laut.de-Kritik

Es hätte schlimmer kommen können - aber auch besser.

Review von

Ja, es war Schlimmes zu erwarten. Da bekommt der Sohn eines Prominenten Lust zu singen und erwartet, dass der Markt dieses Fabrikat dann auch noch jubelnd aufnimmt. Doch, wenn "Cookies" auch keinen Anlass zum Jubeln bietet – es hätte schlimmer sein können.

Wilson Gonzalez (als hätten seine Eltern geahnt, dass er mit so einem absurden Namen nur "Rockstar" werden kann) hat sich die ganz Großen zum Vorbild genommen: Queens Of The Stone Age, Led Zeppelin, Arctic Monkeys. Sein Produzententeam hat ihm ein kleines Album zusammengeregelt, das beide Rock-Kontinente in sich vereinigt.

"New York City" soll sich textlich mit der immer straffer werdenden Kontrollstruktur in den USA auseinandersetzen, in denen Wilson eine Zeitlang gelebt hat. Ironischerweise geschieht dies instrumentell voll im Genre des guten alten amerikanischen College-Rock. Die simple Melodie und der "Babababa"-Background schrammen zwar hauchdünn am Rande des Nervtötenden vorbei, aber wie gesagt – es hätte schlimmer sein können.

"Killing Me" offenbart schließlich zum ersten Mal Herrn Ochsenknechts Kleinjungen-Stimme, die alle handwerkliche Seriosität hier nicht mehr vertuschen kann. Mag sein, dass der ehemalige Chorknabe in zehn Jahren die Töne ordentlich trifft. Jetzt bewirken sein knabenhafter Adoleszenz-Gesang und seine schulenglische Aussprache eher, dass man ihn herzen statt mit ihm headbangen möchte.

Das jedoch ändert nichts an der Vielfalt des Albums. Wo in den ersten zwei bis drei Liedern noch amerikanische Töne vorherrschen, wechselt "Another Girl" die Ozeanseite in Richtung Britpop. Eine Franz Ferdinand'sche Gitarre begrüßt am Portal des Songs, später rockt es wie im Deutschland der späten Neunziger.

Insgesamt erinnert das Album an eine uninspirierte Version von Liquidos Erstling, der damals ein schönes Stück Musik war. Doch was damals aktuell war klingt heute veraltet. Man merkt, dass "Cookies" ein Rock-Album sein soll. Und deswegen hangelt Wilson sich von einem Genre-Stereotyp zum nächsten.

Jimmy Eat World sind zu hören, ein Nirvana-Zitat ("I want cookies"), Fred Dursts heiseres Schreien ("All For Free") – aber kein Wilson. Dass seine Stimme unsexy ist, dass er nur über seinen Vater ins Tonstudio gekommen ist – geschenkt. Der Junge hat keinen schlechten Musikgeschmack, er schreibt wenigstens seine Texte selbst – "Cookies" jedoch lässt nicht einen Hauch Persönlichkeit dieses Knaben erahnen.

Trackliste

  1. 1. New York City
  2. 2. Ronaldinho
  3. 3. Killing Me
  4. 4. Little Something
  5. 5. Another Girl
  6. 6. I'm Fallin'
  7. 7. Cookies
  8. 8. Hey Hey Hey
  9. 9. All For Free
  10. 10. Do You Know
  11. 11. Ordinary Lives
  12. 12. Obsession

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9 Kommentare

  • Vor 11 Jahren

    Solche "Musik" braucht kein Mensch ... genau so wenig wie die von seinem Bruder da.
    Meinen doofen Kommentar braucht zwar auch niemand, weil so ziemlich jeder die Platte scheiße findet, aber ich musste es trotzdem mal sagen ^^

  • Vor 11 Jahren

    Hab vorhin zu meinem eigenen Unglück sein Video sehn müssen.
    Wie der rest der Platte ist kann ich nicht beurteilen aba das war einfach nur schlecht.
    Ohne den Namen vom Papi hät er soo garantiert nie nen Plattenvertrag bekommen.

  • Vor 11 Jahren

    hey, wenn ihr der sohn von uwe ochsenknecht wärt hättet ihr auch so eine scheiß Platte gemacht! Also singen wir nun als nicht Söhne und Töchter: "Ham wa noch ma schwein gehabt"