laut.de-Kritik

Beim dritten oder vierten Durchgang macht es Klick.

Review von

Gereift seien sie, meinten Die Kleinen Götter neulich im Interview. Das ändere aber nix daran, dass immer noch die Ärzte-Vergleiche fielen. Ob es sie stört, war aus dem Gespräch nicht so recht herauslesen. Und sorry, Jungs, ich kann sie Euch auch nicht vollends ersparen.

Doch genau diese Parallele ist mit Vorsicht zu ziehen, und auch in der Rezension zum letzten Album "Der Schatz Der Riffpiraten" positionierte ich das Quartett gemäß ihrer eigenen Beschreibung zwischen Kettcar und der besten Band der Welt. "Zuhause" offenbart allerdings tatsächlich eine gewisse Reife, wenn auch nicht unbedingt auf den ersten Blick.

So denkt der Hörer beim Opener "Auf Drei" zuerst sicherlich unwillkürlich an eine Farin-Urlaub-Nummer, erst beim dritten oder vierten Durchgang macht es Klick. Das könnte auch ein Uptempostück aus dem Hause Wiebusch sein. Vor allem aber erstaunt die Ohrwurmqualität des Stücks.

Es deutet sich schon an: Die Kleinen Götter sind musikalisch über jeden Zweifel erhaben. Ob man den Sound mag oder nicht - routiniert und professionell klingen sie allemal. Erfreulich knackig und tight ist "Zuhause" eingespielt. Textlich fordert Sänger Till den Hörer zum gekonnten um die Ecke denken heraus. "Manifest" beispielsweise trägt fast schon die Handschrift der Hamburger Schule.

Ging es früher bei den Göttern eher um das Zwischenmenschliche (im Interview fiel das Wort "Ficken"), kehrt Till sich bei der Themenwahl mittlerweile vermehrt nach innen. Da geht es um die Nivellierung der Persönlichkeiten oder um die Suche nach Lebensinhalt. Dank der powerpoppunkigen Untermalung schlägt das Ganze nie in betroffenheitsschwangeres Betretensein um.

Und so macht "Zuhause", auch wenn es keinerlei Neuerfindung des Rades darstellt, über die gesamte Länge von knapp 38 Minuten Spaß. Und man bekommt durchaus das Gefühl, dass sich Die Kleinen Götter gefunden haben. Sie sind daheim angekommen.

Trackliste

  1. 1. Auf Drei
  2. 2. Die Kinder Wollen Spielen
  3. 3. Manifest
  4. 4. Mittendrin
  5. 5. Costa Rica
  6. 6. So Einfach
  7. 7. Sonntagskind
  8. 8. Was Bleibt
  9. 9. Ganz Am Ende
  10. 10. Nichts Bereuen
  11. 11. Jetzt Erst Recht
  12. 12. 14 Kartons

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