laut.de-Kritik

Einer der dienstältesten deutschen DJs droppt endlich sein Soloalbum.

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Einer der dienstältesten deutschen Deejays droppt nun endlich sein lang erwartetes Soloalbum. DJ Stylewarz ist der Mann, der schneller scratcht als Lucky Luke schießt. Seit jeher besitzt der Ostfriese aus Bremerhaven die flinksten Finger der gesamten Szene. Selbst Turntable-Genies wie Q-Bert oder Roc Raida haben in Punkto Geschwindigkeit das Nachsehen, wenn der DJ-Derwisch ans Pult tritt. Nun steht mit "The Cut", Kurzform für "The Cutter", ein Monument seiner Klasse in den Plattenläden.

Lang genug hat es ja gedauert. Bereits seit der 12' Inch "Heiß wie Feuer" 1998 geistert das Gerücht einer Stylewarz-Soloplatte durch die Hip Hop-Medien. Das es dann mit "Bitte... Wer?" auch die Fortsetzung jenes legendären Tracks auf "The Cut" geschafft hat, scheint nur logisch, stellt der zweite Teil doch zudem einen der vielen Höhepunkte des Werkes dar. Wieder mit Torch und D-Flame am Mic rockt der Song via Led Zeppelins "Whole Lotta Love"-Sample das ganze Haus.

Man merkt auch sonst, dass Stylewarz durch die Mitarbeit bei Such A Surge und Ferris MC an seinen Produzentenskillz gefeilt hat. Seine rasanten Künste an den Plattenspielern beweist er zwar immer wieder, indem er die Scratch-Instrumentals geschickt über die Platte verteilt, doch erst die "richtigen" Lieder puschen das Album in Schwindel erregende Lobeshöhen.

Die grandios-komische Parodie auf alle Machorapper von Eißfeldt und David P ("Ich hab den Größten") unterlegt er mit bouncenden Elektrobeats, und dem Bo 2002 schneidert er bei "Stylekrieg" zirpende Synthiesounds stilecht auf den Leib. Spax und Blade duellieren sich bei "Love Rap, Fuck Rap" im heftigen Kopfnicker-Style, und der Old School-Chefkoch Toni L serviert mit Emcee Esa ein italienisches Funkmenue ("2360").

Natürlich darf auch Homie und Bühnenpartner Ferris MC nicht fehlen, der in enger Bande mit Stylewarz als "Ein MC und ein DJ" gute, alte "Asymetrie"-Zeiten aufleben lässt. Noch ein Stückchen weiter zurück in die Vergangenheit versetzt uns der DJ dann mit der überraschenden Reunion seiner Britcore-Helden von No Remorze. Zwar nicht mehr ganz so fix wie früher, dafür mit gnadenloser Härte verabreichen sie uns im wahrsten Sinne des Wortes "Die Letzte Ölung".

Trackliste

  1. 1. The Cut feat. Boulevard Bou
  2. 2. Stylewarz 2002 feat. Ma, FlowinImmo, DJ Supreme
  3. 3. Plastics feat. Plastic Juggaknots
  4. 4. Ich hab den Größten feat. Eißfeldt, David Pe
  5. 5. 2360 feat. Toni L, Esa
  6. 6. Friday 13th Part II
  7. 7. Stylewarz feat. Das Bo
  8. 8. Fresh Aaahh feat. M-Torch
  9. 9. Bitte... Wer? (Heiß wie Feuer 2) feat. Torch, D-Flame
  10. 10. Love Rap, Fuck Rap feat. Blade
  11. 11. Ein MC und ein DJ feat. Ferris MC
  12. 12. Three Dizz-Jocks feat. Marius Nr. 1, Mirko Machine
  13. 13. Die letzte Ölung feat. No Remorze
  14. 14. Meine Schrift feat. Fiva MC
  15. 15. Music Came First feat. Cronite

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