laut.de-Kritik

Neues Label, altes Glück.

Review von

Auf der letzten Tour mit Stuck Mojo hat der gute Zoltàn von der Bühne aus recht unfreundliche Worte für sein altes Label Nuclear Blast und deren Cheffe Markus Staiger übriggehabt. Wenig verwunderlich also, dass "What Doesn't Kill Me ..." nicht bei den Donzdorfern, sondern über AFM Records erscheint. Außer dem Label hat sich bei Ektomorf aber nicht viel verändert.

Nach wie vor werden die Kritiker der Ungarn von einer weitgehenden Kopie alter Sepultura und Soulfly sprechen. Den Fans hingegen wird das vollkommen zu Recht scheißegal sein, schließlich grooven die Songs von vorne bis hinten, während Zoltàn sich seine simplen, eingängigen Parolen mit jeder Menge Herzblut von der Seele kotzt.

Ein wenig nervig ist allein die Tatsache, dass der Kerl sich in Großbuchstaben "OPFER" auf die Stirn schreibt und sich in bester Onkelz-Manier gern in der Underdog-Rolle sieht. Ich wage nicht zu beurteilen, wie das in seinem Heimatland mit dem Rassismus gegenüber Zigeunern tatsächlich ist. Aber so langsam hat man doch das Gefühl, dass da mehr und mehr Paranoia mitspielt.

Aber auch das soll eigentlich nicht weiter stören, solange diese Emotionen Antrieb zu Groovemonstern wie "Nothing Left", "Love And Live" oder "New Life" geben. Richtig schleppend wird es sogar mit "I Can See You". Nur "Revenge To All" bricht eine Spurbreit ins Gegenteil aus und macht Tempo. Dadurch lässt sich eine gewisse Monotonie nicht vermeiden, zumal die Jungs eigentlich noch nie über eine Oktave hinaus musiziert haben.

Abwechslung bringen sie dennoch mit dem ein wenig elektronisch aufgepeppten und leicht an eine Combo wie Deathstars erinnernden "I Got It All", oder auch mit "Sick Of It All", bei dem ihnen Lord Nelson von Stuck Mojo mit ein paar Raps unter die Arme greift. Soundtechnisch hat Tue Madsen (Raunchy, Mercenary, The Haunted) wieder mal ganze Arbeit geleistet. Die Gitarren sind breit und fett ohne Ende, der Bass grummel gut - allein am Drumsound könnten sich die Geister scheiden.

Ektomorf wird's egal sein. Live sind sie selbst mit so ultrasimplen Sachen wie "Scream" 100% auf der sicheren Seite. Der kurze Ausflug in die eigene Gipsy-Vergangenheit wertet den Song jedenfalls nochmal auf.

Trackliste

  1. 1. Rat War
  2. 2. Nothing Left
  3. 3. What Dosen't Kill Me ...
  4. 4. Revenge To All
  5. 5. Love And Live
  6. 6. I Can See You
  7. 7. I Got It All
  8. 8. New Life
  9. 9. Sick Of It All
  10. 10. It's Up To You
  11. 11. Envy
  12. 12. Scream
  13. 13. Breed The Fire

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LAUT.DE-PORTRÄT Ektomorf

Was, bitte schön, geht denn in Ungarn, mag man sich als international interessierter Metaller fragen - und prinzipiell auch mit Recht. Dass die Ungarn …

6 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    Klingt immer noch wie n Soulfly-Abklatsch.

  • Vor 10 Jahren

    **********************************************************
    akin-Pressedienst.
    Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 24. Februar 2009; 17:03
    **********************************************************

    Ungarn:

    > Buergerkrieg von rechts

    In Ungarn sind erneut zwei Roma ermordet worden. Ein Mann und sein
    kleiner Sohn wurden erschossen, als sie aus ihrem brennenden Haus
    fluechteten. Das Attentat steht in einer Reihe mit mehreren toedlichen
    Uebergriffen gegen Angehoerige der Minderheit, die sich seit der
    Gruendung der "Ungarischen Garde" gehaeuft haben.

    Ja, ne scheiss Paranoia, ne?

  • Vor 10 Jahren

    hab mich so aufs neue album gefreut und dann so was, richtig langweilig werds mir ned kaufen liegt vielleicht daran dass auch csaba weg is

  • Vor 10 Jahren

    @Michael Edele («
    Ein wenig nervig ist allein die Tatsache, dass der Kerl sich in Großbuchstaben "OPFER" auf die Stirn schreibt und sich in bester Onkelz-Manier gern in der Underdog-Rolle sieht. Ich wage nicht zu beurteilen, wie das in seinem Heimatland mit dem Rassismus gegenüber Zigeunern tatsächlich ist. Aber so langsam hat man doch das Gefühl, dass da mehr und mehr Paranoia mitspielt. »):

    Völlig paranoid ist es insofern, als dass - trotz der zahlreicher Medienberichte über politische Tumulte oder der Gründung von "Bürgerwehren" - Ungarn innerhalb der EU (und weltweit sowieso) eines der sichersten und friedlichsten Länder ist. Kaum irgendwo ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer von Gewalt oder Diebstahl zu werden, so gering. Das gilt auch (und gerade) für Budapest. Egal welche Kriminalitätstatistik man zu Rate zieht. Das Anzeigeverhalten und die Aufklärungsrate mit eingerechnet. Die gefährlichsten EU-Länder sind seit Mitte dieses Jahrzehnts Dänemark (seltsamerweise), Estland, UK, Niiederlande und vor allem Irland.

    Umso beunruhigender ist das völlig irrationale Ableiten der Frustration über die ökonomische Misere der letzten Monate auf die Minderheiten. Die Ungarn haben über Jahre hinweg - gemessen an der Realökonomie - völlig über ihre Verhältnisse gelebt und lassen den Ärger über diese Wahrheit nun an anderen aus. Naja, das kennt man irgendwie. Dabei spielt paradoxerweise gerade die - verhältnismäßig - moderate Minderheitenpolitik der letzten Jahrzehnte eine gewisse Rolle. Anders als etwa in Rumänien kommen sich Roma und Ungarn überhaupt in nennenswerter Weise in die Quere.