9. Oktober 2008

"Musik, die alles kaputt macht!"

Interview geführt von

Kurz bevor "Neopunk", das inzwischen gefühlt zwanzigste Album des Berliner Ausnahmerappers Prinz Pi erscheint, haben wir uns mit ihm und seinem Haus und Hof-Beatlieferanten Biztram ausführlich unterhalten.

Ein toller Einstieg ins erste Interview: Erst rauscht die Verbindung, als würde man nicht nach Berlin, sondern zum Meeresgrund telefonieren. Während des zweiten Versuchs stellt die Technikabteilung die Telefonanlage gerade um, und als man den gewünschten Gesprächspartner beim dritten Anlauf endlich an der Strippe hat, sitzt der gerade beim Essen und bittet um Rückruf in 20 Minuten. Alles klar. Irgendwann geht's dann aber doch noch los. Worauf wir uns bei "Neopunk" einstellen dürfen, wie die erstmalige Zusammenarbeit mit einem Major-Label war, ob Biztram eine Rapperkarriere startet, was Prinz Pi von aktuellen Newcomern hält und noch etwas mehr könnt ihr jetzt hier nachlesen:

Also, dann legen wir noch mal los. Hoffen wir, es läuft jetzt alles glatt. Erste Frage: Wie geht's Dir?

Wie's mir geht? Ich bin müde. Sehr müde. Ich muss momentan krass viel Sachen erledigen. Gerade musst ich essen! Das war am anstrengendsten heute. Ich hatte etwa 20 Sushi-Häppchen, die musste ich mit Stäbchen in meinen Mund bringen. Das war krass anstrengend. Jetzt im Moment sind wir auf dem Weg zur laufenden Ausstellung "Neodunk", wo mein Produzent Biztram auf uns wartet. Der wird sich dann mit unqualifizierten Zwischenrufen einschalten.

Du bist also im Moment unterwegs durch Berlin. Zu Fuß, wie es sich anhört?

Ja, aber eigentlich nicht Berlin, sondern Berlin-Mitte. Das ist ja eigentlich nicht Berlin, das ist besetzte Zone. Eigentlich ist das kein Berlin mehr.

Besetzt von Dir?

Nee, besetzt von den Schwaben.

Oh, laut.de sitzt ja quasi fast in Schwaben.

Ich weiß. Das sind eure Brüder hier.

Naja, meine nicht, ich bin nicht von hier. Ich komm' aus Bayern.

Du bist Bayer? Ja, stimmt. Das hört man. 'N bisschen.

Okay, hast Du vielleicht ein paar Infos zur Ausstellung "Neodunk" für mich?

Also bei der Ausstellung geht es um Kunst zum Album. Einerseits mach' ich ja selber viel Grafik. Mir ist es sehr wichtig, dass das alles immer ein rundes, straightes Konzept ist, optisch und akustisch. Und ich hab drei andere Künstler gebeten, mein Artwork zum Album noch mal zu interpretieren, also sich die Musik anzuhören, mein Original anzukucken und dann ihren Senf dazu zu geben. Und das haben die dann auch gemacht. Am Ende kamen vier Motive dabei raus, die werden nun ausgestellt. Außerdem zeig' ich Skulpturen: Turnschuhe aus meiner Jugend, die ich mit Spielzeugen aus meiner Kindheit kombiniert habe. Und jetzt sind wir übrigens gerade in den heiligen Hallen der Ausstellung angekommen!

Okay, verstehe. Der Sneakerking und seine Turnschuhsammlung. Inwiefern werden die Schuhe zu Kunst?

Naja, ich hab die halt mit den Spielzeugen zusammengebaut und so eine Art mechanische Insekten geschaffen, die aussehen wie Roboter. Das Ganze ist in den Farben meines Albums, also Neongrün und Schwarz gehalten. Und die Schuhe sehen jetzt aus wie Insektenroboter, die durch die Stadt fliegen und mit denen man die Wände hoch laufen kann. Momentan chillen die hier in den Glaskästen. Aber sobald ich die aufmache, sind die sofort wieder dabei, die Stadt kaputt zu machen.

