laut.de-Kritik

Das Comeback wiegt den Verlust von Bloodsimple nicht auf.

Review von

Die Reunion von Vision Of Disorder sehe ich als Fan mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Dass die Jungs wieder am Start sind und mit "The Cursed Remain Cursed" ein neues Album vorlegen, ist natürlich erst einmal cool. Dass dafür eine richtig geile Band wie Bloodsimple über den Jordan gehen musste, ist allerdings bedauerlich.

Lässt sich aber leider nicht ändern, denn nun gehört die Aufmerksamkeit von Shouter Tim Williams und Gitarrist Mike Kennedy wieder ganz Vision Of Disorder, die sich mit ihrem Comeback-Album gehörig Zeit gelassen haben. Leider wurde die nicht dazu genutzt, um mit einem echten Hammeralbum zurück zu kommen, auch wenn "The Cursed Remain Cursed" zum 20-jährigen Jubiläum ist eine heterogene Mischung aus sämtlichen Vorgängern geworden ist.

Der Einstieg "Loveless" haut gerade in Sachen Vocals heftig rein, steht der Metal-Nummer aber gut zu Gesicht. Kompromisslose Kracher wie "Blood Red Sun" oder "Annihilator" ergänzen dieses Bild, wobei die Übergänge zum Hardcore immer fließend sind.

Dass sie aus dieser Ecke stammen und sich dort mit der nötigen Aggression nach wie vor sicher bewegen, beweisen Tracks wie "Set To Fail" oder "Be Up On It". Das wäre alles schön und gut, wenn Vision Of Disorder durchgehend schlüssiges Songwriting an den Tag legen würden. Das ist leider nicht immer der Fall, weswegen manche Nummern sperrig und teilweise sogar zerfahren wirken.

Das Händchen für knackige Rocksongs, das Tim und Mike auf der letzten Bloodsimple treffend offenbart haben, schimmert hier nur selten durch. Das liegt vor allem auch daran, dass Tim seine Singstimme wie in "Hard Times" oder "New Order Of Ages" nur selten so geschickt einsetzt wie beim einstigen Nebenprojekt. Für Vision Of Disorder kotzt er sich hingegen wieder komplett die Seele aus dem Leib.

Leider ist "The Cursed Remain Cursed" weder das Comeback-Album geworden, auf das die Fans gewartet haben, noch wiegt es den Verlust von Bloodsimple wirklich auf. Schlecht oder langweilig ist die Scheibe deswegen noch nicht, aber ein Pflichtkauf hört sich doch anders an.

Trackliste

  1. 1. Loveless
  2. 2. Set to Fail
  3. 3. Blood Red Sun
  4. 4. Hard Times
  5. 5. Annihilator
  6. 6. Skullz Out [Rot In Pieces]
  7. 7. The Enemy
  8. 8. The Seventh Circle
  9. 9. New Order of Ages
  10. 10. Be Up On It
  11. 11. Heart And Soul

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1 Kommentar

  • Vor 8 Jahren

    Bei mir könnte Nichts den Verlust von Bloodsimple aufwiegen. Ich kann niemanden erklären wieso aber die zwei Alben von denen stehen bei mir ganz an der Spitze der harten Musik. Reinhören werd ich hier trotzdem mal, allein schon weil ich Williams´Stimme überragend finde.