laut.de-Kritik

Die Amis werfen ihre Trademarks über Bord.

Review von

Oh verdammt, ist das enttäuschend. Was hab ich mich über die Meldung gefreut, dass eine neue Ancient VVisdom-Scheibe ansteht. Doch was sich letztendlich meinen Ohren offenbart, ist ein einziges Ärgernis. Von vorne bis hinten. Nicht nur, dass die Band sämtliche Trademarks über Bord wirft. Was noch viel schlimmer ist: vom Timing her ist das Album eine mittlere Katastrophe.

Für alle Nichtmusiker: keine Ahnung, in welcher Küche "Magic Bullet" eingespielt und abgemischt wurde, aber die Gitarren sind immer wieder hörbar NICHT im Takt! Von den pappigen Drums will ich erst gar nicht reden. Wenn man es nicht schafft, seine Songs sauber auf der Gitarre einzuspielen, sollte man das Musizieren vielleicht an den Nagel hängen. Das bringt den kompletten Genuss durcheinander und killt jeglichen Flow.

Was im Endeffekt aber eigentlich halb so schlimm wäre, aber nahezu sämtliche Trademarks sind ebenfalls flöten gegangen. Zu Beginn des Intros "Rise Of An Ancient Evil" scheint noch alles gut zu sein, auch "Chaos Will Reign" beginnt mit der gewohnten Akustikgitarre. Aber mit den einsetzenden Drums und dem miesen Timing der Gitarre fällt man schnell vom Glauben ab. "Worm Ridden Skull" ist ein großes Verbrechen und in dieser Form kaum anzuhören.

Was die Sache nicht besser macht, ist die dünne Stimme von Nathan Opposition, die vor diesem elektrisch verstärkten Hintergrund noch deutlicher als Schwachpunkt identifizierbar ist. Hat die Fragilität seiner Stimme zu den akustischen Kompositionen perfekt gepasst, zuckt man hier nur desinteressiert mit den Schultern.

In den besseren Momenten erinnern Ancient VVisdom an die früheren Lake Of Tears, wenn da nicht die vollkommene Unfähigkeit wäre, im Takt zu spielen. Bei "Blind Leading The Blind" in der Einleitung dann auch noch bei der Johnny Cash-Version von "Hurt" zu klauen, macht es nur bedingt besser.

Eigentlich hätte das Material auf "Sacrificial", trotz des Wechsels in gitarrenorientierte Bereiche das Zeug zu einer deutlich höheren Bewertung. Die schlechte musikalische Umsetzung verhindert das jedoch. Warum das sonst anscheinend niemandem in Reviews auffällt, würde mich echt mal interessieren ...

Trackliste

  1. 1. Rise Of An Ancient Evil
  2. 2. Chaos Will Reign
  3. 3. Blood Offering
  4. 4. The Devil's Work
  5. 5. Blind Leading The Blind
  6. 6. Worm Ridden Skull
  7. 7. Sacrifice
  8. 8. City Of Stone
  9. 9. We Are Damnation
  10. 10. Higher Into The Black Flames

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7 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Und dafür muss man nicht mal audiophil sein! Die Produktion ist einfach ein Alptraum und verhunzt wirklich richtig gute Ansätze, hier passt nix zusammen. Den Produzenten/Mischer muss man mit Fackeln und Forken durchs Dorf jagen.

  • Vor 3 Jahren

    Ups, hat sich wohl hier und da ne Latenz eingeschlichen. Kennt man von regionalen Bands, die wenig Kenntnisse bzw. Geld haben. Aber von einer professionellen Produktion...

  • Vor 3 Jahren

    "Warum das sonst anscheinend niemandem in Reviews auffällt, würde mich echt mal interessieren ..." An wem liegt es dann wohl? :P
    Sagen wir mal so, ich würde hier nicht mehr als 3 Punkte geben. Die Vorgänger waren definitiv besser. Aber ich empfand die Prodution relativ ansprechend. Dabei lässt sich natürlich streiten, ob Lo-Fi gewollt ist, oder ob der Produzent einfach Mist gebaut hat. ;)