"Kaputt machen". Gute Überleitung zum Album: Was verbindest Du mit dem Namen "Neopunk"? Bildet ein Song wie "Schädelficken" da die Speerspitze?

Also erst mal: "Schädelficken" geht auf jeden Fall stark in diese Punk-Richtung, wie viele Songs auf dem Album. Aber andererseits gibt es auch wiederum sehr ruhige Nummern, sehr musikalische, klassische Hip Hop-Songs, was "Neopunk" insgesamt sehr abwechslungsreich macht. Und das "Punk" steeeecccchhhhhhhh...

(Kurze Zwangsunterbrechung wegen katastrophaler Sprachqualität. Und nein, es hat nichts mit meinem Dialekt zu tun, sondern mit der Telefonverbindung. Es stellt sich heraus, dass neben Handynetz und IP-Telefonie die auf beiden Seiten aktivierten Lautsprecher für das Kommunikationsproblem verantwortlich sind. Prinz Pi bemüht zusätzlich noch seine konzentrierten Karma-Kräfte, was sich merklich auf die Verbindungsqualität auswirkt.)

Der neue Punkstyle

Gut. Hier sind wir wieder. Wäre ja auch ein Wunder, wenn bereits beim zweiten Interview zwischen Prinz Pi und laut.de alles völlig unproblematisch vonstatten gehen würde. Schöne Grüße übrigens von Dani Fromm! Aber zurück zur Punk-Komponente. Was hat es damit auf sich?

Der Name "Neopunk" steht für "Neue Punkmusik". Das ist Musik, die sich an keine Grenzen oder Regeln hält und alles kaputt macht. Die Texte sind rebellisch, die Musik smasht alles weg. "Neo" deswegen, weil das hier mit althergebrachter Punkmusik nicht mehr viel zu tun hat.

Wo siehst Du im Vergleich die Unterschiede zu "Donnerwetter!"?

"Neopunk" ist noch mal ein ganzes Stück runder geworden als Donnerwetter. Die Halbwertszeit der Songs ist deutlich besser geworden, man kann sie öfter hören. Teilweise sind sie schneller und live-tauglicher, die andere Hälfte der Songs könnte vom Style her auch auf Donnerwetter drauf sein. Nur sind auch diese Tracks ein ganzes Stück besser geworden, als ihre Entsprechungen auf Donnerwetter.

Wow, das schürt Erwartungen. Ich finde ja, dass "Donnerwetter" schon sehr, sehr weit vorne lag im gesamten Deutschrap-Zirkus.

Oh, Dankeschön. Dann wird Dir das neue Album auf jeden Fall sehr viel Spaß bereiten. Aber da musst Du dann auch Biztram loben!

(Das Handy wird an Biztram weitergereicht:)

Ja, ich will das Lob auch noch mal hören! (lacht.)

Hallo Biztram. Bist Du auf "Neopunk" einziger Produzent?

Es gibt drei Beats, die in Zusammenarbeit mit anderen Leuten entstanden sind, aber ich hab bei jedem Song mitgewirkt.
(Prinzen-Genöle im Hintergrund.)
Achso. Außer beim allerletzten Song, "Sieben Sünden", den hat der Friedrich (Prinz Pis bürgerlicher Name) alleine gezaubert am Computer. Ansonsten ist ein Beat von den Royals und zwei hab' ich zusammen mit einem Schweizer gemacht, der gerade eben seinen Namen geändert hat, den ich nun wiederum nicht weiß und ihn daher nicht droppen kann.

Du bist ja mehrmals Featuregast auf dem neuen Album. Mutierst Du vom Produzenten zum Rapper?

Bei "Schädelficken" bin ich als richtiges Feature vertreten. Und dann gibt's noch den "Anti-Song", da hab ich im Refrain so 'n bisschen gesungen. (Lacht.) Und das war's. Meine Energien sind zwar sozusagen überall mit eingeflossen, aber nicht hauptsächlich als Rapper.

Das heißt, wir dürfen in der nahen Zukunft kein Biztram-Album erwarten?

