laut.de-Kritik

Adios Suff-Romantik.

Review von

"Like the water in the sea everything comes naturally." Hinterher ist immer leicht reden. Als sich Friska Viljor 2012 zusammensetzen, um eine neue Platte in Angriff zu nehmen, geht da gar nichts naturally. Es macht nicht sofort 'klick', und wenn man obendrauf auch noch "stinkfaul" ist, dann widmet man sich eben lieber schöneren Dingen, einer Familiengründung etwa. Zwei Geburten später läuft es besser und die bereits gebuchte Tour macht Joakim und Daniel zusätzlich Feuer unter dem Hintern, "Remember Our Name" endlich fertig zu stellen.

Das Ergebnis dieses Schnellschusses erschreckt beim ersten Hören etwas. Die Produktion geriet sehr viel sauberer als zu "Bravo!"-Zeiten. Was sich mit "The Beginning Of The Beginning Of The End" ankündigte, läuft nun stringent weiter. Nicht mehr so schräg sind die Vocals, nicht mehr so liebenswert minimalst schief gestimmt die Instrumente.

Aus und vorbei ists mit der Suff-Romantik. Das mag der eine nun als professionell ansehen, der andere mag monieren, dass gerade dies den Friska Viljors Charme ausmachte. Drum: Platte anhören. Platte anhören und mitsummen. Nach dem dritten Durchlauf packt sie einen dann, die Euphorie.

Die Schweden mischen auf ihrem fünften Longplayer wild und munter Stilrichtungen ineinander. "Did You Ever" versetzt in Schunkellaune, viel Spaß machen "Easy Is Hard" und die Singleauskopplung "Bite Your Head Off". Schon bei frühen Songs wie "Monday" setzten Friska Viljor auf starke Synthies – mit "Boom Boom" treiben sie es in puncto Poptauglichkeit und cheesy Sounds nun auf die Spitze - und eine Spur zu weit.

So einfach wie genial kommt "Flageoletten", das als langsame Polka beginnt und im Refrain mit Bläsern und Chorgesängen pompöser auffährt. "The F" wird bei Liveauftritten dank Melodica und Glockenspiel für beste Stimmung sorgen, zu "Stalker" ist den Schweden ein gestandenes Mitpfeifkonzert ihres Publikums so gut wie sicher. Doch auch schwermütige Tracks stecken auf "Remember Our Name". Erstmals traut sich Daniel als Leadsänger ans Mikrofon und gibt unter anderem mit "I'm Not Done" melancholische, von Trompeten untermalte Töne von sich.

Warum auch diese Platte trotz Startschwierigkeiten funktioniert? Weil Friska Viljor wohl eine der sympathischsten und menschlichsten Bands überhaupt ist, und sich Daniel und Joakim selbst niemals zu ernst nehmen: "So the question stands why you listen to me. I know nothing about life or how to make it better indeed. Doing the same thing two decades in should be proof enough, never take advise from this mouth." Solch ehrliche Ratschläge hört man eben gerne.

Trackliste

  1. 1. Did You Ever
  2. 2. Stalker
  3. 3. Bite Your Head Off
  4. 4. Boom Boom
  5. 5. Easy Is Hard
  6. 6. I'm Not Done
  7. 7. Streelights
  8. 8. The F
  9. 9. Until The End
  10. 10. Flageoletten
  11. 11. Remember My Name

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1 Kommentar

  • Vor einem Jahr

    nach langem warten ist es nun endlich soweit die neue platte von meinen lieblingsschweden ist da. ich muss sagen, ich bin begeistert. nach den starken vorgängern wie bravo und tour de hears ist dieses album eine glanzleistung. es ist natürlich schon rauf und runtergelaufen und die liebsten songs wie flagolette, stalker, streetlights und the f haben sich schon raus kristalisiert. aber auch songs wie did you ever und boom boom sowie die singel auskopplung bite your head off gehen ins unterbewusst sein rein. die ohrwürmer sind garantiert.das konzert wird schon sehensüchtig erwartet. also großes lob und danke an friska viljor