laut.de-Kritik

Indie-Perlen: famoses Debüt aus Neuseeland.

Review von

Wenn ein Debüt mit derart viel Vorschusslorbeeren den Weg von Neuseeland nach Europa antritt, dann schwanken hiesige Rezensenten in der Regel zwischen Vorfreude und Skepsis. Doch schon mit den ersten Klängen des Openers "All Of This" versteht man die Euphorie, die The Naked And Famous mit ihrem Erstlingswerk im Land der Kiwis auslöste.

Mit treibendem 80er-Beat, Synthie behangenem Hintergrund und angezerrten Gitarren bahnt sich die jugendlich poppige Stimme von Sänger und Gitarrist Thom Powers ihren Weg durch die Melodien, die an süffiger Eingängigkeit kaum noch zu überbieten sind.

"Punching In A Dream" hüllt zunächst in ein seichtes Elektrogewand, um Sekunden später in eine druckvolle Melange aus düsteren Gitarren und hallendem Schlagzeug zu explodieren. Die zweite Stimme der Band, Sängerin Alisa Xayalith, gibt sich dabei nicht minder melodisch wie ihr Gesangspartner Thom. Ihre kindlich rotzige Stimmfarbe, die sich irgendwo zwischen der jungen Debbie Harry und Kim Wilde einpendelt, verirrt sich zwar zuweilen im etwas übersteuerten Hall, verleiht dem Song aber definitiv das Prädikat besonders wertvoll.

Das sich wiederholende Spiel zwischen laut und leise, bittersüß und brachial entpuppt sich bald als Stilmittel und verleiht Songs wie "Frayed", "Eyes" oder "No Way" den passenden Stempel. Nur selten lässt das Quintett mit seichtem Pop Zeit zum Luftholen: beim instrumentalen "The Source", "The Sun" und "The Ends" schaltet man ab. Die restlichen zehn Songs zwischen episch cineastischer Dramaturgie und verspielter Homogenität ziehen den Finger stattdessen fast magnetisch zur Repeattaste.

Die Scheibe kommt insgesamt einer Achterbahnfahrt gleich, da einen die teils überstrapazierte Effektproduktion von Bandtüftler Aaron Short mit Hall, Vocoder und anderen technischen Spielereien bisweilen an die Grenzen des Erträglichen führt. Doch nur Sekunden später scheint diese wieder perfekt abgestimmt, um einer Klangwelt wie "Passive Me, Aggressive You" gerecht zu werden.

Die junge Band hat zuhause nahezu alles erreicht, was die dort ansässige Musiklandschaft hergibt - ob sich das fulminante Schaffen auch in unseren Breitengraden erschließt, bleibt abzuwarten: Grandiose Indie-Pop-Rock-Perlen wie "Girls Like You" oder das grandiose "Young Blood" bilden zumindest das perfekte Fundament.

Trackliste

  1. 1. All Of This
  2. 2. Punching In A Dream
  3. 3. Frayed
  4. 4. The Source
  5. 5. The Sun
  6. 6. Eyes
  7. 7. Young Blood
  8. 8. No Way
  9. 9. Spank
  10. 10. Jilted Lovers
  11. 11. A Wolf In Geek's Clothing
  12. 12. The Ends
  13. 13. Girls Like You

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12 Kommentare

  • Vor 9 Jahren

    Jilted Lovers auf dem Weg zum Song des Jahres!

  • Vor 9 Jahren

    Mich gruselts das zugeben zu müssen, aber ´young blood´ist wirklich genial!
    Ich hör mir mal den Rest an, hoffentlich enttäuschen die mich nicht so erbärmlich wie HURTS...Ohren auf und durch!

  • Vor 7 Jahren

    "Die Scheibe kommt insgesamt einer Achterbahnfahrt gleich, da einen die teils überstrapazierte Effektproduktion von Bandtüftler Aaron Short mit Hall, Vocoder und anderen technischen Spielereien bisweilen an die Grenzen des Erträglichen führt." Höre ich genauso. Daher ist für mich aber ein massiver Punkteabzug angezeigt. Bis auf 2-3 Lieder, die durchgehend melodisch und darum dann auch gleich erste Sahne sind (zb young blood) nichts für mich diese Platte. 2/5