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laut.de-Biographie

Keimzeit

Keimzeit - eine Band, eine Familie. Ganz normale Menschen mit einer Leidenschaft für die Musik. Keimzeit - eine langjährig erprobte Liveformation, die sich mit Studioproduktionen ihre eigenen Herausforderungen schafft.

Konzertbericht: Tom Liwa schreibt über Keimzeit Aktuelle News
Konzertbericht Tom Liwa schreibt über Keimzeit
Der Flowerpornoes-Songwriter und "westsozialisierte Old School-Hipster" besuchte für uns ein Konzert des Ostrock-Phänomens.

Im Jahr 1982 wohnt die musikalische Familie Leisegang in der Nähe von Potsdam (Lütte) und spielt bereits auf Familienfesten. Kurzerhand entschließen vier Familienmitglieder, sich als Band zu versuchen. Ihr Name: Keimzeit. Die Besetzung: Roland Leisegang (Schlagzeug), Hartmut (Bass), Norbert (Gesang/Gitarre) und Marion Leisegang, ebenso Gesang. Die Besetzung der Formation ändert sich im Laufe der Jahre einige Male.

Zunächst beschränkt sich dieser Erfolg auf Ost-Deutschland. Auch als sie nach der Maueröffnung beginnen, Schallplatten zu produzieren, werden ihre Songs in den alten Bundesländern kaum gespielt. In den neuen Bundesländer wächst die Begeisterung für die Band jedoch über die Jahre und vor allem nach den Wendewirren sind Keimzeit eine der Identität stiftenden ostdeutschen Gruppen, die in ihrer Heimat gefeiert werden. Diverse Konzerte folgen, die Formation tourt beinahe nonstop. 1997 gelingt es den Keimzeitmusikern nach unzähligen Telefonaten und Treffen, ihren Wunschproduzenten Frank Plasa für das Album "Im magnetischen Feld" zu verpflichten. Die Aufnahmen finden in Brüssel statt und Frank Plasa gelingt es durch sehr unterschiedliche Arbeitsmethoden, jeden Einzelnen noch zu verbessern.

Keimzeit erlebt in dieser Zeit musikalische Quantensprünge, die auf der im Frühling 1998 erscheinenden Singleauskopplung "Comic Helden" hörbar werden. Im Potsdamer Lindenpark wird die Band Stammgast, 1999 sind beinahe alle Konzerte ausverkauft. "Im Elektromagnetischen Feld" erscheint und steigt auf Platz 32 der deutschen LP-Charts. Ein großer Erfolg für die ostdeutschen Musiker. Eine neue Herausforderung bietet das "Highfield"-Festival in der Nähe von Erfurt. Bei dem 45-minütigen Auftritt beweist die Truppe, dass sie auch Publikum und Konzertveranstalter im Rahmen einer solchen Veranstaltung begeistern kann.

Norbert (voc), Harmut (bs) und Roland (dr) sind die im Jahre 2002 noch übrig gebliebenen "Leisegänger", Urlich Sende (git), Andreas Sperling (key) und Ralf Benschu (sax) ergänzen als Nichtfamilienmitglieder das Line Up. Anfang des Jahres nehmen Keimzeit ohne Plattenvertrag mit dem Produzenten Peter Schmidt ein neues Album in Eigenregie auf. "1000 Leute Wie Ich" erscheint im September auf dem Kölner Label pirate-records.

Zunehmend setzt die Formation auf zeitgemäße Rock-Klänge. Dadurch wenden sich Fans aus dem DDR-Blues-Rock- und Ostrock-Lager von ihr ab. Dafür macht sie sich für eine jüngere Zielgruppe interessant. Trotzdem verlässt Ulrich Sende sie 2003 wegen ihrer Neuausrichtung. Dafür findet sie mit Rudi Feuerbach schnell Ersatz. 2005 folgt schließlich mit "Privates Kino" der nächste Longplayer. Zu dieser Zeit haben die einzelnen Mitglieder auch Soloprojekte am Start. Für das Live-Album "Mensch Meier" von 2006 drückt dann erstmalig Jürgen Block die Knöpfe. Ein Jahr später feiern Keimzeit mit einer Deutschlandtournee ihr 25-jähriges Bestehen, bei der sie unter anderem mit sämtlichen Ex-Musikern vor 5.000 Zuschauern im Hof der Berliner Kulturbrauerei spielen.

