laut.de-Kritik

Es klingt ja gerade sonst keiner nach 90er-Crossover ...

Review von

Tja, wie die Zeit vergeht. 2003 zählten wir Oceansize noch zu den verkannten Gitarrenhelden des Jahres. Ihr Post-Neo-Prog-Manifest "Effloresce" war ein Meilenstein, nah an einem geahnten Optimalzustand für melodiöses, feinsinniges und ergreifendes Songwriting zwischen Laut und Leise. Seither haben die Manchesterians scheinbar zum Selbstunterbietungswettbewerb gerufen.

Stück für Stück rückten Inspiration und Tiefe des Debüts in den Hintergrund, erst für den Popfaktor von "Everyone Into Position", dann für den teils ausufernden Progmetal von "Frames". Und nun? Liegen endgültig Welten zwischen Anfang und Gegenwart.

In völlig ideenloser Manier rufen Oceansize auf einem selten bescheuert betitelten Album mit selten bescheuerten Nummern wie "It's My Tail And I'll Chase It If I Want To" ein durchnormiertes Progrock-Repertoire ab, in dem jeder konzeptioneller Nukleus verloren gegangen scheint.

Drei Stücke lang ordentlich Nu-Metal-Gehämmere mit schön viel Doublebass, dann eine langatmige "Oscar Acceptance Speech" mit Streicher- und Pianokitsch, weitere Ruheinseln, schließlich nochmal ein testosterongeladener Krachmacher – besagtes "Tail" – und schließlich zwei wegplätschernde Fade-Outs.

Spannungsbogen? Abgeschafft. Songideen? Bitte nur die Berechenbarsten. Nach 90er-Crossover klingen, weil es sonst ja grade keiner tut? Aber hallo!

Beim Entstehungsprozess zu "Effloresce" seien diverse bewusstseinserweiternde Substanzen im Spiel gewesen, kicherten sich Mike Vennart und Kollegen seinerzeit in den Bart. Man möchte ihnen fast etwas in die Drinks schmuggeln. Ich bin dann mal raus.

Trackliste

  1. 1. Part Cardiac
  2. 2. SuperImposer
  3. 3. Build Us A Rocket Then ...
  4. 4. Oscar Acceptance Speech
  5. 5. Ransoms
  6. 6. A Penny's Weight
  7. 7. Silent/Transparent
  8. 8. It's My Tail And I'll Chase It If I Want To
  9. 9. Pine
  10. 10. SuperImposter

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LAUT.DE-PORTRÄT Oceansize

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20 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor 7 Jahren

    Ich frage mich gerade, welches Album der Mensch, der diese Rezension schrieb gehört haben muss. Junge. 90ties Crossover? Man sollte bitte schon ein wenig Ahnung haben, wenn man das schreibt. 90ties Crossover-Bands: Thumb, H-Blockx (deutsche) oder Rage against the machine, Living colour, dog eat dog etc. um nur ein paar zu nennen, klingen "ein wenig" anders. Ich hoffe ebenfalls, dass das Review einfach nur ein Witz ist. Und ich bin kein großer Fan von Oceansize, aber was die veranstalten ist kein 90er Crossover, sondern Progmetal, Progrock etc. allererster Güte...

  • Vor 7 Jahren

    Sicher ist Effloresce kaum zu toppen, und ja: Die neue CD klingt einfach...anders! Aber so ist das, wenn sich eine Band weiter entwickelt und nicht in Schubladen liegen bleibt wie scheinbar der Autor dieser "Preview". Ich würde mich nicht als Fan, aber als grosser Sympathisant von Bands wie OS, Amplifier usw. bezeichnen. Und daher mal ein Tipp, lieber MM: Musik derartiger Bands erschliesst sich einem nicht, indem man die 30-Sekunden-Prelistening-Funktion vom Ipod nutzt. Muss man sich schon mal richtig anhören, evtl. sogar 2-3 mal...oder lieber einen anderen ranlassen, der die Zeit dafür hat. Und selten habe ich so dämliche Genre-Vergleiche hier gelesen. Hatte gestern das "Vergnügen", OS im Hamburger Logo zu geniessen,leider viiiiieeeellll zu klein für so viel Sound und Lautstärke, und dennoch: Gerade die neuen Stücke haben sehr gut live funktioniert.

  • Vor 10 Monaten

    Zweitbestes Album der besten Band aller Zeiten.