laut.de-Kritik

Italienische Melodien treffen auf Beats und Samples.

Review von

Die linke, bandana-umhüllte Hand ruht lässig auf den Eiern, das römisch anmutende Profil starrt nachdenklich ins Leere, die Haut ist trotz des nachgeblichenen Covers straff und braun. Nicht nur der Namen verrät, dass Tiziano Ferro ein Italiener ist, er hat auch das Aussehen und das Selbstbewusstsein, um in die Fußstapfen Eros Ramazzottis oder Neks zu treten.

Das ist ihm in Italien mit der Single "Perdono" und dem Debutalbum "Rosso Relativo" bereits gelungen. Die hohen Platzierungen beider Scheiben in den deutschen und schweizer Charts zeigen, dass das Publikum auch im Ausland für ihn empfänglich ist. Neben seinem Look spielt auch die Musik eine Rolle. Seine Kompositionen nennt Ferro "e-music", eine Verbindung aus der traditionell melodiereichen italienischen Popmusic und Beats, Gitarrensamples sowie elektronischem Schnickschnack.

Die Mischung lässt sich gut anhören. Der Titeltrack fällt durch anfänglich spartane Begleitung auf und die energiegeladene Stimme Ferros, der sich gleichzeitig mit ruhigem Falsetto selbst begleitet. Bei der Hitsingle "Perdono" liefern Keyboardstreicher die notwendige Dosis Schmalz, während das Liebesgejammere des Musikers jugendliche weibliche Herzen schneller schlagen lassen dürfte. Lässig bis cool definiert er sich mit schmachtend schmetternder Stimme als "Imbranato", also als Schussel, und bringt dadurch die Sympathien auf seine Seite. Seinen musikalischen Anfängen widmet er "Soul-Dier", das er mit einem Gospel-Chor singt. Neben einer englischen Version von "Perdono" als Bonus-Track ist es das einzige nicht-italienische Stück auf dem Album.

Die Menge an charttauglichem Material ist beeindruckend, praktisch jedes Stück eignet sich zur Singleauskopplung. Neben den Melodien Ferros spielt die clevere Produktion die größte Rolle, zeitgenössisch genug, um Pubertierende in den Bann zu ziehen, aber so moderat, dass auch die Mammas nicht abgeschreckt sein dürften. Zwar fällt mal ein "cazzo" ("Mai Nata"), ansonsten sind die Texte familientauglich und handeln ohne große Überraschungen von Liebe, Beziehungen und Gefühlen. In der Auslandsversion kann man sie in einem beigefügten Booklet auf englisch nachlesen.

Kein Zweifel: Tiziano Ferro hat beste Voraussetzungen, um auch international den großen Erfolg zu erreichen.

Trackliste

  1. 1. Le Cose Che Non Dici
  2. 2. Rosso Relativo
  3. 3. Perdono
  4. 4. Imbranato
  5. 5. Di Piu'
  6. 6. Mai Nata
  7. 7. Primavera Non E'
  8. 8. Il Confine
  9. 9. Boom Boom
  10. 10. L' Olimpiade
  11. 11. Soul-Dier
  12. 12. Il Bimbo Dentro
  13. 13. Perdono (English Version)

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