Auch U2-Frontmann Bono nutzt bei Beteiligungen die Schlupflöcher von Steuer-Oasen.

München (joga) - Erneut hat ein Datenleck Licht in die Schattenwelt der Superreichen gebracht. Eine Anwaltskanzlei hat der Süddeutschen Zeitung die "Paradise Papers" zugespielt, über 13 Millionen Dokumente, aus denen hervorgeht, wie Konzerne, Politiker und Superreiche mit Hilfe von Steuer-Oasen Steuern sparen. Und siehe da: Neben den Politikern und multinationalen Konzernen wie Nike, Facebook oder Apple fliehen auch Stars wie Bono in die Steuer-Verstecke.

Bono, Frontsänger der Band U2, taucht in den "Paradise Papers" als Investor eines Litauischen Shopping Centers auf. 2007 erwarb er demnach Teile des Einkaufszentrums von Utena über eine auf Malta gemeldete Briefkastenfirma namens Nude Estates Malta Limited.

Beteiligungen in Utena und Duisburg

Später übernahm die auf der Insel Guernsey gemeldete Firma Nude Estates I Limited, an der Bono ebenfalls beteiligt ist, das Investment. In Utena ermitteln inzwischen die Steuerbehörden, weil das Shopping Center noch nie Gewinne versteuern musste - möglicherweise aufgrund von Bilanztricks.

Den Recherchen der SZ zufolge ist Bono über Briefkastenfirmen auf Guernsey auch an deutschen Immobilien beteiligt. Etwa am 37.000 Quadratmeter großen Bürokomplex Silberpalais am Duisburger Hauptbahnhof mit Mietern wie der Commerzbank oder dem Stahlkonzern Klöckner.

Legal, aber nicht egal

An sich ist die Nutzung von Steuer-Oasen durchaus legal. Sie hat halt nur eben ein 'Geschmäckle', und zwar insbesondere dann, wenn der Steuerflüchtling in seinen Reden gern vom Ausgleich zwischen Arm und Reich spricht.

Bereits vor Jahren waren U2 wegen Steuerflucht kritisiert worden, nachdem sie ihren Firmensitz von Irland in die Niederlande verlegt hatten, wo Einnahmen aus Musik kaum besteuert werden. Eine Gruppe von Aktivisten ließ daraufhin beim U2-Auftritt in Glastonbury einen Ballon steigen mit der Aufschrift: "U Pay Your Tax 2".

In einer Stellungnahme, die dem britischen Guardian vorliegt, sagte Bono, er sei "verzweifelt", dass derartige Vorgänge mit seinem Namen in Verbindung gebracht würden: "Ich nehme diese Dinge sehr ernst. Ich war immer dafür, dass Besitzer von Offshore-Firmen transparent agieren."

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U2

U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler) U2,  | © laut.de (Fotograf: Andreas Koesler)

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laut.de-Porträt U2

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8 Kommentare mit 13 Antworten

  • Vor 11 Tagen

    Das ist ziemlich peinlich. Hobby-Weltretter hinterzieht Steuern, um von seinen Millionen nichts abzugeben.

    • Vor 11 Tagen

      Kommt drauf an ...
      Erstens auf seine Gründe, zweitens auf die Verwendung der eingesparten Gelder.
      So pauschal würd' ich das nicht abwatschen wollen.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 11 Tagen

      Seeeekunde, willst du mir erzählen, der Herr Bono könne sich seine Charity nicht leisten, wenn er nicht das Geld, was er "rechtmäßig" an den Staat zahlen sollte, beiseite schaffen würde? Er könnte doch auch sein gesamtes Einkommen spenden, da geht auch nix an den Fiskus.

    • Vor 11 Tagen

      natürlich wird er das so eingesparte geld den armen dieser welt zukommen lassen, zweifelt ja wohl niemand dran.

    • Vor 11 Tagen

      @Krypta:
      Nein, ich will Dir gar nichts erzählen. Selbstverständlich gibt es keine ungerechten Steuersysteme und alle Staaten dieses Erdballs haben mit dem vereinnahmten Geld ausschließlich Dinge im Sinn, die der Allgemeinheit wohl wollen. Und selbstverständlich ist auch kein anderer Umgang für nicht gezahlte Steuergelder vorstellbar als der Ausbau des eigenen Vermögens.
      Weil - der Bono, das ist ja einer von denen. Schon klar.

      Wenn man Bonos Scheiß-Gutmenschentum permanent in Frage stellt, darf man ruhig so fair sein und auch den Scheiß-Steuernichtzahlungsvorwurf in Frage stellen.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 11 Tagen

      Erstmal ist mir der Bono und sein eventuelles Gutmenschentum im Speziellen egal. Die Gültigkeit des Vorwurfs der Steuerhinterziehung hast du mit deinem Posting auch nicht in Frage gestellt. Wenn überhaupt hast du die Moral des Ganzen hinterfragt.

      Ich fragte mich dahingehend nur, ob du glaubst, dass er (als Vertreter der Gruppe der Gutmenschen im Allgemeinen) wirklich sein gesamtes Vermögen für Charity einsetzt und deshalb, um noch mehr Charity zu betreiben, Steuern hinterziehen muss.

      Dass (Steuer)systeme vielleicht nicht gerecht sind (nach welchen Mastäben auch immer), glaube ich dir gerne, kannst'e mich auch gern mit Fakten belehren. Ich glaube aber, dass Menschen, nur weil sie wohltätig sind, nicht über den Regeln der Gesellschaft stehen.

