laut.de-Kritik

La-La-Metal für den Volksmusikgarten.

Review von

Als ausgesprochenen Engel-Fan konnte man mich noch nie bezeichnen. Da spielt es auch keine Rolle, ob man nun über die Schwedentruppe oder das himmlische Federvieh spricht (und JA, ich weiß wo mein Vorname herkommt ...). Die Flattermänner kratzen mich nach wie vor nicht die Bohne, und auch die Schweden-Hüpfer reißen mich weiterhin kaum zu Begeisterungsstürmen hin.

Der Auftritt der Kajal-Fuzzis auf dem letztjährigen Summer Breeze war alles andere als mitreißend, ließ aber immerhin den Schluss zu, dass sie quasi die gleiche Fanschicht bedienen wie die auf dem selben Festival spielenden Sonic Syndicate. Fehlt eigentlich nur noch die optische Hosenverhärtung in Form von Sonic Syndicate-Bassistin Karin Axelsson. Das scheint sich auch Fronter Mangan Klavborn gedacht zu haben und trällert bei Songs wie "Question Your Place" oder "In Darkness" in einer Stimmlage daher, die ich als durchaus feminin bezeichnen würde.

Macht ja nix, gibt ja im Metal zahlreiche Sänger, die eher wie ne Braut klingen, aussehen, oder mittlerweile sogar eine werden ... Außerdem ist der Einstieg mit "Question Your Place" zwar mit nervigem, elektronischen Geblubber zugemüllt, fängt in Sachen Riffs aber recht verheißungsvoll an. Es hat tatsächlich den Anschein, als würden Engel auf die Durchschlagskraft ihres exzellenten Gitarrenteams Niclas Engelin und Marcus Sunesson setzen.

"Frontline" pflügt zwar deutlich durch eine In Flames-Schneise, doch die Nummer hat ordentlich Power und verzichtet weitgehend auf unnötige Keyboards. Simpel, mit Power, Elan und Spielfreude auf die Nuss. In der Art dürfte es gern etwas mehr sein, und "Numb" oder der Titeltrack deuten das auch nochmals an. Allerdings gibt es zwischendrin immer verhältnismäßig viel Material, das auf eine harte Probe stellt.

Dass Engel mit "One Good Thing" ne waschechte Emo-Ballade mit an Bord haben, ist bei der Affinität zum Kajal noch irgendwo verständlich. Aber während Sachen wie "Feel Afraid" oder "In Darkness" endgültig in der Lala-Ecke liegen, in der In Flames mittlerweile dümpeln, wäre der Chorus von "Drama Queen" sogar im Volksmusikgarten nur schwer zu ertragen.

Wer also was mit Sonic Syndicate und Konsorten anfangen kann, ist bei Engel nach wie vor richtig. Wem allerdings ne Ader am Hals platzt, wenn man so was noch als melodischen Death Metal bezeichnet, der sollte sich ein cholesterinfreies Brötchen schmieren und die Finger von der Scheibe lassen.

Trackliste

  1. 1. Question Your Place
  2. 2. Frontline
  3. 3. Feel Afraid
  4. 4. Numb
  5. 5. Cash King
  6. 6. One Good Thing
  7. 7. Blood Of Saints
  8. 8. Down To Nothing
  9. 9. Drama Queen
  10. 10. In Darkness
  11. 11. Journeys End

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