laut.de-Kritik

Maue Rückkehr nach fast sieben Jahren Albumpause.

Review von

1985 verließ Rozz Williams Christian Death, um sich auf seine Projekte Premature Ejaculation und Heltir zu konzentrieren. Ab 1986 nutzte Valor Kand als Songwriter die Band, um möglichst effektiv gegen gängige religiöse und moralische Prinzipien aufzubegehren. Dabei fiel er mehr mit geschmacklosen Plattencover und einer grenzwertig nihilistischen Ideologie auf denn - mit Ausnahme von "Atrocities" aus dem Jahre 1988 - mit bahnbrechender Musik.

Mitte der 90er-Jahre erweckte Rozz Christian Death wieder zum Leben, während Valor unter dem selben Namen fleißig Platten aufnahm. Nach dem Suizid Williams' 1998 lastete das Erbe der Formation alleine auf Kands Schultern. Das verwaltete er zusammen mit Sängerin Maitri mehr schlecht als recht, woran sich auch mit "Evil Becomes Rule", dem ersten Christian Death-Album seit fast sieben Jahren, nicht viel ändert.

Dabei lässt "The Alpha And The Omega" zunächst mit seinem sich langsam, aber kontinuierlich steigernden Spannungsaufbau besseres erhoffen, auch wenn die geisterhaften Vocals Maitris im Refrain nicht so recht zum Song passen. Das Zusammenspiel der beiden Stimmen funktioniert dafür im anschließenden "New Messiah" umso besser, bereichert die Niederländerin den heftig rockenden Track doch um beschwörende Nuancen. Nur büßt die Nummer durch die leblose Produktion, die sich durch die gesamte Platte zieht, ein wenig an Druck ein.

In "Elegant Sleeping", das noch am ehesten an den klassischen Deathrock zu Beginn der Karriere von Christian Death erinnert, übernimmt Maitri alleine den Gesang und beweist, dass sie eine genauso gute Figur abgeben könnte wie einst Jarboe bei den Swans, wenn man die Songs mehr an ihre Stimme anpassen würde.

Ansonsten versteift sie sich darauf, Valors Organ übertönen zu wollen und fährt so eigentlich recht passable Nummern wie das von rhythmischen Drums und hymnischen Melodien geprägte "Abraxas We Are" oder das düsterrockige "Rise And Shine" gnadenlos an die Wand. In "Beautiful" hört man sie ein weiteres Mal ausschließlich alleine am Mikro, doch leider gerät ihr Vortrag zu monoton und zu wenig fesselnd, um früheren Christian Death-Chanteusen wie Eva O oder Gitane Demone auch nur ansatzweise das Wasser reichen zu können.

Valor gibt da mit seiner zwischen leicht bowiesken Gesangslinien und dunklen Spoken Words pendelnden Stimme eine etwas bessere Figur ab, allen voran in "The Warning", das mit cineastischen Einschüben und interessanten Industrial-Rhythmen aufwartet. Nur leider geht ihm gegen Ende der Scheibe songwriterisch immer mehr die Puste aus, was im grässlichen "Who Am I"-Zweiteiler mündet, der von einem stinköden Spannungsaufbau sowie nervigen Gesängen und Ethno-Versatzstücken aus der Ramschabteilung lebt, die zuvor in "Rise And Shine" eher hintergründig zum Einsatz kamen.

Letzten Endes hat "Evil Becomes Rule" an einigen Stellen ein paar recht ordentliche Ansätze zu bieten. Dafür hapert es an anderen Stellen umso mehr.

Trackliste

  1. 1. The Alpha And The Omega
  2. 2. New Messiah
  3. 3. Elegant Sleeping
  4. 4. Blood Moon
  5. 5. Abraxas We Are
  6. 6. The Warning
  7. 7. Beautiful
  8. 8. Rise And Shine
  9. 9. Evil Becomes Rule
  10. 10. Who Am I (Part 1)
  11. 11. Who Am I (Part 2)

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