Also ich würde das ja gerne machen. Aber ich hab' mich in den letzten Monaten so gut kennengelernt, dass ich nicht glaube, dass so was in der nächsten Zeit entstehen wird. Nö.

Ich reich' Dich mal wieder weiter, ja?

(Guess who's back on the phone: Prinz Pi.)

Kleiner thematischer Sprung: Was sind Deine Erfahrungen mit "No Peanuts" seit der Gründung im Jahr 2005? Wie läuft's? Macht es Spaß, ein Label zu haben, es zu leiten?

Naja, ich bin ja mittlerweile nicht mehr dabei. Ich bin da ausgetreten, weil ich einfach keine Zeit mehr hatte. Aber ja, natürlich macht es Spaß, weil wenn man richtig Geld verdienen will, dann macht man etwas anderes. Ein Indiependent-Label ist jetzt nicht das, womit man krass reich wird. Es gibt ja momentan auch gerade viele Labels, die wieder zu machen, speziell in der Hip Hop-Szene. Da muss es einem schon Spaß machen, denn das ist die Motivation, damit man das überhaupt packt.

Wenn Du sagst, Du bist "ausgestiegen", wie darf man das verstehen? Bist Du als federführende Kraft ausgestiegen oder hast Du No Peanuts zur Gänze den Rücken gekehrt?

Ich bin bei No Peanuts weg als Typ, der beim Label gearbeitet hat. Ich konnte mich da einfach nicht genug auf's Künstler-Sein konzentrieren, weil die Arbeit für das Label den Großteil meiner Zeit beansprucht hat. Jetzt kann ich sozusagen vollkommen Künstler sein und den ganzen Tag Musik machen. (Lacht.)

Aber als Musiker bist Du weiterhin bei No Peanuts gesigned?

Ja. Bei No Peanuts und eben bei Universal seit Neuestem.

Zu Universal kommen wir gleich noch. Zunächst zum Stichwort "Labelschließungen": Wie siehst Du diese Entwicklung? Erst macht mit dem Royalbunker sozusagen Deine musikalische Wiege dicht und zum Jahresende geht Savas' Optik Records in die Binsen.

Naja, der Royalbunker war auf jeden Fall eine krasse Institution und ich finde es schade, dass es die nicht mehr gibt. Auf der anderen Seite: Markus Staiger ist ein sehr guter Freund von mir und ich freu' mich für ihn, dass er bei rap.de untergekommen ist. Denn ich glaube, das Schreiben ist auch eine große Passion von ihm und das macht er auch sehr gut.

Stimmt. Noch ein Statement zum Ende von Optik Records?

Ich bin weder traurig deswegen noch freue ich mich darüber, weil ich dazu keine Beziehung habe.

Dann zu Deinen Erfahrungen mit dem Universal-Deal. Aus heutiger Sicht: Eine gute, eine richtige Entscheidung?

Auf jeden Fall! Das war der krasseste Step, den wir bisher in der musikalischen Laufbahn gemacht haben, weil der alles auf eine neue Ebene hebt, auf eine größere Plattform. Da kannst Du jetzt Sachen machen, die vorher nicht umsetzbar waren, das ist schon 'ne sehr geile Sache. Wir haben da ein sehr cooles Team, mit dem wir zusammenarbeiten können. Das sind krasse, wie soll ich sagen, 'Profis vom Fach', die das seit Jahr(zehnt)en machen und das ist schon sehr positiv.

Seh' ich auch so. Meiner Meinung nach ist bei Dir und Deinem zehn Jahre währenden, beständigen und hochqualitativen Indie-Output dieser oft kritisch beäugte Schritt mehr als gerechtfertigt. Was interessant wäre: Was waren die Gründe für "Gib Dem Affen Zucker" als erste Singleauskopplung?

