laut.de-Kritik

Alle Trends sind Moby hier Banane.

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Moby war in der Schule sicher auch so ein Zappelphilip, bei dem die Geplagten froh waren, wenn er ab und an eine Auszeit machte, der nie still sitzen konnte und seinen Mitschülern mit allerlei Albernheiten auf den Sack ging. Eine Auszeit gönnt Moby sich und seinen Fans jedoch kaum. Gerade einmal von einer Welttournee zurück, setzt er sich wieder hin und pfriemelt unter seinem Pseudonym Voodoo Child ein Dance-Album zusammen.

Die Idee dazu kam ihm auf der Party nach dem letzten Gig der "18"-Tour, auf der er sich von seinen DJs mit ballernden Electro-Beats in freudige Extase schicken ließ. Inspiriert von der famosen Festivität und dem dazugehörigen Soundtrack dachte sich Herr Hall wahrscheinlich, "das kann ich auch". Das Ergebnis des auch Könnens heißt "Monkey Baby" und ist "simple, straightforward dance music". Wo er Recht hat, hat er Recht.

Moby bedient sich konventioneller Beats und Breaks, schielt nicht nach Innovation und freakigen Klanggebilden, Trends sind ihm anscheinend auch komplett Banane. Genau so klingen die zwölf Songs nämlich. "Gotta Be Loose In Your Mind" startet typisch mobyesk mit einem weiblichen Stimmen-Sample. Dann entrollt sich jedoch ein Bass-Teppich, und der kleine New Yorker geht in die Vollen.

Das Ziel ist musikalisch klar formuliert als Abhotten und Schwitzen. Im Verlauf der Scheibe kristallisiert sich sogar so etwas wie ein Konzept heraus, nach dem Moby vorgeht. Wie bei einem komprimierten DJ-Set steigert sich die Trackliste von erwähnten Abgehnummern über soften Trance bis hin zum finalen, sphärisch dahin dümpelnden Rausschmeißer ("Synthesisers").

Den Schlaglöchern der Cheesyness kann er dabei nicht immer ausweichen. Oft genug dödeln sattsam bekannte Keyboard-Flächen (by the way: dieser abgelutschte Begriff ist extra für den Glatzkopf erfunden worden) durchs technotische Off, selbst wenn das im Gesamtkontext der Songs erstaunlich gut funktioniert. Die Mission, einfache Tanzmusik machen zu wollen, ist jedoch zur Zufriedenheit erfüllt. Nur bitte eins: laut abspielen, ansonsten verpufft der Popowackel-Effekt im dynamiklosen Musik-Nirvana.

Trackliste

  1. 1. Gotta Be Loose In Your Mind
  2. 2. Minors
  3. 3. Take It Home
  4. 4. Light Is In Your Eyes
  5. 5. Electronics
  6. 6. Strings
  7. 7. Gone
  8. 8. Unh Yeah
  9. 9. Obscure
  10. 10. Last
  11. 11. Harpie
  12. 12. Synthesisers

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