laut.de-Kritik

Technoide Mills-Grooves für die Bilder Buster Keatons.

Review von

An den Plattenspielern hat es Jeff Mills längst zur Meisterschaft mit Ehrenauszeichnung gebracht. Wer noch eines letzten Beweises bedarf, dem sei die letzte DVD-Veröffentlichung von Mills mit dem Titel "Exhibitionist" wärmstens empfohlen. The Wizard nannten ihn seine Kollegen aus Detroit deshalb schon vor Jahren anerkennend. Mit der aktuellen DVD "Three Ages" baut Mills aus, was mit "Metropolis" bereits angelegt war.

Auch bei "Three Ages" folgt Mills seiner Leidenschaft für Schwarz-Weiß-Filme und schreibt dem ersten abendfüllenden Bustor Keaton-Film, wie seinerzeit auch Fritz Langs apokalyptischem Science Fiction-Epos "Metropolis", einen elektronischen Soundtrack auf den Leib. Große Verbesserung im Vergleich zu "Metropolis", das lediglich als CD erschienen war: "Three Ages" kommt als Doppelpack. Einmal die DVD samt Soundtrack, Interview und filmischen Remixen. Einmal die CD mit dem Soundtrack.

In den USA und Japan seit letzten Herbst erhältlich, hat sich nun glücklicherweise auch für Europa ein Vertrieb gefunden, so dass der ausgesprochene Cineast und begnadete Produzent Jeff Mills seine Fans auch hierzulande mit "Three Ages" erfreuen kann. Einen ersten Appetizer hielt uns Mills schon in Form der "Three Ages"-Maxis unter die Nase. Wem das Wasser da schon im Munde zusammen lief, dem wird das volle Menü mit Film, Soundtrack und einigen Bonusfeatures zum Dessert sicher bestens munden.

Zu Beginn gibt sich Jeff Mills konventionell, untermalt die Bilder Keatons mit technoiden Grooves. Die geben sich, den drei Epochen Steinzeit, Römisches Reich und Jetzt-Zeit entsprechend, anfangs eher einfach und grobschlächtig, dann dominant und wuchtig, schließlich verspielt und vielschichtig. Die musikalische Reflektion des filmischen Geschehens passt zwar nicht immer zu 100 Prozent zur Darbietung auf der Leinwand, rückt aber den Film atmosphärisch in ein neues Licht.

In der Bonussektion lebt Mills dann auf. Während bei "Three Ages" die Musik den Bildern folgt, tänzeln bei der anschließenden Remixsession die bearbeiteten Bilder zu den Tracks von Mills. Mit zwei DVD-Playern und einem Videomixer ausgestattet, lässt der Produzent seinen Blick hier in die Zukunft schweifen. Die Bilder müssen sich dem Ton unterordnen, hüpfen vor und zurück, brechen in Fraktale auseinander, um sich schließlich wieder zu einem Ganzen zusammenzusetzen. Ein Interview mit dem stets bescheiden und sympathisch auftretenden Mills rundet die gelungene Synthese von klassischem Film und moderner Produktionstechnik auf "Three Ages" ab.

Trackliste

CD

  1. 1. Daylight
  2. 2. Keaton's Theme
  3. 3. Roman Age
  4. 4. Present Age
  5. 5. Jealous Lovers
  6. 6. The Serenade
  7. 7. A Day In The Life Of A Day
  8. 8. Before The Storm
  9. 9. Dagma
  10. 10. The Meaning Of Everything
  11. 11. The Only Way Out
  12. 12. The Meaning Of Everything (Keaton's Family Mix)

DVD

  1. 1. Three Ages - The Movie
  2. 2. Video Remixes Of Three Ages
  3. 3. Interview
  4. 4. Making Of

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