentlich mehr Erfolg haben, wenn sie im Grunde dieselbe inhaltsleere Scheiße wie ihre männlichen Kollegen runterbeten und die restlichen Tracks über Fame, Markennamen etc. dagegen schon wie deepe Poesie anmuten. Immerhin: die Schlange ist als Cover-Symbol wirklich passend gewählt.

  • Vor 2 Monaten

    Widerlich, wie sie sich selbst in der Opferrolle als ach so arme alleinerziehende Mutter stellt, während sie ihre Enkeltrick-Abzockerei bagatellisiert. Zum Kotzen, ungehört -1/5. Hoffe, die und ihre Teenie-Fans verschwinden bald mit.