Die beiden Songs, die wir als Singles ausgewählt haben, erachten wir als etwas ganz Besonderes. Wie gesagt, die Hälfte der Tracks auf dem Album sind relativ klassische Hip Hop-Nummern, die sich im Vergleich natürlich weiterentwickelt haben. Aber wenn wir den Leuten jetzt das gegeben hätten, was sie so oder so ähnlich schon kennen, dann wäre das aus unserer Warte nichts Neues gewesen. Daher haben wir uns für "Schädelficken" und für "Gib Dem Affen Zucker" entscheiden. Letzteres ist ein sehr ironischer, tiefgründiger Song, wenn man ihn mitsamt seinen Querverweisen und Bezügen versteht. Der Beat ist ein einfacher Rummeltechno-Beat, wobei Biztram ja normalerweise eher deutlich komplexere Sounds baut.
(Biztram im Hintergrund: "Wobei das ganz schön schwierig ist, so was Minimalistisches zu machen!")
Aber so wurde das zu einem einfach geilen und verrückten Song, bei dem jeder, der ihn gehört hat, sofort anfing zu tanzen und auszuflippen.

Massiv beeindruckt hat mich auch das Video zu "Schädelficken". Ich halte es für einen hochexplosiven Eyecatcher, einen Mix aus Home-Video und professioneller Produktion. Ein Kollege von mir, der an sich nicht viel mit Deiner Musik anfangen kann, meinte sogar, er fände das Teil besser als den Kult-Clip zu "Smack My Bitch Up" von Prodigy.

Dankeschön! Der Look des Videos ist Teil des Konzepts gewesen: Wir wollten absichtlich und mit hochauflösenden, superrealistischen Bildern diese ungeschminkte, rohe Party-Wirklichkeit zeigen. Zu diesem Zweck verzichteten wir auf die für Musik-Videos übliche Ausleuchtung mit zig wattstarken Lampen und benutzten lediglich eine Art LED-Such-Scheinwerfer, der auf der Kamera montiert war und dieses extrem kontrastige, verstörende Bild lieferte. Das Ganze sollte aussehen wie von einem Dokumentarfilmer gemacht, der in eine Höhle einsteigt und da die Fledermäuse filmt. Die Leute sollten quasi nicht gut aussehen. Die sollten einfach so aussehen, wie Leute auf so Parties eben aussehen: Richtig krass verstrahlt, drogenmäßig drauf und kaputt. Das war das Konzept hinter dem Video.

Das Leben neben der eigenen Musik

Das ist Euch auf jeden Fall gelungen. Überhaupt hast Du ja auch ein Händchen für's Visuelle. Und da wären wir auch schon beim nächsten Thema: Deine Firma "PornoGraphics". Wie geht es an dieser Front weiter? Und hast Du Dein Kommunikations-Design-Studium inzwischen fertig?

Das Studium ist rum, ich hab mein Diplom in der Tasche. Und was meine Selbständigkeit betrifft, das hab ich vorerst mal niedergelegt, ich hab dafür einfach keine Zeit. Aber das heißt ja nicht, dass ich in diese Richtung gar nichts mehr machen und mich nur noch auf die Musik stürzen würde. Ich meine, die Ausstellung, die Artworks für das Album, all diese Sachen sind ja alles visuelle Arbeiten. Sagen wir so: Ich hab' die letzten Monate mehr als Grafiker als als Musiker gearbeitet.

Gibt es für den Grafiker Pi Inspirationsquellen und Vorbilder? Leute, zu denen Du in dieser Hinsicht aufsiehst?

Ich hab früher bei der Lodown gearbeitet, bei Marok. Wir stellen ja aktuell auch gerade in seiner Galerie aus. Ich würde ihn jetzt vielleicht nicht unbedingt Vorbild nennen, aber er ist auf jeden Fall jemand, dessen Sachen mich flashen. Außerdem finde ich die Sachen von Obey ganz cool. Und natürlich die drei Künstler und Grafiker, die mein Artwork für "Neopunk" geremixt haben: Newsskooldisplay, Term Shon sowie Kernkraftanlagen & Bauschutt.

Bist Du immer noch der Workaholic, als der Du bisher immer bezeichnet wurdest?

