laut.de-Kritik

Treibende Gitarrenriffs, schnelle Rhythmen und sphärische Synthiewellen.

Review von

Der Hörende setze sich in eine Zeitmaschine, stelle das Jahr 1973 ein und treffe dort auf Pink Floyd, die gerade "Dark Side Of The Moon" veröffentlichen. Nun lege er einen kurzen Zwischenstopp in den Achtzigern ein und schnappe eine sanfte Brise Gothic, verabreicht durch The Cure auf. Schnell geht es zurück zur Haltestelle The Who und Eloy, von weitem winken noch Depeche Mode. Am Ende der Reise im Jahre 2002 vermischen sich die gesammelten Eindrücke in kräftigem, satt brummendem, rockigem Gitarrensound und ein Rockalbum für die Gegenwart entsteht.

Wer gerne mit energievoll fließendem und elektro-infiziertem Rock zu tun hat, ist bei 30 STM richtig. Auf jeden Fall hat das Album allerlei zu bieten. Nicht nur treibende Gitarrenriffs und schnelle Rhythmen, sondern auch schöne sphärische Synthiewellen sorgen für ein wohliges Gefühl in den Lauschern. 30STM schaffen es, innerhalb eines Liedes immer wieder zu beschleunigen und zu bremsen. Das sorgt für geschmeidigen Rhythmus und bekämpft die Monotonie. Die Stimme von Frontman Jared Leto, der Darsteller in den Filmen "Requiem For A Dream" und "Panic Room" war, ist flächig, rau und fließend, trotzdem, wenn es sein muss, hart und düster, jedoch nicht dreckig. So bleiben die Songtexte bei dem teilweise krachenden Sound trotzdem gut verständlich.

Die Metaphorik der Texte ist bestimmt von der Suche nach Befreiung und Entkommen. Weg von dem Übel der Erde, auf den Weg in eine neue Zeit. Gothicartige Klänge und die softeren Passagen wie in "Buddha for Mary" oder der relaxte, elektronische Sound bei "Echolon" laden zum Abspacen ein und bescheren eine freudige Abwechslung. Das Album verspricht ein wenig Entlastung von all der monotonen und langweiligen Rockmusik die zur Zeit die Welt umkreist und lädt ein zu einer Reise von innerer An- und Entspannung. Steigt also ein in das Raumschiff und nehmt teil an der musikalischen Odyssee.

Trackliste

  1. 1. Capricorn (A Brand New Name)
  2. 2. Edge Of The Earth
  3. 3. Fallen
  4. 4. Oblivion
  5. 5. Buddha For Mary
  6. 6. Echelon
  7. 7. Welcome To The Universe
  8. 8. The Mission
  9. 9. End Of The Beginning
  10. 10. 93 Million Miles
  11. 11. Year Zero
  12. 12. Hidden Track

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4 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    Mann, bin ich froh! Endlich mal wieder ne Kritik von jemandem, der´s verstanden hat!!! Man liest echt so viel Müll über Mars, so viel, das einen den Kopf schütteln läßt und die Frage aufwirft, warum die Menschheit zu beschränkt ist, Mars zu verstehen - oder einfach nichts dazu zu sagen anstatt unqualifizierte, frustrierte Amateur-"Musiker"-Bewertungen abzugeben, die sowieso keinem in der Urteilsfindung weiterhelfen. Hab mich wirklich sehr über den Artikel gefreut und stimme dem Gesagten (beinahe ;)) völlig zu, cheers, s

  • Vor 10 Jahren

    Mir geht's ganz genauso ^-^
    Eine kleine Versöhnung für das, was der Kollege bei der Review zum 2. Album verzapft hat :) Ich liebe das 1. Album *-* elektronischer, dynamischer, jedes Lied einfach anders ^^

  • Vor 9 Jahren

    Meiner Meinung nach hätte das Album 4/5 bekommen, aber was solls ;) ich hörs immer wieder gern und es wird nicht langweilig.