laut.de-Kritik

Südsee-Tunes mit Hawaii-Faktor und Maui-Vibe aus dem Frankenland.

Review von

Jetzt brat mir einer 'nen Storch. Wenn Weiße laut Ray Charles keinen Blues haben und der "White Man" keinen Reggae tun kann, dann dürfte als logische Schlussfolgerung diese Band gar nicht existieren. Denn was die Franken der Waikiki Beach Bombers hier aus dem Ärmel geschüttelt haben, spottet eigentlich jeder Beschreibung. Südsee-Tunes mit Hawaii-Faktor und dem Maui-Vibe kicken dich samt zweier geniöser Cover-Versionen in den schon verblassten Sommer zurück. Ehe man es sich versieht, hat man ein Baströckchen um die Hüften und fängt an, im Takt den Allerwertesten zu shaken.

Der Opener "Hula Hoopa", die Vorab-Single "Who" und das bis zum Anschlag groovige "Coconut Lover" sind cooler as fuck und hinterlassen einen komischen Eindruck: das sollen Deutsche sein? Neben dem gegrillten Adebar kommt auch der aufgebundene Bär zum Einsatz. Woher im Frankenland soll denn bitteschön diese Lässigkeit her kommen, mit der der Fünfer sich an exotischem Liedgut vergreift? Die Antwort auf diese Frage liegt wahrscheinlich irgendwo in der Ahnentafel der Mannen um Bernd Batke vergraben. Wahrscheinlich hieß ein Ur-Ur-Ur-Ahne des Sängers in Wirklichkeit Makani Bah-t-Ke, eine andere Erklärung für den vorliegenden Sound-Cocktail gibt's einfach nicht.

Neben den locker fluffigen Rhythmen haben die Beach Bombers aber auch angepunkte Sachen auf Lager. Das an das Ramones'sche "Rockaway Beach" erinnernde "RPM" und "FBI's Most Wanted" setzt genau an den Stellen wieder den Fuß aufs Gaspedal, wo man vor lauter Sommer-Visionen im Delirium schon barbusige Mädels zu erblicken glaubt. Den sprichwörtlichen Vogel schießen sie aber mit zwei arschgeilen Cover-Versionen ab. Man mag über die mittlerweile ausgebrochene Cover-Mania denken, was man will, aber wer die Chuzpe hat, Green Days "Basket Case" in einen Tschatscha-Rhythmus zu quetschen, hat den Weird Al Yankovic-Orden am roten Bande verdient. Noch nicht genug? Gut, denn "Unknown Stuntman" gibt dir den Rest. Wer sich noch entsinnen kann, wird die unsäglich doofe Serie "Ein Colt für alle Fälle" noch dumpf im Hinterkopf haben und genau jenem Titeltrack haben sich die Spaßvögel angenommen.

Für alle, die jetzt schon den warmen Monaten hinterher heulen, sei "Hularama" uneingeschränkt empfohlen. Besser als mit Johanniskraut und anderen Placebos holt man sich die 30 Grad mit den Waikiki Beach Bombers zurück ins Wonzimmer.

Trackliste

  1. 1. Hula Hoopa
  2. 2. RPM
  3. 3. Don't
  4. 4. FBI's Most Wanted
  5. 5. Basket Case
  6. 6. Who
  7. 7. Basement
  8. 8. Unknown Stuntman
  9. 9. Coconut Lover
  10. 10. Love Me
  11. 11. We Bomb The Beach
  12. 12. If I Ever
  13. 13. Beach Bomb

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