Ich bin viel mehr Workaholic, als ich es die letzten Jahre war. Wenn ich Früher mit dem vergleiche, was ich dieses Jahr gemacht habe, dann hab' ich mich die Jahre davor nur ausgeruht. Mein Ziel ist, dass ich auf dem Höhepunkt meines Schaffens einen Herzinfarkt bekomme und dann eine, naja, eine lebende dann wohl nicht, aber zumindest eine tote Legende werde.

Das wiederum hoffe ich nicht. Aber zeigt der sehr nach innen gekehrte Track "Bevor ich aufschlage" da vielleicht einen Sinneswandel an? Klingt für mich sehr nach Burn-Out.

Ausgebrannt bin ich eher nicht. Man hat nur oft das Gefühl, dass man so irre viel zu tun hat und auch gar nicht mehr weiß, wie man das alles bewältigen soll. Es geht morgens los, man arbeitet irgendwas, dann kommt man abends um Zehn nach Hause, hat 20 eMails vor sich, die man alle beantworten muss. Dann muss man noch zwei, drei kleine Jobs machen und um fünf Uhr morgens geht man mal ins Bett. Und am nächsten Morgen geht das wieder von vorne los. Jeden Tag. Irgendwann merkst Du dann, dass die Arbeit nicht weniger wird. So Sisyphus-mäßig, man läuft gegen einen Hügel an, den man nicht besiegen kann. Und genau davon wünscht man sich natürlich manchmal frei zu werden.

Andererseits geht es in dem Lied auch um Kindheitserinnerungen: Ich war als Kind oft krank und hatte gesundheitliche Probleme, war auf einem Auge fast blind und musste deswegen operiert werden. Ich war sehr oft im Krankenhaus als ich noch klein war. Das behandelt dieser Song auch.

Das weckt Erinnerungen an die Meldung vom Februar diesen Jahres, in der es hieß, Du müsstest Dich einer OP an den Stimmbändern unterziehen. Hatte oder hat das Nachwirkungen?

Ne, das war echt nur eine kleine Sache, nicht so schlimm. Ein Routine-Eingriff.

K.I.Z. und Kollegah hast Du ja in der Vergangenheit bereits Deine Sympathie bekundet, warst mit beiden auch auf Tour. Was hältst Du von aktuell viel gefeierten Newcomern wie z.B. F.R. und Huss & Hodn?

Also ich find Huss & Hodn klingen wie ein Aufguss von M.O.R. vor sechs Jahren, was auf jeden Fall cool ist, weil M.O.R. damals ebenfalls cool waren. Aber ich hör' dann doch immer lieber das Original als die Kopie, wobei ich zugeben muss, dass ich mir die Musik von denen noch nicht wirklich angehört habe. Ich hab' die nur mal getroffen auf den HipHop Open. Der Eine von denen hat genauso gerappt wie Justus Jonas und sah sogar so ähnlich aus. So ein kleiner, dünner Typ mit Locken. Auf jeden Fall: Nette Jungs, die Musik kenn' ich wie gesagt nicht so richtig, aber was ich kenne, klingt auf jeden Fall wie ein M.O.R.-Revival.

Und was F.R. betrifft: Ich darf jetzt nichts gegen den sagen, weil ein Kumpel von mir sein Manager ist. (Lacht.) Da muss ich jetzt sagen, dass er gut ist.

Für den Rest der Antwort wurde vereinbart: Prinz Pi ist der Frage elegant ausgewichen und ich habe akut vergessen, was eigentlich die Frage war.

Was war die Frage wieder? Wer war der Zweite nochmal? F.-Was?

Habe ich jetzt auch vergessen. Aber ist auch egal. Gab's für Dich persönlich denn andere Neuentdeckungen im hiesigen Hip Hop-Getümmel? Was Du gut und innovativ findest?

Also bisher habe ich da niemanden gehört. Aber es gibt bestimmt ein paar Leute da draußen, die ganz gut sind, klar.

Demnach sind bei Dir nach wie vor K.I.Z. und Kollegah hoch im Kurs?