    • Vor 11 Tagen

      @Krypta:
      Hab' ich irgendwo behauptet, daß er sein komplettes Vermögen für Charity einsetzt? Ich finde nur die These "Hobby-Weltretter hinterzieht Steuern, um von seinen Millionen nichts abzugeben" arg steil. Erstens weil - ist keine Steuerhinterziehung, zweitens weil es auch noch andere Gründe geben kann, weshalb er sich dazu entschlossen hat, das Land zu wechseln, drittens weil Verwendungszweck der eingesparten Gelder unbekannt.

      Menschen, egal ob wohltätig oder nicht, stehen nicht über den Regeln der Gesellschaft, aber es steht ihnen in den allermeisten Fällen frei, sich "ihre" Gesellschaft und deren Regeln auszusuchen. Daran kann ich erst mal nichts Schlechtes finden. Man kann ihm natürlich moralisch Vorwürfe machen, wenn er Wasser predigt und Wein trinkt, nur - tut er das?
      Klar, er hat mit diesem Kniff sicher ein paar zerknitterte Fünf-Euro-Scheine auf der hohen Kante liegen. Da er aber nicht rumgetönt hat "Werdet so arm wie die Leute, die ihr arm macht", dreh' ich ihm daraus aber zunächst mal keinen Strick. Das würd' ich eher machen, wenn sich herausstellen sollte, daß er in Unternehmen investiert hat, die nachweislich für ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, gar Kinderarbeit, verantwortlich wären, gegen die er agitiert.
      Gruß
      Skywise

    • Vor 10 Tagen

      Gut, ich finde das ist keine so steile These, da mir spontan keine plausiblere Erklärung einfällt, außer, dass er wirklich sein ganzes Geld in Charity im weitesten Sinne investieren möchte.

      Wenn ich schnell über Wikipedia fliege: Bono ist irischer Staatsbürger und versuchte wohl schon mehrmals "Steuern im Ausland zu sparen". Gegen eine der Firmen in denen er drin steckt läuft sogar eine Untersuchung wegen Steuerhinterziehung (so wie ich das verstehe).

      Seine Gesellschaft hat er sich also ausgesucht und schmuggelt da auch mal Geld raus.

      Er investierte sein Geld in Facebook (laut Wiki), das wiederum Massen von Menschen auf den Phillipinen(?) als emotionale Müllmenschen beschäftigt, die sich den ganzen Tag fragwürdige Postings anschauen, um sie zu filtern und dadurch psychisch in Mitleidenschaft gezogen werden (Quelle: Zeit-Artikel oder so, kann ich leider nicht spontan auftreiben). Was FB sonst noch so anstellt, weiß ich nicht, vielleicht sind das ja auch die Guten.

      Was nun sein Plan mit dem Geld ist, wissen wir natürlich nicht, vielleicht will er sein ganzes Vermögen an eine Stiftung weitergeben. Wenn dem so ist, fein, dann hat er nur aus besten Absichten heraus gehandelt. Trotzdem hat er sich das Geld teilweise auf dubiosen Wegen verschafft, was nicht okay ist.

      Letztlich ist das alles so verstrickt durch sein Engagement in 101 Projekten und Unternehmen, dass es schwerlich möglich ist, sich ein wirklich fundiertes Urteil zu bilden und am Ende hat er wahrscheinlich auch keine Ahnung, was alles mit seinem Geld passiert.

    • Vor 10 Tagen

      Van Elst oder Robin Hood? Das ist hier die Frage

  • Vor 11 Tagen

    Will hier etwa irgendwer unterstellen, dass der BONO dieses System nicht allein deswegen ausgenutzt hat, um es mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, indem er es ausschließlich und im direkten Gegensatz zu allen anderen Nutznießern von Briefkastenfirmen zur Gemeinschaftsbereicherung einsetzt? Was für eine Riesenscheiße!

    Hätten diese Paradise Paper-Hetzer auf ihrem Power-Trip und der eigenen ewigen Jagd nach dem nächsten Coup, der ihnen doch nur bringen soll, was BONO längst schon hat, den BONO doch einfach mal weiter machen lassen, vielleicht hätte er kurz vor seinem Abtritt noch genug angehäuft, um die bis dahin abgewirtschafteten Europa und Nordamerika zu kaufen, um sie schließlich Afrika zu vermachen!

    Was für eine Riesenscheiße, die uns alle wieder mal nur als Verlierer zurück lässt. Denn nun wird daraus nichts, die paar popeligen Millionen werden gerade so für Prozesse, öffentliche Gegendarstellungen zum Aufpolieren des angeknacksten Rufs und höchstens noch Australien ohne Neuseeland reichen, aber wer will schon Australien? Ein Kontinent, in dessen Umgebung sich an jeder Stelle eine Soziotoxizitätsrate von gut 0,25 BONO pro Quadratkilometer nachweisen lässt und der mit einer Fläche von nicht einmal 7,7mio. Quadratkilometern gerade so die Hälfte des benötigten Stauraums im Falle der angedachten Konservierung von BONOs massiven Egos für die Nachwelt bietet.

    Ach ja, und natürlich +40 Jahre U2 live. Dank bester medizinischer Versorgung wird sich BONO sicher auch noch mit 120 auftrittsfähiges Alter zuschreiben. Was für eine Riesenscheiße.

    • Vor 10 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 10 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 10 Tagen

      Mach ihm doch einen Heiratsantrag, du Hinterlader.

      Es ist wirklich ziemlich schwach, dass Du hier einen auf "Alteingesessener" machst, aber nichtmal die Eier hast mit Deinem eigentlichen Account zu posten. Vmtl weil du damals mit Zyni einfach zu viele Federn gelassen hast.