laut.de-Kritik

Frau am Herd? Frank Black holt sie ins Aufnahmestudio.

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Eigentlich hätte man es sich ja denken können: Irgendwann hat Eigenbrötler Frank Black nicht einmal mehr Lust auf seine Folk- und Country-Brüder, mit denen er die letzten Jahre aufopferungsvoll Soloalbum um Soloalbum veröffentlichte.

Irgendwann bleibt nur noch er selbst übrig. Genauer gesagt: er und seine Ehefrau Violet Clark, mit der Black nicht nur Tisch und Bett, sondern neuerdings auch den Proberaum teilt.

Dies treibt mitunter bunte Blüten, etwa wenn der alte Mann des Screamo-Indies in "Lovesick" seiner besseren Hälfte "What are you wearing?" zuraunt und diese lachend "I don't know" erwidert. Oder kurbelt hier die seltene Kollaboration eines musizierenden Ehepaars nur die Fantasie des Hörers an? Jedenfalls dürfte Clark mit den Worten "Hey muscle bear / i love your hair" in "Volcano!" kaum ihren Franky meinen.

Man muss der Musikerin, die auch schon auf Blacks 2008er EP "Svn Fngrs" und einigen Soloalben mit von der Partie war, allerdings zugute halten, ihrem alten Business-Hasen eine ordentliche Frischzellenkur verpasst zu haben. Wohl niemand außer ihr hätte Black dazu bringen können, die synthetischen 80er Jahre in seinen Sound zu integrieren, die er seinerzeit mit großem Erfolg bekämpfte.

So ist "Petits Fours" eine Art Hybrid aus Clarks 80er New Wave-Vorlieben und Blacks Trademark-Songwriting geworden, welches zum Glück auch immer wieder aufblitzt, bis auf den Totalausfall "Ermesinde", den aber auch wieder beide verbrochen haben.

Der Platz hinterm Mikrofon wird selbstverständlich auch partnerschaftlich geteilt. Das keyboardlastige Indie-Popstück "Lovesick" übernimmt Clark quasi allein, bei den herausragenden, von Black übernommenen Songs "Fort Wayne" und "Seeing Stars" sorgt sie für eine kühle Frische, als hätte man in Blacks muffigem Singer/Songwriter-Studio einfach mal das Fenster geöffnet.

Nichts gegen Blacks Folk-Platten, aber eine Basslinie wie die in "Lovesick" hätte man allenfalls noch auf dem von Myriaden Fans erträumten Pixies-Reunion-Album erwartet (was übrigens nicht geplant ist, wie Frank kürzlich abermals betonte). Violet Clark wird es nicht gern hören, aber gerade ihr subtiler (weiblicher) Backgroundgesang sorgt in manchen Momenten für wohlige Schauer beim nostalgischen Pixies-Verehrer. Was natürlich als Kompliment verstanden werden soll, ihre Herangehensweise ist ohnehin eine gänzlich andere als die von Kim Deal.

In der zweiten Album-Hälfte lässt die forsche Intensität des Beginns etwas nach, was aber nichts am Gelingen des Projekts ändert. Grand Duchy heißt übrigens Großherzogtum. The Black Familiy Empire war den beiden sicher zu peinlich.

Trackliste

  1. 1. Come On Over To My House
  2. 2. Lovesick
  3. 3. Fort Wayne
  4. 4. Seeing Stars
  5. 5. Black Suit
  6. 6. The Long Song
  7. 7. Break The Angels
  8. 8. Ermesinde
  9. 9. Volcano!

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