laut.de-Kritik

Die Pop-Punk-Yuppies geben wieder Vollgas.

Review von

Kurz nach ihren Aufnahmen für das Comeback-Album ging den Herren um Patrick Stump scheinbar doch ein wenig die Muffe. Kann man ein Album wirklich "Save Rock And Roll" nennen und dann solch einen massentauglichen Mumpitz draufpacken?

Die Band schließt sich also zusammen mit Ryan Adams für zwei Tage in den Räumen der Pax Am-Studios ein. Während dieser Zeit erinnern sich die Verantwortlichen bei Wasser und Brot an die guten alten Zeiten, in denen im bandeigenen Proberaum noch Platten von Misfits, Black Flag, Descendents und Dag Nasty auf Rotation liefen.

Und so scheppern Patrick Stump und Co einfach mal wie wild drauf los und stampfen ein fünfzehnminütiges Punkrock-Paket aus dem Boden, das den vorangegangenen Band-Veröffentlichungen in punkto Durchschlagskraft und Energie um Längen voraus ist. Freunde der jüngeren Band-Vergangenheit werden hier ganz schön mit den Ohren schlackern – so viel ist sicher.

Insgesamt achtmal lassen es die erfolgsverwöhnten Pop-Punk-Yuppies so richtig krachen. Den Anfang macht "We Were Doomed From The Start", ein eineinhalbminütiges Krawallo-Brett, das mit dreckigen Stakkato-Gitarren an die Frühwerke eines Danko Jones erinnert. Es folgt die Jello Biafra-Hommage "Art Of Keeping Up Disappearances". Hier treffen kratzige Garage-Klampfen auf trockene Hinterhof-Drums. Dabei wird weitaus mehr Staub aufgewirbelt, als bei so manch dreimal so langem Breitwand-Punk-Track der Neuzeit. Short but sharp heißt die Devise.

Das anschließende "Hot To The Touch, Cold On The Inside" fegt mit doppelter Schlagzahl ums Karree. Mit reichlich Saft im Getriebe huldigt die Band ihren HC-Punkrock-Heroen der Vergangenheit. Da klatscht Ryan Adams im Hintergrund begeistert in die Hände und animiert obendrein noch zum Hymnen-Singalong.

Einmal im Geschwindigkeitsrausch, legt das wie entfesselt aufspielende Quartett mit dem ultraschnellen "Love, Sex, Death" und der nicht minder flotten Psycho-Klatsche "Eternal Summer" unermüdlich nach, ehe die beiden Sound-Kellerasseln "Demigods" und "American Made", sowie das abermals nach Massenpogo schreiende "Caffeine Cold" nach sage und schreibe 13 Minuten und 19 Sekunden den Sack zumachen.

Zeit zum Durchatmen, bevor sich der Hintern vom Stuhl erhebt und das Haupt anerkennend zu Nicken beginnt. Auch wenn die eingangs beschriebenen Selbstzweifel wahrscheinlich nie eingetreten sind, bleibt dennoch festzuhalten, dass "Pax Am Days" weit mehr Rettungspotenzial besitzt, als das im April erschienen Full-Length-Produkt. Soll noch mal einer behaupten, die vier Jungs aus Illinois können nicht mehr richtig rocken.

Trackliste

  1. 1. We Were Doomed From The Start
  2. 2. Art Of Keeping Up Disappearances
  3. 3. Hot To The Touch, Cold On The Inside
  4. 4. Love, Sex, Death
  5. 5. Eternal Summer
  6. 6. Demigods
  7. 7. American Made
  8. 8. Caffeine Cold

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10 Kommentare mit 6 Antworten

  • Vor 6 Jahren

    "Die erfolgsverwöhnten Pop-Punk-Yuppies..."
    Wo haben sie eigentlich ihre Lizenz als Musik-Kritiker gewonnen? Ich habe das Gefühl, niemand auuf dieser Seite hat gelernt, wie man eine vernünftige Rezension schreibt (nämlich unvoreingenommen, rational und am Ende mit eigener Meinung) Ich wette der Kritiker hat nicht ein einziges mal sich ein Interview oder ein Video der Band angesehen, um seine merkwürdige These stützen zu können. Sollte derjenige dies tatsächlich lesen (Ich sehe ganz selten Reaktionen der Autoren auf kritische Kommentare hier auf Laut.de) Darf er sich ja gerne an der Diskussion beteiligen, ich würde mich freuen

    • Vor 6 Jahren

      oh, ich saß sogar schon mal mit herrn stump für ne halbe stunde im hauseigenen kino (!) des berliner soho-clubs zusammen. der rest der band stand für "online-interviews" leider nicht zur verfügung...;-)

  • Vor 6 Jahren

    Ich lass es grad mal durchlaufen. Den (vorsichtigen) Vergleich mit den frühen Hellacopters kann man schon in den Raum stellen, wobei meine erste Assoziation Bad Religion wären. Im Vergleich zu den jüngsten Alben schon ne nette Abwechslung, aber ich bin da eher auf Dragnets Seite. Ist für mich ne Proberaum-Session ohne großen Mehrwert; die breiige Produktion würde ich mir nicht viel länger, als die gegebenen 13 Minuten geben wollen. Könnte genau so von ner Schülerband eingespielt worden sein, die sich ein wenig zu sehr an die Fersen ihrer Vorbilder heften (*däng däng däng däng! ... TIMMÄÄÄH!*).
    Mit Wohlwollen sind's bei mir 2,5/5.

    • Vor 6 Jahren

      wenn du bad religion zu How Could Hell Be Any Worse? zeiten meinst, kommt des scho einigermaßen hin, ansonsten meiner meinung nach eher net.kann halt nur die ep beurteilen,ist zwar nicht der ganz grosse rock &roll, gefällt mir aber wider erwarten ganz gut.geschmäcker sind halt verschieden.so 3,5 von 5 würd ich dann scho geben,da der vorletzte song dem rest bissi hinterherkrückt

  • Vor 6 Jahren

    Allein der Anfang von ,, We Were Doomed From The Start " hat mich zerrissen. Die restlichen Songs sind ebenfalls große klasse ! Mein Liebling ist jedoch ,, Caffeine Cold " ... muss man sich rein ziehen !