Porträt

laut.de-Biographie

Penelope Houston

Punk, Folk, Rock, Blues und Americana, sowohl krachig als auch akustisch - es gibt kaum ein gitarrengetragenes Genre, in dem sich Penelope Houston nicht betätigt hätte. Dennoch ziehen sich Ehrlichkeit und Talent wie ein roter Faden durch die oberflächlichen musikalischen Unterschiede ihres Schaffens.

In Los Angeles geboren, aber in Seattle aufgewachsen, kehrt Houston als 19jährige 1977 nach Kalifornien zurück. Neben ihrem Studium am San Francisco Art Institute widmet sie sich der Musik und macht sich als Sängerin und Songwriterin der Punkband The Avengers lokal einen Namen. Obwohl sie nach Ansicht eines Kritikers "die beste Punkband San Franciscos" seien, reicht es nicht für die Veröffentlichung eines Albums. Immerhin eröffnen sie das letzte Konzert der Sex Pistols vor dessen Auflösung, gehen mit ihrem Gitarristen Steve Jones ins Studio und spielen als Vorband für Go-Go's, Dead Kennedys und X. Einige Singles und mehrere EPs zeugen von ihrer Aktivität, die nach zwei Jahren zu Ende geht.

Houston zieht nach Los Angeles, arbeitet an verschiedenen Filmprojekten und verbringt mehrere Jahre in England. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre zieht sie wieder nach San Francisco und beschließt, mit der Musik weiter zu machen.

"Birdboys" heißt ihr Solodebüt 1988. Es zeigt eine neue Houston, die den Verstärker leiser gedreht und sich im Folk-Rock-Bereich angesiedelt hat. Mit ihrer Studioband tourt und veröffentlicht sie drei weitere Alben, wovon "Cut You" 1996 das erste bei einem großen Label ist. Das provokante Cover, auf dem sie mit sadistischer Mine und einem Messer in der Hand in die Kamera blickt, sorgt für Aufregung und positive Kritiken in allen namhaften Musikmagazinen.

Etwas überraschend löst sie ihre Band auf und beginnt, mit wechselnden Musikern zusammen zu arbeiten. Als Ergebnis erscheint 1998 "Tongue", ein Album, das neben folkigen Liedern auch elektronische Klänge und programmierte Beats enthält. An den Aufnahmen beteiligt sich Green Day-Frontmann und Avengers-Fan Billy Joe Armstrong.

Danach bewegt sich Houston scheinbar ziellos zwischen allen Stühlen. 1999 veröffentlicht sie mit "The Avengers Died For Your Sins" eine Retrospektive ihrer ersten Combo, tut sich mit dessen ehemaligen Gitarristen Greg Ingraham zusammen, um ein ein paar verschollene Lieder neu auf zu nehmen und geht mit ihm als "Scavengers" auf eine Kurztour. Ein Jahr später erscheint beim deutschen Kleinlabel Return To Sender eine Sammlung vergriffener und einiger unveröffentlichter Lieder, die bei den Aufnahmen zu "Tongue" entstanden.

Anschließend zieht sie sich mehr oder weniger zurück, veröffentlicht Gedichte, setzt sich gegen den zweiten Irakkrieg ein und unterstützt einen kalifornischen Präsidentschaftskandidaten der demokratischen Partei. "Ich möchte, dass Bush aus dem Weißen Haus fliegt. Ihn bei den Wahlen 2004 zu schlagen scheint die einzige Möglichkeit zu sein, um dieses Ziel legal zu erreichen", erläutert sie ihr politisches Engagement auf ihrer Webseite.

Im Juni 2003 erscheint die Best Of "Eighteen Stories Down". Zum zweiten Mal bei einem großen Label unter Vertrag, scheint sie ihre musikalische Karriere wieder etwas geregelter weiterführen zu wollen.

Ihren Punk-Wurzeln längst entwachsen, präsentiert sich Penelope Houston als sich stetig entwickelnde Singer/Songwriterin, die längst selbst hohen Hörer-Ansprüchen gerecht wird. Sie pflegt auf untadelige Weise klassische, ur- amerikanische Song-Strukturen, und fügt ihnen dabei stets eine ganz eigene, persönliche Note hinzu.

Alben

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