laut.de-Kritik

Nichts Neues von Gott.

Review von

Hatte sich Favorite auf seinem letzten Album "Neues Von Gott" noch als "Europas Wichtigster Mann" getauft, missioniert er diesmal unter dem provokanten Titel "Alternative Für Deutschland". Fav is back und befindet sich also erneut "On The Mission".

So heißt dann auch gleich der erste ausgekoppelte Track. Tja, was soll man sagen, ein Lied, wie es im Favorite-Bilderbuch steht. Fav schießt auf einem nervös-schlotternden Rizbo-Beat gegen andere Sprechgesangsartisten ("Ich baller’ euch weg, es rauchen Rifles / Die Rapper hier sind echt der allerletzte Haufen Scheiße / Die werden ausgeweidet"). Heidi Klum bekommt gleich in jeder Strophe einen übergebraten ("Heidi Klum sieht mich – Blitzhochzeit / Ihr Schlitz verschleimt / Ich popp' rein / Denk mir Fischloch – nein!") und die Hook setzt sich aus "Da-da-da-da-da-da-da-damm-damm-damm" zusammen.

Nach dieser mustergültigen Umnachtung poppt uns Christoph Alex bei "5 Grad über Hitzefrei" mit der zweiten Single "Westside Ryder" in ganz andere Gefilde. Thematisch beschreibt er die Liebe zu einem Jaguar – soweit nichts Verwerfliches in seinem Skurrilitäts-Kabinett. Die durchgängige Gesangsdarbietung kommt jedoch so langsam in die Gänge wie ein Fahrrad, das versucht mit einem Formel 1-Boliden mitzuhalten.

Doch damit nicht genug: Favorite greift auf dieser Platte fast schon tiefer in die Pop-Schublade als seine Selfmade-Labelkollegen von den 257ers. "Baby", "Wir Beide", "Superugly" oder aber "If I Can't": Wenn eine Favorite-Komposition musikalisch beschämender daherkommt als die Lyrics, dann hat man was falsch gemacht. Man muss Favorite zwar zu Gute halten, dass er neben den gewohnt pumpenden, synthielastigen Hip Hop-Arrangements für kreative Abwechslung sorgen will. Für meinen Geschmack treibt er es aber mit fünf bis sechs Songs im gleichen Stil ein bisschen zu weit.

Zurück zum "Intro": Hier besänftigt uns Favorite, indem er uns erklärt: "Alex lenkt das Business" und erklärt, wie er eigentlich zu einem Mann wurde. Anschließend versorgt uns Favorite mit der tosenden "Straßenhymne" und Punchlines im Sekundentakt: "Ich furze dem Kind von Kate in die Fresse – Wind of Change".

Fürze umtreiben ihn dann auch wie gewohnt in den restlichen Anspielstationen. Ebenso wie Koks, Crack, Waffen und Bitches. Am Ende ist es halt wie immer mit einem Favorite-Album: Zunächst freut man sich auf eine der seltenen Platten des talentierten Esseners. Dann bekommt man drückende Rizbo-Beats, ein wenig Singsang und jede Menge bizarre Punchlines. Nichts Neues von Gott.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. Straßenhymne
  3. 3. Willkommen In Essen City
  4. 4. On The Mission
  5. 5. If I Can't
  6. 6. Skit
  7. 7. Wie Er
  8. 8. Wer Hat Die Macht
  9. 9. Baby
  10. 10. Westside Ryder
  11. 11. 2Pac Hologramm
  12. 12. 5 Grad Über Hitzefrei
  13. 13. Superugly
  14. 14. Wir Beide

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9 Kommentare mit 17 Antworten

  • Vor 14 Tagen

    wenn er cool gewesen wäre, hätte er sein ALbung "Alles für Doitschland" genannt :koks:

    Eigentlich ist fave ein opfer seiner zeit. das was er (früher) gut gemacht hat und jetzt dafür geld will, manchen inzwischen andere besser... für youtube-clicks.
    Eigentlich wurde sein Posten schon mit der Verpflichtung von Karate ANdi vakant, der gerade sein geringes talent an SR verliert. Warum Fav in der heutigen Zeit, wo ohne dreifach platin auf kryptonit nicht mehr nach hause gegangen werden darf, ist mir immer noch ein rätsel. wahrscheinlich darf semiten-elvir fotos von faves tochter im darknet verticken.

    Aber scheiss drauf! "was warsteiner? Ich trinke bordsteiner-pils...bin mordsgebildet... ich lese den sportteil der BIld" entertaint mich auch nach 7 jahren noch

    • Vor 14 Tagen

      da fehlt irgendwo ein "immer noch veröffentlichen darf"

    • Vor 14 Tagen

      Ich würde das Thema Fav/elvmade gerne ausführlicher kommentieren, bin aber zu dicht und habe jetzt schon Jahre für den Scheiss hier gebraucht...Fav muss release, sonst kickt Elvir seinen fetten Arsch

    • Vor 13 Tagen

      Man, das mit Karate Andi wollte ich auch schreiben. Der ist jetzt auch nicht der große Lyriker, aber teilweise mega die Beats und unterhaltsam asi. Fave und 257 mit ihrer poppigen pseudo-witzig-provokanten Scheiße mittlerweile schwer zu ertragen für mich.

  • Vor 13 Tagen

    Fave ist seit Christoph Alex für mich nur noch ein Guilty Pleasure oder wie man das nennt. Bis einschließlich CA konnte ich jedes Album von ihm gut durchhören und würde mich auch durchaus als Fan bezeichnen, aber was er seit Neues von Gott abliefert, holt mich gar nicht mehr ab. Habe auch AfD jetzt einmal durchgehört, und hängen geblieben ist nur der Track mit Shneezin und dem andern Homie, weil es genau der Fave Track ist, den ich haben will. Die beiden Videos im Vorfeld waren so Gülle, vielleicht liegt es auch daran, dass ich keine Lust habe, dem noch eine Chance zu geben.
    Und zu seinem Lifestyle hab ich hier wahrscheinlich schon genug geschrieben. Es ist einfach nur traurig, und auch dieses Release bzw die Promo lässt vermuten, dass es ihm nicht soo gut zu gehen scheint. Da ist mir der Pepp-Fave von früher lieber, der zwar auch abgefuckt war, aber irgendwie noch so rüberkam, als hätte er wenigstens ein wenig Bock aufs Leben. Glaube auch, dass Slick den nur noch wegen der alten Zeiten auf SR hat und es ein Nullgeschäft für ihn ist, da kamen ja bis auf zwei lahme Videos im Vorfeld gar nichts.

    Fave macht mich traurig, und das ist doch irgendwie schon sehr verkehrt.