laut.de-Kritik

Frequenzkastrierte Synthetik-Produkte im Demostadium.

Review von

Ok, diese Abzocke heißt zur Abwechslung mal nicht Best-Of, Live oder previously unreleased, sondern warnt sinnigerweise mit dem Ausschusswaren-Zertifikat "Demo". Doch wahrlich true wirkt nur, was auch ein "Underground" im Titel trägt.

Sind Linkin Park Profilneurotiker, die für jeden im entferntesten an Musik erinnernden Pups Aufmerksamkeit brauchen? Oder wollen die Ex-Nu-Metal-Kings um Chester Bennington und Mike Shinoda ihre frequenzkastrierten Synthetik-Produkte in einer im Demostadium für jeden interessierten Fan nachvollziehbaren Hinführung zum endgültigen Hit-Produkt präsentieren?

Wohl eher nicht. Dies ist eine Mogelpackung par excellence. Ökonomische Interessen sollten für die Multimillionäre aus Los Angeles eigentlich kein Antrieb mehr sein, doch mittels Hype und Promotion wird dieser lieblos zusammengestellte Flickenteppich den Weg in unzählige Kinderzimmer finden.

Das musikalische Grundgerüst dieser Underground-Versionen lässt direkt Rückschlüsse auf das Original zu. Wer sich trotzdem noch unsicher fühlt, kann gerne im Booklet nachschauen. Auf stilistische Änderungen verzichtet die Band gänzlich. Abweichungen findet der Hörer bei einigen Melodie- bzw. Textfragmenten (wenn denn gesungen wird).

Auch Arrangements-Variationen fallen nicht wirklich ins Gewicht, entstammen die Songstrukturen doch allesamt der Montageanleitung für Fließbandmusik. Die annehmbar ins Ohr hüpfende Pop-Nummer "Breaking The Habbit" etwa wird, ausgehend vom obligaten Synthie-Beat, in der Demo-Fassung ohne Gesang und klangfarbliche Tupfer wie den Single-Note-Gitarren auf dem Schrottplatz der Industrial-Sounds missbraucht, zerlegt und entsorgt.

Dass die Blechbüchsen-Mucke wie prädestiniert für die "Transformers"-Filme scheint, kommt nicht von ungefähr, hört man sich den Großteil dieser CD an. Und die Transformation des immerselben Materials in neu-etikettierte Kontexte dürfte am Ende wohl die Essenz der "Hybrid Theory" sein ... und verzichtbar!

Trackliste

  1. 1. A-Six [Original Long Version 2002]
  2. 2. Faint [Demo 2002]
  3. 3. Sad ["By Myself" Demo 1999]
  4. 4. Fear ["Leave Out All The Rest" Demo 2006]
  5. 5. Figure.09 [Demo 2002]
  6. 6. Stick And Move ["Runaway" Demo 1998]
  7. 7. Across The Line [Unreleased Demo 2007]
  8. 8. Drawing ["Breaking The Habit" Demo 2002]
  9. 9. Drum Song ["Little Things Give You Away" Demo 2006]

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13 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    So langsam find ich es auch etwas lächerlich bei drei Studio-Alben eine so große Liste von Veröffentlichungen zu haben. Auch wenn ich die Remixe etc genauso wie die letztendlichen Aufnahmen echt super finde, werde ich mir aus Protest gegen den Kommerz (Revolution ;-) die Platte nicht kaufen!

  • Vor 8 Jahren

    ich finde, man kann das nicht wie ein album bewerten, diese "underground" eps kommen ja jedes jahr für die mitglieder im fanclub raus?

  • Vor 8 Jahren

    es handelt sich doch hier nur um eine underground CD, die eigentlich für den Fanclub ist. ich verstehe nicht warum dass hier bewertet wird, die restlichen underground cd's wurden ja hier auch nicht bewertet?!un dann in die kategorie pop?! sicherlich für die vermarktung trifft das voll und ganz zu, dennoch, sollte die musik die darauf enthalten ist nicht das genre vorgeben? es sind hier nämlich neben pop-tracks auch zahlreiche nu-metal songs enthalten.

    für den fan is der wert dieser scheibe hoch, für den aussenstehenden ganz un gar nicht. deswegen is es nicht nahcvollziehbar warum die platte außerhalb des fanclubs angeboten wird?
    es ist schade, dass bei einer band nicht mehr die musik sondern das produkt bewertet wird. in diesem fall ist linkin park mit der kommerzgeilen übervermarktung selbst verantwortlich dafür ein produkt zu sein. die kritik ist daher angemessen.