9. Januar 2009

"Axl Rose ist ein Arschloch!"

Interview geführt von

Willst du das erste Interview des Tages mit Jesse Hughes?, fragt mich der Promoter ohne Anzeichen von Hintergedanken. Was für eine Frage.Den redefreudigsten Mann im Rock'n'Roll-Geschäft frisch und unverbraucht vor allen anderen Medien zu erwischen ist für den Musikjournalisten sowas wie das Ticket in den Teaser-Himmel. Die Faust ist schon oben, da schiebt der Promoter nach: Okay, du bist dann der erste am zweiten Interviewtag.

In der Tat hat Jesse Hughes seine Band Eagles Of Death Metal mit beißenden Boogie-Riffs, schnörkellosen Boy-desperately-wants-girl-Lyrics und signifikanter Gesichtsgarderobe zu einem Live-Magneten dies- und jenseits des Atlantiks reifen lassen, dem nun auch bei der Promo zum dritten Album "Heart On" (ab 16.01.) die gebührende Aufmerksamkeit zu Teil wird.

Wie vereinbart finde ich mich zu Rockstar-verträglicher Zeit um elf Uhr in einem Berliner Hotel ein, wo mich sein Manager nach erster Vertröstung ("Jesse braucht noch etwas") auch eine Viertelstunde später nicht abholt. Also klopfen der Labelkollege und ich einfach ungefragt an seiner Zimmertür. Drinnen Raunen: "Are you okay, man?", fragt der Band-Manager, worauf nur ein Johnny Cash-mäßiges Knurren folgt.

Als die Tür aufgeht, ist die gute Erinnerung an den braungebrannten und dauerfeixenden Jesse vom St. Gallen Open Air 2006 wie weggeblasen. Im Zimmer stehen ein leicht verunsicherter Manager und ein völlig derangierter Hughes, der mit TV-werbungstauglicher Fettsträhnenmatte und Augenringen so groß wie Kalifornien beeindruckt. Das Eis bricht er trotzdem so schnell wie eh und je: "Dude, where have you been all this time?", röhrt er mich an und fällt mir unter zweifelhaften Geruchsumständen um den Hals.

Kaum sind wir allein, verdrückt er sich ins Badezimmer: "Ich brauche noch etwas, machs dir bequem." Nach ein paar Minuten kommt er mit Sonnenbrille und einem Glas Cola samt Eiswürfeln wieder zurück und fläzt sich auf die einzige Couch des Zimmers. Man würde ihm zuliebe das Interview ja gerne abbrechen, aber man ist ja nicht (nur) zum Spaß hier.

Jesse, alles gut jetzt? Bist du bereit?

Superbereit.

Ist ja schon wieder zwei Jahre her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.

Wem sagst du das.

Es war 2006 auf dem St. Gallen Open Air nahe Zürich. Dort spielten auch Massive Attack und Wolfmother.

Fuck, das war das Open Air, auf dem ich Mimi zum ersten Mal gesehen habe.

Mimi?

Das ultimativ hübscheste Mädchen der ganzen Schweiz. Die mit dem superengen Kleid, weißt du nicht mehr?

Äh, nicht direkt.

Doch klar, sie hatte römische Sandalen an.

Hast du sie anschließend je wiedergesehen?

Klar, viele Male.

Es folgt ein maßgeblich vom Eiswürfeln-Zermalmen beeinträchtigter Nuschelbrei, aus dem einzig die Worte "Mimi" und "Lilly" auszumachen sind. Sehr wahrscheinlich fantasierte Jesse irgendeine Nettigkeit im Bezug auf seinen Manager zusammen, der just in diesem Moment zu uns stößt und meinem Gegenüber eine Schüssel Cornflakes - mit Eiswürfeln - hinstellt. Jesse sieht übel aus. Aber es hilft ja nichts. Mittlerweile ist es zehn nach elf und um halb kommt der nächste dran. Also los.

Jesse, heute ist der zweite Interviewtag in Deutschland, du gibst alleine hier insgesamt 22 Interviews. Fällt dir spontan eine Frage ein, die du bislang noch nicht beantworten musstest?

Ja: Wo gehts hier aufs Klo?

Aha. Und sonst immer wieder Fragen nach dem neuen Album, was?

Ja, egal. Leg los Baby, deine Fragen werden eh besser sein als alle anderen.

Würdest du mir zustimmen, dass "Heart On" weniger sexuell anzügliche Metaphern beinhaltet als die vergangenen Alben?

Nein. (Pause) Ja. (lacht) Sagen wir: Es enthält weniger offensichtlich anzügliche Passagen.