Danach brechen sie zu neuen Ufern auf. So begeben sie sich 2008 nach Andalusien, um an einer neuen Platte zu arbeiten. Weiterhin heben sie ein eigenes Label mit angeschlossenem Verlag namens Comic Helden aus der Taufe. Kurz nach den Aufnahmen zu "Stabile Währung Liebe", das 2009 heraus kommt und von prägnanten Bläsersätzen lebt, wirft Ralf Benschu wegen künstlerischen und privaten Meinungsverschiedenheiten das Handtuch. Im Anschluss geht es wieder einmal auf Konzertreise, in deren Rahmen die Band erstmals bei einer Koggenfahrt auf der Kogge Wissemara während der Rostocker Hansesail auftritt. Seitdem sieht man sie jedes Jahr dort. Zum Neujahrsbeginn bestreitet sie einen Gig vor über 80.000 Zuschauern bei Leuchtturm in Flammen in Warnemünde unter dem Motto "Land In Sicht". So lautet ebenfalls der Name ihrer Werkschau, die sie im gleichen Jahr veröffentlicht.

Keimzeit - Das Schloss
Keimzeit Das Schloss
Musik und Text als harmonische Einheit.
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Als Nächstes kommt es zur Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg. Die Songs der Formation arrangiert man dabei für ein gemeinsames Radiokonzert für eine größere Besetzung um. Die führen sie 2011 auf mehreren Bühnen in Berlin und Brandenburg auf. Das nächste Keimzeit-Studio-Album "Kolumbus" entsteht schließlich wieder in Spanien. Kurz nach der Rückkehr kehrt Rudi Feuerbach der Truppe den Rücken. Lars Kutschke und Martin Weigel übernehmen von nun an den Part an der Gitarre. Die Platte erscheint im April 2012. Neben Jazz-Trompeter Sebastian Piskorz gewinnen sie im selben Jahr auch Martin Weigel als festes Bandmitglied. Mit diesen frischen motivierten Kräften im Gepäck geben Norbert Leisegang & Co. zum 30-jährigen Jubiläum mehr als 50 Live-Gigs, die nicht nur in Deutschland stattfinden, wie das 2013 erschienene Werk "Midtsommer" mit dem Keimzeit Akustik Quintett beweist, aufgenommen während eines Auftritts im norwegischen Ålesund.

Zuvor dreht sich das Besetzungskarussel munter weiter: statt Roland Leisegang schwingt Lin Dittmann die Sticks. Ende des Jahres stehen weitere Aufnahmen mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg an, die auf "Zusammen" zu hören sind. Die CD erscheint im April 2014. Im Herbst werkelt die Band an einem weiteren Studioalbum ("Auf Einem Esel Ins All" (2015)), für das dieses Mal Andreas Sperling hinter den Reglern sitzt, und spielt außerdem anlässlich eines Ballettstückes mit dem Namen KeimZeit zum ersten Mal in Gera in einem Theater.

2016 bestreiten sie im Bergwerk "Glückauf" in Sondershausen, dem tiefst gelegenen Konzertsaal der Welt, einen Auftritt. Dort gastieren sie von nun an jedes Jahr. Zudem reist das Keimzeit Akustik Quintett nach Malta, um ein neues Werk zu realisieren, das schlussendlich unter dem Namen "Albertine" heraus kommt. 2017 folgt anlässlich des 35-jährigen Bühnen-Jubiläums eine große Tournee. 2018 warten die ostdeutschen Musiker mit einem Live-Set auf, das sich zum Großteil aus Songs ihres Debüts "Irrenhaus" zusammensetzt. Die Scheibe veröffentlichen sie ebenfalls neu. 2019 erscheint mit "Das Schloss" ein weiteres Studioalbum, für das ihnen sogar Produzentenlegende Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic, AnnenMayKantereit) unter die Arme greift. Nicht mehr am Start ist Lars Kutschke. Der konzentriert sich vermehrt auf seine Solokarriere im Jazz-Bereich.

Keimzeit zeichnet sich vor allem aufgrund ihrer Livepräsenz und Fannähe aus. Dennoch haben die Musiker keine Berührungsängste davor, etwas Neues auszuprobieren. Stillstand existiert nicht. Vor allem deswegen erschließt sie sich nach und nach neuen Hörerschichten. Ostrocker, Pop-Hörer sowie Klassik- und Ballett-Liebhaber können sich demzufolge gleichermaßen auf sie einigen.

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