laut.de-Kritik

Lounge-Funk für die Cocktailparty.

Review von

Die beiden Funk-Pioniere aus Kanada kehren mit "Head Over Heels" zurück auf die Tanzfläche. Mit viel Liebe und eindeutig doppeldeutigen Texten wollen sie die Herzen der Fans, insbesondere der Damen, erobern und drücken direkt auf die Tube. Der Opener "Must've Been (feat. Dram)" beherbergt alles, was Chromeo ausmacht: funky Licks, treibender Groove, Talkbox-Einsatz und Falsett-Gesang. Dazu kommt noch ein Sänger wie DRAM, der einen wunderbar erdigen Gegenpol darstellt. Et voilà - der perfekte Einstieg.

Das hohe Niveau halten Dave 1 und P-Thugg aber leider nicht ganz durch. Oftmals spult das Duo sein gewohntes Pensum herunter und nimmt dabei noch das Tempo raus. Das ist insofern schade, weil der Vorgänger "White Women" mit ruhigen und pulsierenden Songs im Wechsel für außergewöhnliche Dynamik sorgte.

Es schleichen sich zudem einige Filler ein: "Count Me Out" klingt wie eine Light-Version von Jamiroquai. "Bad Decision" möchte sexy wie Prince sein, doch dafür gerät der Refrain zu schleppend. "Slumming It" präsentiert soliden Funk-Pop, nicht mehr und nicht weniger, und das abschließende "Room Service" nimmt den Tenor des Albums auf und geleitet den Hörer gelassen nach draußen.

Die Features sorgen dagegen für frischen Wind. French Montana und die Rapperin Stefflon Don ergänzen das coole "Don't Sleep" ganz fabelhaft, wenngleich ihre Parts recht kurz ausfallen. Die Soundcloud-Entdeckung des Jahres Amber Mark überzeugt mit interessanter Stimmfarbe und abwechslungsreicher Darbietung in "Just Friends". Eine weitere weibliche Stimme setzt dem gediegenen "Right Back Home To You (Interlude)" die Krone auf.

Etwas Besonderes wartet bei "Bedroom Calling Pt 2": Kurz vor dem Refrain ertönt das idiomatische "Radio Killaaa" und die Frage 'Ist das tatsächlich The-Dream?!' blitzt auf. Ja, er ist es und schmachtet seine Catchphrase ins Mikro, als wären wir immer noch im Jahre 2008. Der Song trieft nur so vor zackiger Cheesyness, ohne dabei schmalzig zu klingen. Definitiv ein spannender Hit!

Chromeo liefern bewährt cool mit "Head Over Heels" luftigen Lounge-Funk ab, der perfekt zur sommerlichen Cocktailparty passt. Dabei schaffen sie es unterm Strich weiterhin nicht zu beliebig zu klingen, wie gerade die Single "Juice" eindrucksvoll beweist. Die handwerklich tadellose Produktion liefert das gewohnt schmackhafte Futter - doch ein wenig mehr Würze muss es beim nächsten Mal dann schon sein.

Trackliste

  1. 1. Must've Been (feat. Dram)
  2. 2. Don't Sleep (feat. French Montana & Stefflon Don)
  3. 3. One Track Mind
  4. 4. Count Me Out
  5. 5. Bad Decision
  6. 6. Right Back Home To You (Interlude)
  7. 7. Just Friends (feat. Amber Mark)
  8. 8. Juice
  9. 9. Slumming It
  10. 10. Bedroom Calling Pt 1
  11. 11. Bedroom Calling Pt 2 (feat. The-Dream)
  12. 12. Room Service

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