Die Kombination aus Müdigkeit und Cornflakes-Zufuhr gängelt die Sprüchekanone zusehends. Ich weiß mir keinen anderen Rat, als ihm erstmal für den erstklassigen "Brown Sugar"-Akkorddiebstahl im Opener "Anything But The Truth" zu gratulieren. Es macht offensichtlich keinen Sinn, jetzt schon die dringlichen Themen zu erörtern. Dann lieber eine Sache ansprechen, über die er selbst im Schlaf reden könnte: Josh Homme.

Interessanter Weise ist "Heart On" die Platte, an der Josh bislang am stärksten beteiligt war. Ich war diesmal nicht so sehr auf dem Rumdiktier-Trip, so dass er auch keine Grenzen vorfand. Das war nicht immer so. Früher addierte ich noch zwei und zwei, während er schon mit Physik hantierte. Hatte ich zwei und vier zusammen, machte er abstrakte Algebra.

Die neue Platte klingt insgesamt sauberer als die letzte. Hast du Josh ans Mischpult angekettet?

Ein Viertel der Platte habe ich produziert. "Wannabe In L.A.", "Secret Plans", "High Voltage", "Now I'm A Fool", das bin ich. Josh ist im Vertrag halt als Produzent eingetragen, daher bekommt er die ganzen Credits.

Habt ihr also eher separat gearbeitet?

Nein, das ist wirklich eine gleichberechtigte Sache gewesen. Wenn er nicht produzierte, komponierte er halt etwas. Er durfte diesmal einen ganzen Part für ein Stück schreiben. Ja, ich war sehr freigiebig diesmal.

War es der Song "Heart On"?

Nein, der Mittelteil von "Cheap Thrills" (singt): "I see red / with my back against the wall" - ein glasklarer Queens-Part.

Okay, ich hätte schwören können, es war der "Make Believe"-Mittelteil von "Heart On".

Nein, den "Make Believe"-Teil habe ich von Cheap Trick geklaut. Wenn dir auf der Platte noch andere Stellen bekannt vorkommen, kann das auch daran liegen, dass ich heimlich für andere Künstler komponiere. Hey, ich bin nicht erst seit gestern dabei.

Könntest du auch eine Platte ohne Josh veröffentlichen?

Hab ich doch schon zweimal .... Nein, darauf hätte ich gar keine Lust, denn dann wären es nicht mehr die Eagles Of Death Metal. Weißt du, auf diesen ganzen Eifersuchtsscheiß stehe ich nicht. Es ist wie es ist. Beim ersten Album versuchte Josh mich von allem Scheiß da draußen abzuschirmen. (gähnt mehrere Sekunden lang) Ich wusste nicht, was ich da tat, ich tat es einfach. Als würde ein Werwolf zum ersten Mal den Mond sehen. Ich verwandelte mich in ein Monster und hatte keine Ahnung warum.

Es klopft an der Tür. Jesse steht auf und öffnet einer Frau. Die beiden scheinen sich schon mal getroffen zu haben.

Jesse: Hey, was geht?

Frau: Oh entschuldige, aber ich dachte du wärst schon gegangen.

Jesse: Wie könnte ich gehen, ohne mich bei dir zu verabschieden? Nein nein, ich arbeite noch. Aber wie du siehst bin ich ein sehr gepflegtes Individuum. Ich hoffe, du klopfst noch mal bei mir an.

Die Frau lacht begeistert, Jesse wirft die Tür ins Schloss.

Ist das herrlich. Ich liebe deutsche Frauen, die etwas älter sind.

Wer war das?

Sie macht hier eine Schulung und dachte, ich wäre schon gegangen. Aber wir beide wissen ja: Eigentlich wollte sie nur schauen, ob ich alleine bin, so auf die Art imitiert sie mit hoher Stimme: Ooohh, ich wusste ja nicht, dass du noch da bist ... - Is ja gut, Baby, komm rein, zieh mir die Hose aus und los gehts.

Die neue Platte entstand wieder in Los Angeles. Ohnehin klingt die Single "Wannabe in L.A." wie eine Hommage an die Stadt. Ist es als eine Art Dankeschön an (die im Text erwähnten) Alan Johannes und Natasha Schneider und alle anderen Musiker zu verstehen, die dir damals halfen, ins Musikbiz einzusteigen?

Das kann man so sehen. Es ist ja verrückt: Hollywood, dieser verrückteste und künstlichste Ort der Welt, ist der Platz, an dem einige meiner besten Freunde leben, einige der besten Beispiele für Ehrlichkeit und Integrität, die ich je kennenlernen durfte. I love L.A. - aber Randy Newman hat leider vor mir einen Song mit diesem Titel veröffentlicht, also musste ich meinen abändern.

