laut.de-Kritik

Das Wolfsrudel hetzt die arme Seele.

Review von

Nach wie vor sind Pagan Metaller von Varg ein heißes Eisen, die Anfeindungen seitens der Antifa und ähnlicher Gruppen reißen nicht ab. Für Außenstehende ist es mittlerweile aber nahezu unmöglich, in dem Wust aus Vorwürfen, Anschuldigungen und Hetzschriften noch den Durchblick zu bewahren.

Fakt ist jedenfalls, dass Varg auf ihrer Homepage klar gegen Rechtsradikalismus Stellung beziehen, und auch live halten sie sich an klare Ansagen. In Köpfe kann man auch bei den Bayern nicht reinschauen, und wie es mit der tatsächlichen Einstellung der Band aussieht, lässt sich nur schwer beurteilen. Zumal Fronter Freki mit seiner Lyrik nach wie vor in Bereichen agiert, die es dem Kritiker oftmals nur allzu leicht machen, ihn in eine nationalsozialistische Ecke zu drängen. Ärgerlich und in gewisser Weise auch dumm - aber kommen wir zur Musik.

Und die beginnt nach einem Intro, in dem erst ein Wolfsrudel eine arme Seele durch den Schnee hetzt, mit sehr heroischen Keyboards, die perfektes Soundtrack-Ambiente liefern. Der Übergang in die Bandhymne "Wir Sind Die Wölfe" erfolgt nahtlos. Freunde von Amon Amarth werden sich nach dem Midtempo-Stampfer genauso wie nach dem finalen "Glutsturm" schon bald die Finger lecken.

Freki beschwört, ähnlich wie im Titeltrack, mit Pathos den Glauben an sich selbst, die Band und den Durchhaltewillen gegen alle Schmährufe. Wenn man noch den abrupten Wechsel zwischen epischen Melodien und beinahe punkigen, stumpfen Riffs in "Glorreiche Tage" in Betracht zieht, ist es kein Wunder, wenn mancher bei der Band Parallelen zu den Onkelz sieht, nicht nur, was die Texte angeht.

Während der Großteil der Songs im mittleren Geschwindigkeitsbereich stattfindet, legt "Schwertzeit" zunächst einmal gut los, passt sich aber bald dem gängigen Tempo an. Doch vor allem "Naglfar" und die mittlerweile traditionelle Fortführung von "Blutdienst", bricht in Sachen Speed gerne mal deutlich nach oben aus.

Tatsächlich haben es auf "Wolfskult" auch wieder einige klare Gesangslinien wie in "Schwertzeit" geschafft, was sehr gut zum Stil der Bayern passt. Auch ansonsten passt Freki seine Gesangsstil zwischen heiserem Gekeife und tiefen Growls den Songs gut an. Dass da in manchem Lead der Gitarren nicht jeder Ton immer ganz sitzt, ist allerdings schon leichtsinnig.

Trackliste

  1. 1. Jagd
  2. 2. Wir Sind Die Wölfe
  3. 3. Schwertzeit
  4. 4. Wolfskult
  5. 5. Nagelfar
  6. 6. Glorreiche Tage
  7. 7. Phönix
  8. 8. Blutdienst III
  9. 9. Sehnsucht
  10. 10. Glutsturm

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9 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Wenn schon Pagan, dann Helrunar und nicht diesen Käse.

  • Vor 11 Jahren

    Da kann ich Menschenfeind nur zuzustimmen! Während Burzums Musik (und ich meine nur die Musik) nun wirklich gar nichts mit NS zu tun hat, sind beim Hören des Tracks "Wolfskult" vor meinem inneren Auge die SS-Sturmtrupps durchmarschiert. Man sollte die Verhältnisse sehen, zumal Burzum im Gegensatz zu Bands wie Varg musikalisch immer noch neue Marken setzt.

  • Vor 11 Jahren

    *Ironie an*

    Ja, Burzum sind schon hart unpolitisch und haben absolut nichts mit Nazis zu tun. Dem armen Varg wurde immer nur Unrecht getan. Armer Kerl. Von einer jüdisch-linksfaschistischen Obrigkeit verfolgt, genau wie Landser und Absurd. An deren schlechten Ruf ist die israelische Regierung und ein paar pubertierende Antifaschisten schuld.

    *Ironie aus*