laut.de-Kritik

Eingängiger und perfekter als alles bisher Dagewesene.

Review von

Eingängig. Dieses Wort steht wohl im krassen Gegensatz zur Tool'schen Soundwelt. Und doch - auf eine seltsame Art und Weise ist "Lateralus" eingängiger als alles, was Tool bislang veröffentlicht haben.

Erinnern wir uns zurück: Mit "Aenima" lieferte der Vierer um Maynard James Keenan ein Meisterwerk ab, welches (nicht nur) Visions-Leser als eines der wichtigsten und besten Alben der ausgehenden 90er ansahen. Danach ein Streit mit der Plattenfirma, Verzögerungen, aber keine neue Platte. Das Nebenprojekt A Perfect Circle verkürzte die Wartezeit zwar, aber eine wirkliche Tool-Platte war das halt auch nicht.

Aber jetzt, endlich, "Lateralus". Bereits der Opener "The Grudge" geht in typischer Tool-Manier los; die Unterschiede zu "Aenima" sind nur minimal. Das wird sich auch während des kompletten Albums nicht ändern, allerdings kann man Tool keine Stagnation vorwerfen, "Lateralus" klingt eher nach Perfektion, auch wenn es bei "Aenima" kaum noch Dinge zu verbessern gab.

Erster Höhepunkt ist "The Patient", mit beinahe schon 'freundlichem' Beginn und genialem Laut/Leise-Spiel. Ähnlich "Schism", die erste Single. Zwei Sekunden Basslauf genügen vollkommen und es stellt sich so etwas wie ein Glücksgefühl ein. "Parabola" hingegen entwickelt sich schnell zum Brecher und der fette Gitarrensound erinnert mich - und jetzt werden einige sicher Blasphemie schreien - an die Smashing Pumpkins auf ihrem Zenit zur "Mellon Collie"-Phase. Diese Parallelen tauchen noch öfters auf und auch für Tool dürfte es schwer werden, nach "Lateralus" mit demselben Sound weiterzumachen, reizt dieses Album die Möglichkeiten doch scheinbar bis zum Ende aus.

Zum Sterben schön auch der Track "Lateralus", welcher wieder dem Laut/Leise-Schema vom Beginn folgt, eine langsam unerträgliche Spannung erzeugt, bis dann endlich die Gitarren einsetzen und alle Dämme zu brechen scheinen. "Triad" gegen Ende wickelt den Hörer dann mit seinen orientalischen Klängen ein, endlos wiederholt sich das Thema des Stückes und wenn man es hinter sich hat, weiß man: hier ist was verdammt Großartiges über einen hinweggerollt.

Trackliste

  1. 1. The Grudge
  2. 2. Eon Blue Apocalypse
  3. 3. The Patient
  4. 4. Mantra
  5. 5. Schism
  6. 6. Parabol
  7. 7. Parabola
  8. 8. Ticks & Leeches
  9. 9. Lateralus
  10. 10. Disposition
  11. 11. Reflection
  12. 12. Triad
  13. 13. Faaip De Oiad

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