Du bist dem Sog der Stadt L.A. also noch nicht erlegen?

Nein, ich lebe in der Wüste.

Wo genau?

Also aufgepasst: 6542 ..... No. Mein Haus steht in Bermuda Dunes. Das ist zwischen Palm Desert und Coachella.

Shit, da wären wir fast gewesen. Letztes Jahr war ich mit Freunden in der Wüste unterwegs, fuhren durch Palm Springs und schliefen in 29 Palms.

Really? 29 Palms ist die High Desert. Wieso hast du nicht angerufen?

Ich habe deine Nummer nicht.

Das ändern wir gleich.

"Ich bin nicht so komplett zerschossen wie Little Richard"


Gern. Aber noch mal zum Musikbusiness: Viele deiner Kollegen beschweren sich gerne über die dunklen Seiten der Industrie, die Album-Tour-Album-Routine oder über schwache Album-Verkäufe. Du dagegen scheinst das alles noch so zu genießen als wäre es dein allererster Tag. Selbst in Interviews kommt es mir nicht so vor, als würdest du lieber etwas anderes machen. Außer heute vielleicht ...

Nö, ich profitiere ja von der kriminellen Seite des bösen Musikgeschäfts. Ich bin ihnen ausgeliefert.

Jesse greift nach einem Brötchen in Reichweite und will hineinbeißen. Er erstarrt: Das Brötchen ist hart wie Stein. Er klopft es zuerst an seinen, dann an meinen Kopf.

Wütend: Are they fucking joking? That's crazy!

Das war wohl etwas zu lang im Ofen.

Gibts das? Ich könnte jemanden töten mit dem Ding.

Ja, aber bitte nicht mich.

Hell no, baby.

Gut, es muss aber doch irgendetwas in diesem Geschäft geben, das dir nach vier Jahren auf die Nerven geht.

Weißt du, ich mache einfach nur was mir Spaß macht. Wenn mir mal irgendwas auf die Eier geht, breche ich es sofort ab.

Es geht dir also nicht auf die Eier, dass du heute und gestern zusammen genommen, 22 Interviews geben musst und meistens die selben Fragen gestellt bekommst?

Stimmt schon, ich muss den ganzen Tag über mich reden. Aber soll ich dir was sagen: Das würde ich ohnehin machen.

Wenn "Death By Sexy" euer "Appetite For Destruction" war, was ist "Heart On"?

Mein "Led Zeppelin IV". Oder nein .... mein Britney Spears "Gimme More".

Wieso nicht "Womanizer"?

"Womanizer" ist gut, aber "Gimme More" war auf diesem Wahnsinnsalbum drauf, "Blackout".

Jesse konzentriert sich auf eine Schüssel auf dem Tisch, in der Schokoladestäbchen drapiert sind.

Darf ich dir etwas anbieten? Wir hätten da ... El Cuador oder ... Puerto Cabello .. Edelvollmilk ...

Danke sehr, ich nehme Cuador.

Gute Wahl. Ich finde es schön, dass wir die Schokolade teilen.

Im Zuge eures Rauswurfs als Support der Guns N' Roses-Tour meintest du hinsichtlich des Pressewirbels, etwas Besseres hätte euch gar nicht passieren können. Vor allem eine Aussage von Dave Grohl hatte es dir angetan.

Richtig. Axl Rose nannte uns ja die Pigeons of shit metal ("Tauben des Scheißmetals", Anm. d. Red.) - schau mal hier! (zieht seinen Ärmel hoch: Neben zahlreichen Ankern und Ketten prangt tatsächlich der Schriftzug "Pigeons of shit metal")

Hier stehts. Und siehst du da die Punkte: Sie scheißen! Na jedenfalls sagte Dave Grohl: Von Axl Rose zurück gewiesen zu werden ist wie ein Ritterschlag der Queen.

Geil.

Yeah, das war ein einmaliger Karriereschub. Ich war plötzlich auf jedem noch so kleinen Scheißticker mit dieser Meldung.

Dave Grohl sei Dank.

Absolut. Außerdem ist Axl Rose ein verdammtes Arschloch.

Hast du ihn persönlich getroffen?

Sowas ähnliches. Irgendwann stand ein angsteinflößendes Monster in Halloween-Make Up vor mir. Dann sagte man mir, das sei Axl Rose.

Hast du jetzt die Schnauze voll von Supportshows?