Naja, also der Kurs ist gefallen. Es gab ja einen Börsencrash. Aber es kommt drauf an. Mal geht er hoch, mal geht er runter, der Kurs.

Apropos "Börsencrash": Du meintest im letzten Interview, Du interessierst Dich für internationale Politik. Ganz aktuell spielen sich in der Weltwirtschaft dramatische Szenen ab. In diesem Zusammenhang: Kommt auf "Neopunk" auch wieder der Verschwörungstheoretiker Pi zu Wort?

Naja, in dem Song "Schädelficken", den ich übrigens schon vor eineinhalb Jahren geschrieben habe, sage ich ja: "...dass ihre Synapsen platzen wie die Immobilien-Blase." Und die ist ja wohl gerade geplatzt. Also kann man da eigentlich sehr schön erkennen, dass ich die Zukunft mit 18 Monaten Zeitunterschied einmal mehr voraussage.

Grandios. Diese Sorte Fans bekommt also ihr Futter. Für die weiblichen Fans, die ein Track wie "2030" vielleicht verunsichert: Gibt es eine Prinzessin an Deiner Seite?

Ja klar. Der Maestro hält sich immer in der Gegenwart schöner Frauen auf. Oder nein, schreib es so: Die schönen Frauen halten sich immer gerne in der Gegenwart des Maestros auf.

Letzte Frage, sozusagen eine Anschluss-Frage an das letzte Interview mit uns...

... wo ihr so ultrakrass besoffen wart?

... an das letzte Interview mit uns. Jan Delay: Findest Du immer noch "zum Kotzen"?

(0,56 Sekunden Stille) Ja.

Letzte Worte an die laut.de-Leser?

Also bis kommenden Samstag, den 11. Oktober geht noch unsere Ausstellung "Neodunk", täglich von 11 bis 19 Uhr in der Brunnenstraße 56, Eintritt ist frei. Die Internetseite ist www.prinzpi.biz. Da gibt es Videos und Fotos von den Künstlern und der Ausstellung. Da sollte man, wenn man nicht zur Ausstellung selbst kommen kann, auf jeden Fall täglich mehrmals draufklicken um zu kucken, ob wir nicht neue Befehle für Euch haben.

Kein Wort zur anstehenden Tour mit Casper, Maeckes und Plan B? Kann das sein? Da sollte man ja auch hinkommen, nehme ich mal an?

Ja, eigentlich schon. Da sollten wir auch mal hinkommen.

Gut! Dann bedanke ich mich bei Dir für das Interview und wünsche Euch viel Erfolg mit "Neopunk" und allem, was von Euch in Zukunft zu erwarten ist.

Ich habe zu danken!

(Biztram meldet sich nochmal zu Wort.)

Hallo Biztram. Was würdest Du uns noch mit auf den Weg geben wollen?

Schreibst Du die Review zu "Neopunk"?

Aller Voraussicht nach: Ja.

Dann würde ich Dir, falls das Review nicht so gut ausfällt, gerne einen Arschtritt mit auf den Weg geben wollen.

Aufgrund dessen, was ich bisher auf der Preview gehört habe, denke ich, bleibt mir der erspart. Aber das wird das finale Album zeigen. Sonstige letzte Worte an die laut.de-Leser vom Produzenten, der trotz Gewaltandrohungs-Habitus kein Rapper werden will?

Eigentlich nicht, nein. Höchstens vielleicht, dass ich selber mindestens einmal täglich auf laut.de bin, um zu sehen, wie ihr andere Künstler zerreißt. Manch eine Kritik ist mir dann doch auch wieder zu positiv ausgefallen, aber sonst... also ich bin echt oft auf eurer Seite. Das kann man ruhig mal zugeben.

Wir zerreißen? Sprichst Du da jetzt konkret etwas an?

Nein, nein. Ich mein' allgemein, was ihr über die Musik schreibt, das finde ich immer ziemlich gelungen.

Vielen Dank! Das leite ich natürlich gerne weiter an die Redaktion.

Gut! Dann wünsch' ich Euch noch 'nen schönen Tag! Tschüss!

Dir ebenfalls. Mach's gut!

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