laut.de-Kritik

Alte Fans verspüren ein angenehmes Schaudern.

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In den letzten Jahren fiel es immer schwerer, die Fields Of The Nephilim noch ernst zu nehmen. Daran trägt Frontförster Carl McCoy einen Großteil der Schuld, denn die letzten Veröffentlichungen - die er gerne auch mal mit großen Reunion-Arien ausschmückte - erwiesen sich im Nachhinein als leere Worthülsen.

So etwas hilft natürlich nicht, den eigenen Legendenstatus aufrecht zu erhalten. Viel sinnvoller ist es, um die Band ein Mysterium aufzubauen und sich über die mitwirkenden Musiker kräftig auszuschweigen. So etwas schürt die Gerüchteküche und hält den Namen im Gespräch. Irgendwie schade, dass es mit McCoy inzwischen schon so weit gekommen ist, dabei hätte er sich doch einfach auf die Qualität von "Mourning Sun" verlassen können.

Schließlich handelt es sich bei den sieben Songs des Albums um ein paar Stücke, die die Atmosphäre und die Emotionen alter Fields Of The Nephilim-Nummern perfekt transportieren. Carl McCoy is back und zwar nicht mit irgendwelchen halbgaren Unzulänglichkeiten, sondern mit der lange vermissten Düsterheit und Intensität, die die Band schon immer ausgemacht hat. Zusammen mit den Sisters Of Mercy avancierten sie so zu den Godfathers der Gothic-Szene.

Obwohl "Shroud (Exordium)" eigentlich nicht mehr als ein fast sechs minütiges Intro ist, werden die alten Fans ein angenehmes Schaudern verspüren. Chorale Gesänge und mehr Ahnungen als Gewissheit bereiten auf "Straight To The Light" vor. Jenes legt dann richtig los. Dem Bass kommt dabei eine fast tragendere Rolle zu als der Gitarre. Wie so oft hat es den Anschein, als sei die Musik nur notwendiges Beiwerk, um McCoys Stimme entsprechend in Szene zu setzen. Das gelingt auch bestens.

"New Gold Dawn" beginnt zögernd und verhalten, doch je weiter sich der Song entwickelt, desto dunkler und wütender brechen die Emotionen aus dem Sänger heraus. Mit Vogelgezwitscher steigt "Requiem XIII-33 (Le Veilleur Silencieux)" sehr entspannt ein, um durch seine spartanische musikalische Untermalung beklemmende Gefühle zu erzeugen. Das Stück hat das Zeug zum Klassiker und wäre vermutlich auch auf "Elyzium" nicht aus dem Rahmen gefallen.

Deutlich treibender geht es bei "Xiberia (Seasons In The Ice Cage)" zu. Vor allem der verzerrte Gesang und die harten Gitarren lassen deutlich Parallelen zu Nefilim ziehen. Ein solches Maß an elektronischen Mitteln ist für die Fields eher ungewöhnlich, aber Veränderungen bestimmen das Leben. Fast komplett gegensätzlich erscheint in diesem Zusammenhang eine träumerisch schöne Nummer wie "She".

Die definitive Akkumulierung aller Stärken und Trademarks, die Fields Of The Nephilim je ausgezeichnet haben, findet sich im abschließenden über zehn Minuten langen Titeltrack. Dieses Stück stellt ein Paradebeispiel dafür dar, wie sich Carl McCoy und unbekannter Anhang fortan präsentieren wollen. Da es anscheinend feste Absichten gibt, zu touren, lässt sich vielleicht zumindest dieses Geheimnis bald lösen.

Trackliste

  1. 1. Shroud (Exordium)
  2. 2. Straight To The Light
  3. 3. New Gold Dawn
  4. 4. Requiem XIII-33 (Le Veilleur Silencieux)
  5. 5. Xiberia (Seasons In The Ice Cage)
  6. 6. She
  7. 7. Mourning Sun

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