Nö, es macht auch Spaß, eine Masse an Menschen heiß zu machen. Und vielleicht besser abzuschneiden als die Hauptband. Auch wenn das in neun von zehn Fällen nicht klappt. Als wir mal in Salt Lake City gespielt haben, bin ich von der Bühne auf mein Messer hier gefallen (zeigt auf einen zwei Zentimeter langen, spitzen Messer-Anhänger an seiner Kette und auf seine Gurgel) Ich landete fast auf der Spitze.

Die Publicity scheint euch nicht geschadet zu haben: Mittlerweile finde ich die Platte beinahe besser als die letzte, wobei ich das nicht für möglich gehalten habe.

Ich auch nicht. Aber diesmal habe ich noch mehr von noch besseren Songs geklaut.

Kann man so sagen. Vor allem "Now I'm A Fool" zeigt dich von einer ganz neuen, melancholischen Seite. Sag: Gibt es da draußen wirklich irgendwo ein Mädchen, das deinem Balken der Liebe widerstehen kann?

Natürlich nicht. Aber ich hatte vor langer Zeit mal eine gute Freundin und dann entwickelte sich eine kleine Romanze. Ich liebte sie zwar, aber mir wurde bewusst: Wenn wir das durchziehen, überdeckt es unsere Freundschaft. In dem Moment war ich also der Dumme. Ich musste etwas aufgeben, um sie für immer um mich zu haben. Das war eine verdammt schwere Entscheidung. Der Song entstand also aus einer Enttäuschung heraus, und nicht weil jemand mit mir Schluss gemacht hätte.

Passiert dir eh nicht oft, was?

Ich bin auf jeden Fall keiner, der sowas braucht. Ich bin immer daran interessiert, jemandem ins Bett zu kriegen und auch mit ihm befreundet zu sein.

Du bist auch Vater eines Sohnes. Wie erklärst du ihm die eher seltene Verwandlung eines Lehrers in einen Rockstar?

Ganz einfach, ich sage zu ihm: "Halt dein elendes Maul, du dreckiger ....." Nein, ich sehe da keine gravierenden Unterschiede. Ich tendiere auch nicht dazu, verschiedene Abschnitte meines Lebens zu trennen. Es muss immer klar sein: Rock'n'Roll ist nicht normal. Aber es ist eine Attitüde genau wie das Lehren. Carpe diem.

Als Lehrer ist es viel einfacher, aus braven, unbedarften Schülern satanische kleine Scheißer zu machen, als als Rocker. Ich gebe meinem Sohn die Werte Ehrlichkeit, Integrität und Loyalität an die Hand und mache ihm klar, dass man im Leben nichts geschenkt kriegt. Und dass er gar nicht erst auf die Idee kommen soll, das zu tun, was ich tue, sonst gibts den Arsch voll.

Wie alt ist er?

Neun. Ein gutaussehender kleiner Junge.

Der bei seiner Mutter lebt.

Genau, in Palm Desert. Wir wohnen am selben Fleck. Ich liebe seine Mutter. Tolle Frau, tolle Mutter. Außerdem brauche ich sie, wenn ich auf Partys gehen will und so ... (lacht)

In L.A. zum Beispiel.

Oh, ich mache überall Party, egal wo ich bin. Nach L.A. fahre ich, wenn ich Drogen brauche.

Wie lange machst du das noch für uns, Jesse? Little Richard hatte auch nur zwei Jahre.

Vielleicht mache ich es wie er: Zuerst werde ich Priester und dann kümmere ich mich um die Pimmel von kleinen Jungs. Nein: Ich liebe diesen Job. Und ich mache ihn, so lange es geht. Hoffentlich noch sehr lange. Und ein Vorteil ist: Ich bin nicht so komplett zerschossen wie Little Richard. Er lebt ganz oben unterm Dach eines Hotels in Hollywood.

Ihr seid euch also schon begegnet?

Mehrmals. Wobei ich eher sagen würde: Er hat mich psychisch misshandelt. Er lebt auf der Hälfte des oberen Stockwerks in diesem Hotel. Ich sags dir, ein unglaublicher Freak. Wenn du ihn zufällig mit deinen Kindern in der Lobby triffst, rennen die schreiend weg.

"Hübsche Menschen kriegen selten was auf die Reihe"


Gut, zum Schluss möchte ich mit dir noch über Barack Obama sprechen.

Vor allem möchte ich zu diesem Thema sagen: Ganz egal, was ich gewählt habe, die Amerikaner haben Barack gewählt, also ist dieser Kommunist jetzt unser neuer Präsident.

Das klingt irgendwie nicht sehr optimistisch.

