Porträt

laut.de-Biographie

Ted Herold

Das Fieber des Rock'n'Roll breitet sich seit Mitte der fünfziger Jahre nicht nur auf dem nordamerikanischen Kontinent aus. Einem Lauffeuer gleich, erobert es binnen kürzester Zeit auch den Rest der Welt. Der Erfolg von Vorbildern wie Jerry Lee Lewis, Elvis Presley oder Buddy Holly ermuntert Jugendliche unterschiedlichster Kulturkreise, es ihren Idolen gleichzutun.

In Deutschland stehen dafür zwei Namen: zum einen Peter Kraus und der am 9. September 1942 in Berlin-Schöneberg zur Welt gekommene Harald Walter Bernhard Schubring, besser bekannt als Ted Herold. Stilistisch bedienen sie sich gegensätzlicher Vorgehensweisen. Gilt Kraus als schwiegermutterkomtabibler Bursche, steckt Herold das Terrain des Bad Guy ab.

Eine Schulfreundin ebnet dem - von frühester Jugend an - Rock'n'Roll- und gesangsbegeisterten Ted den Weg ins Showgeschäft. 1958 kommt dank ihrer Kontakte ein Casting bei der Plattenfirma Polydor zustande. Herold überzeugt auf Anhieb, und veröffentlicht bereits im selben Jahr eine gut ankommende Single mit dem Elvis-Cover "Ich Brauch' Keinen Ring" (Original: "Lover Doll"). In den Produzentenhänden von Gerhard Mendelson, der ebenso für den Erfolg von Peter Kraus verantwortlich zeichnet, startet Ted bald darauf richtig durch.

Der Song "Hula Rock", ein weiteres Elvis-Cover ("Dixieland Rock"), stürmt Platz drei der Charts. Das als Kontrast zu Kraus ruppigere Image im Verbund mit - für damalige Verhältnisse - härteren Klänge und gewagteren Texten führt zum Radioverbot der Single "Ich Bin Ein Mann". Was die Fans natürlich nur noch enger an ihr Idol bindet.

TV-Auftritte finden (noch) nicht statt, dafür spielt und singt er in verschiedenen Musikfilmen ("La Paloma", "Immer Die Mädchen" und "Schlagerparade 1960"). Eine Vielzahl Single-Hits und begeistert gefeierte Bühnenauftritte flankieren Herolds Weg bis in die Sechziger. Mit der Ballade "Moonlight" belegt er 1960 Platz eins der Charts. Dieser Song markiert den Wendepunkt hin zu einer ganzen Reihe softer eingespielten Songs, die sich durch eine starke Nähe zum allgemeinen Schlager auszeichnen. Im selben Jahr kommt mit "Sing Und Swing Mit Ted" die erste Langspielplatte auf den Markt.

Der Dienst bei der Bundeswehr ab 1963 unterbricht Herolds Karriere zwar nicht (er veröffentlicht drei Platten), läutet aber - auch im Zeichen fallender Plattenverkaufszahlen - das vorläufige Ende ein. Nach Beendigung des Wehrdiensts 1964 erlernt er den Beruf eines Radio- und Fernsehtechnikers, zieht um und heiratet. Die letzte von einigen wenigen, sporadisch veröffentlichten Singles erscheint 1969.

Zu einem Comeback verhilft dem Altrocker 1977 Udo Lindenberg. Er spielt mit ihm einen Song ein, und dank einer ausgedehnten Tour zu dessen Album "Panische Nächte" ist Ted Herold wieder gefragt. Er absolviert eigene Bühnen-Shows, tritt im Fernsehen auf, und bringt zwei Comeback-Alben heraus ("Jetzt Bin Ich Wieder Zu Haus", 1979 sowie "Rock'n'Roll For President", 1981). 1982 und 1988 erhält Herold als Auszeichnung die Goldene Stimmgabel.

Nach den beiden Alben flaut das zwischenzeitlich wieder große Interesse am Künstler erneut etwas ab, doch eine fast zehnjährige Auszeit wie zuvor findet nicht statt. Nach wie vor gibt Herold gut besuchte Konzerte, und bringt neue Longplayer heraus.

In seinen neueren Songs beschwört er gern die gute alte Zeit des Rock'n'Roll, auch wenn in seinem Repertoire die Grenzen zwischen Rock und Schlager oft stark verwischen. Ebenso wie Peter Kraus gilt Ted Herold als authentischer Zeitzeuge eines besonderen kulturellen Abschnitts der jungen Bundesrepublik.

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