Porträt

laut.de-Biographie

März

Es geschieht nicht alle Tage, dass eine Band auf einem kleinen Independent Label ihr Debütalbum aufnimmt und nur kurze Zeit später Pakete mit dem begehrten Songs in alle Welt verschickt. Das Frankfurter Duo März kann auf eine solche Erfolgsgeschichte zurückblicken. Ihr 2002 auf Karaoke Kalk veröffentlichter Erstling "Love Streams" spült Albrecht Kunze und Ekkehard Ehlers Fanpost aus den USA und Japan in den Briefkasten.

Rund um den Globus zeigt man sich begeistert von den lockeren und doch immer auch ein wenig schrägen Popsongs der beiden Vollblutmusiker. Sowohl Kunze als auch Ehlers kommen aus einem elektronischen Background. Kunze gastiert mit dem Album Testarchiv auf dem Münchner Label Disko B, wo auch DJ Hell und Richard Bartz des öfteren vorbeischauen. Ehlers findet mit seinen Soundexperimenten auf dem Frankfurter Label Mille Plateaux eine erste Heimat. Im Umfeld der Clicks 'n' Cuts-Tüftler fühlt er sich bestens ausgehoben.

Daneben veröffentlicht er aber auch auf einschlägig vorbelasteten Imprints wie dem Berliner Label Staubgold oder auf Orthlorng Musork, dem in San Francisco beheimateten Experimentierfeld von Kit Klayton, wo auch die Gold Chains erste Schritte unternehmen. Mit März wollen die beiden Sound-Ingenieure ihre ganz eigene Interpretation von Popmusik zum Leben erwecken. Elektronisches und Akustisches passen hier bestens zusammen und ergänzt sich zu großstädtischem Electro-Folk.

Die erste März-Maxi "One From The Heart", mit der Kunze und Ehlers 2001 den Startschuss für ihr Projekt geben, verrät noch deutlich, welchen Background die beiden mitbringen, und geht doch gleichzeitig neue Wege. Mit "Love Streams" spielen sie sich im Jahr darauf an die Spitze der Karaoke Kalk-Künstler, liefern den erfolgreichsten Longplayer auf dem kleinen Label ab und leben ihre ganz eigene Definition von Popmusik aus.

Neben seiner Profession als Musiker bei März unterrichtet Ekkehard Ehlers an der Merz-Akademie in Stuttgart, wo er einen Lehrauftrag für zeitbasierte Medien innehat. Dort kann er seine Leidenschaft für moderne Klassik in vollen Zügen ausleben; nicht immer zur Freude seiner Studenten. Die dürften am zweiten März Longplayer weitaus mehr Gefallen finden. Schließlich machen allerlei eingestreute Banjoklänge, hallbelegte Gitarrenakkorde und jede Menge Samples aus dem Leben, den März-Pop auf "Wir Sind Hier" zu einer lebendigen Sache.

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