Nein. Es spielt aber auch keine große Rolle. Denn ein leichtfüßiger, kommunistischer Schwanzlutscher wie er wird Amerika nicht großartig schaden. Das lassen wir nicht zu. Ich garantiere dir jetzt schon, dass er das Militär öfter einsetzen wird als jeder Präsident vor ihm. Er wird die Steuern erhöhen und das Weltengefüge derart destabilisieren, dass wir noch anfälliger für Terroranschläge werden als bisher.

Ähm, reden wir über dieselbe Person?

Ganz sicher. Du kannst mir nicht erzählen, dass sich diese Idioten, die mit Sprengstoffgürteln auf Geburtstagspartys kommen, von jemandem abhalten lassen, der muslimische Wurzeln und einen sonnig muslimischen Namen trägt. Und wenn du mich fragst, ist es auch kein Zufall, dass parallel zu seiner Wahl der größte Terroranfall in der indischen Geschichte stattgefunden hat. Er wurde mit einem großen Knall empfangen. Ich weiß, dass die Leute aus dem Filmbusiness auf Barack stehen ...

Und so gut wie alle Musiker ...

Auch das. Aber Musiker stehen bekanntlich auch auf Heroin. Ich würde doch niemals einen Typen wählen, den ich als Musiker empfehle. Und Filmfritzen lügen sich ihre wahre Sexualität in die eigene Tasche. Sie verdienen ihr Geld damit, vorzugeben jemand zu sein, der sie nicht sind. Sind diese Leute etwa vertrauenswürdige Vertreter für eine Wahlempfehlung? Nein.

Aber: Sie sind soo hübsch. Deshalb wurde Barack gewählt. Kein sehr guter Grund. Aber die Gesundheitsvorsorge wird nichts kosten, juchuu, und die Reichen werden zur Kasse gebeten, bravo. Weil sie ja ohne Grund so reich geworden sind. Das macht doch alles keinen Sinn. Meine Erfahrung ist: Hübsche Menschen kriegen selten was auf die Reihe, weil sie ständig auf ihr Äußeres bedacht sind.

Du bist doch auch hübsch.

Nein Baby, ich bin gutaussehend.

Tatsache ist aber, dass es nur wenige McCain-Supporter im gesamten Musikbereich gab. Da hat das Youtube-Video von dir schon für Wirbel gesorgt, in dem du dich kürzlich lautstark gegen Obama ausgesprochen hast.

Ich traue der deutschen Bevölkerung zu, dass sie auch Andersdenkende in ihren Reihen akzeptiert. Ihr seid ein freies Land mit persönlichen Freiheiten. Aber ich glaube eben, dass Barack bei uns zuhause die Steuern nach oben treiben und persönliche Freiheiten beschneiden wird.

Deutschland lässt sich wie manch anderes Land vielleicht schneller von jemandem täuschen, den jeder toll findet. Und der auch noch hübsch ist. McCain ist es jedenfalls nicht. Aber den habe ich auch nicht gewählt. Man hat nicht nur die Wahl zwischen zwei Arschlöchern, wie es die Medien gerne hinstellen.

Wen hast du dann gewählt?

Alan Keyes, einen schwarzen Konservativen. Eine Regierung ist doch letztlich nur ein Werkzeug, das für uns unliebsame Sachen aus dem Weg räumt. Kostenlose Versprechen klingen immer toll. Drogendealer geben dir kostenloses Zeug - beim ersten Mal. Banken locken dich mit Vergünstigungen, damit du unterschreibst. Aber mal ehrlich: Das Essen, das umsonst ist, schmeckt nie so gut, wie das, das du bezahlt hast.

Glaubst du nicht, dass die Mehrheit der Amerikaner nach acht Jahren unter republikanischer Führung einfach genug hatten?

Die Macht der Filmindustrie ist größer als du denkst.

Aber doch nicht so groß, dass sie einen Präsidenten ins Amt bringt.

Barack Obama wurde gewählt, weil er sich noch republikanischer aufgeführt hat als George Bush. Wie damals Bill Clinton. Die breite Masse besteht in Amerika nun mal aus rechtsgerichteten, republikanischen Christen. George Bush mag ein erfolgloser Präsident gewesen sein, aber er war sicher kein Monster.

Ich glaube nicht, dass es schlimmer ist, einen bösen Mann im Irak zur Strecke zu bringen, als deine Frau zu betrügen. Aber stimmt das wirklich, was du sagtest? Sind die Deutschen wütend, weil ich mich gegen Obama geäußert habe? Mann, ich liebe Germany. Und ich will einfach nicht, dass es für ein Land wie eures schwieriger wird, in einem globalen Wirtschaftssystem zu existieren.

Du könntest es irgendwann tatsächlich noch zum Priester bringen.

Definitiv. Aber ich muss nicht gegen Regeln verstoßen, um sie zu brechen.

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