laut.de-Kritik

Das Warten auf den nächsten Longplayer.

Review von

"I try everyday to think of something deep to say 'cause I would like to find the words that deserve to be heard." Drei Jahre nach der Veröffentlichung des letzten Albums "Battle For The Sun" haben Placebo Worte in Songs verpackt, die gehört zu werden ihnen nun anscheinend wert sind. Die "B3 EP" versteht sich als Vorgeschmack auf das für 2013 angesetzte Album und klingt "anders als alles, was Placebo bislang gemacht haben", behauptet Frontman Brian Molko.

"Wir wollen überraschen – uns, die Fans und alle, die sich noch immer für Placebo interessieren." Noch immer - seit 1994. Doch so überraschend, wie von Molko behauptet, kommen die Songs dann nicht daher. Das liegt natürlich zum einen an Molkos Stimme selbst. Synthiebass, verzerrte Gitarrenriffs und tighte Drums – mit dem Einstiegssong "B3" ist ein typischer Track entstanden.

Schon früher machten sich die Briten über bekannte Stücke her und gaben Songs von den Pixies, Kate Bush oder The Smiths eine eigene Note mit. Diesmal hat sich das Trio "I Know You Want To Stop" der recht unbekannten Minxus aus dem Jahr 1995 herausgesucht. Für diese Band könnte sich die späte Aufmerksamkeit rentieren – die Fans diskutieren bereits.

Neben unzähligen "Placebos Cover ist besser"-Meldungen schreibt ein Youtube-User in den Comments zum Original schon richtig: "The cover isn't sooo much better, it's just a cover. The whole idea was developed by Minxus." Und auch wenn das Ergebnis auf den ersten Hörer ein wenig holprig daherkommt, machen sich Placebo den Song zu eigen, schaffen auf ihre Art etwas Besonderes.

"The Extra", aus dessen Lyrics auch das Zitat eingangs stammt, ist ruhiger und melancholischer geraten, dabei elektronischer mit flirrend pulsierenden Sounds, Pianoeinsatz und weiblichen Stimmen im Refrain. "If I am an extra in the film of my own life then who the hell is the director. If I am an extra in the film of my own life could someone please turn off the camera." Textlich gewohnt stark.

Auch die beiden weiteren Songs sind mit Metaphern und nachdenklichen Sätzen gespickt. "I.K.W.Y.L" jedoch bedient nach einem düsteren, schweren Start eher das reine Rockgenre. "Time Is Money", dem Titel zum Trotz 7:15 Minuten lang, haut abschließend nicht von Anfang an auf den Putz, sondern steigert sich nach und nachvon gut auf besser bis fabelhaft.

"I could guzzle or spill"? Tut, was ihr nicht lassen könnt - aber tut es bitte schnell. Nach dieser EP fällt das Warten auf den Longplayer nicht gerade leichter.

Trackliste

  1. 1. B3
  2. 2. I Know You Want To Stop
  3. 3. The Extra
  4. 4. I.K.W.Y.L
  5. 5. Time Is Money

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17 Kommentare

  • Vor einem Jahr

    Langweilig. Klingen bis auf ein paar minimale Änderungen immer noch wie vor 10 Jahren, nur öde und ohne große Ideen. Das liegt auch und vor allem an der sehr eingeschränkten Stimme von Molko. Braucht man 2012 wirklich nicht mehr und erst recht nicht 2013. Definitiv verzichtbare EP.

  • Vor einem Jahr

    Streng genommen braucht man von Placebo nur "Placebo", "without you I´m nothing" und "Black Market Music" - die hatten Power, waren stilprägend, etablierten den Placebo-Sound, waren besonders. Alles danach war der Aufguß vom Aufguß vom ihrwisstschon.

  • Vor einem Jahr

    Ich sehe das ein wenig anders als die beiden Kommentatoren da oben! Jedes Album von Placebo ist anders als die anderen Longplayer, wie könnte man zum Beispiel "Sleeping with ghosts" mit "Meds" vergleichen? Abgesehen von DEM Bindeglied aller Alben schlechthin: Brians Stimme. Warum die als "eingeschränkt" bewertet wird, ist mir allerdings schleierhaft, denn auch bei der "B3"-EP zeigt Brian doch, dass er sowohl die tiefen als auch höhere Töne trifft. Ich bin begeistert von der EP, musikalisch und was die Texte betrifft, und kann es kaum erwarten, das neue Album in meinen Händen zu halten!