laut.de-Kritik

Synergieeffekte im Bpitch-Control-Stall.

Review von

Ein Berliner Trio Infernale hat sich zum zweiten Mal nach der 2003er "Auf Kosten der Gesundheit-EP zusammengefunden, um uns mit Synergie-Musik zu erfreuen: Modeselektor + Apparat = Moderat. Sebastian und Gernot von Modeselektor und Sascha Ring alias Apparat haben elf Songtracks auf dem ebenfalls "Moderat" betitelten Album Leben eingehaucht.

Facettenreich, poppig, dubbig schimmern die musikalischen Handschriften der Vorzeige-Bpitcher hindurch. Etwa bei "Rusty Nails", bei dem Apparat himself super-deepen Gesang beigesteuert hat. Der Song ist zugleich die erste Single-Auskopplung und dürfte auch Fans des Labelkollegen Paul Kalkbrenner erfreuen.

"Seamonkey" destilliert danach die Apparatsche Melancholie und die hämmernden Beat-Konstrukte, für die Gernot und Sebastian bekannt und gesucht sind. Das Ergebnis ist ein druckvoller Strahler mit dem Prädikat Rave.

Ähnlich symbiotisch ist auch die Zusammenarbeit bei "3 Minutes Of": Kopfkino-Sounds erzeugen wohlige Stimmung, bis der spät einsetzende Beat alles klarmacht. Wie Anfangs erwähnt, kommt bei Moderat der Pop-Appeal nicht zu kurz: "Sick With It" überzeugt durch Hymnenhaftigkeit und subtile 80er-Referenzen. Wer Pop macht, darf auch vielseitig sein. Dies beweist "Porc 1", ein musikalischer Acid-Trip durchs Kopfkino.

Die aufwendig verdichtete, perfekt gemischte und vielspurige Produktionsweise bedürfte bei diesen Erzeugern eigentlich keiner Erwähnung. Clever arrangiert sind die Tracks ebenfalls, ein gutes Beispiel hierfür: "Nr. 22", bei dem Erinnerungen an Filmmusik und Afterhours im Schwimmbad wach werden.

Einziger kleiner Wehrmutstropfen ist die fehlende "Krassheit" des Sounds, die auf der EP so stilbildend war. Andererseits kann man sagen: Moderat haben auf ihrem Album die Semantik ihres Sounds und die ihres Namens zusammengeführt - die neue Rave-Gezähmtheit ...

Trackliste

  1. 1. A New Error
  2. 2. Rusty Nails
  3. 3. Seamonkey
  4. 4. Slow Match (feat. Paul St. Hilaire)
  5. 5. 3 Minutes Of
  6. 6. Nasty Silence
  7. 7. Sick with It (feat. Dellé)
  8. 8. Porc #1
  9. 9. Porc #2
  10. 10. No. 22
  11. 11. Out Of Sight

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12 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    Ja, was soll ich sagen? Ich habe sie gestern im Rahmen des C/O-Pop-Festivals gesehen und ich kann euch nur dringend empfehlen, sich näher mit dieser "Supergroup" von BPitch Control zu beschäftigen.

    m.baumgard hat es eigentlich schon ganz gut getroffen, Porc #2 und Seamonkey kommen in meine persönliche Tracklist 09. :)

  • Vor 8 Jahren

    Auch mal zugelegt, da ich Modeselektor sehr mag und "A New Error" mich sehr gepackt hat. Irgendwo zwischen deep und melancholisch, sowie kraftvoll und drückend, besser kann mann´s nicht beschreiben. Elektronik mit Emotionen. Aufgebaut, wie ein gutes DJ- Set. Lässt sich prima am einen Stück durchören und besitzt jede Menge Atmosphäre. Ein klasse Album.

  • Vor 8 Jahren

    Sehr richtig, die Atmosphäre ist eine der großen Stärken dieses Albums.
    Meine Lieblinge sind Rusty Nails, Sick with it und die beiden Porc-Teile. Gerade wegen diesen Liedern ist es nicht nur ein tolles Album für Elektronik-Fans, sondern einfach für jeden der mal schöne Musik hören will.
    Für das Artwork und die edle Aufmachung der Papphülle gibts auch nochmal mindestens einen Zusatzpunkt!